
(vb). Michael Eikemeier ist zurzeit im Stress. Der Förster der Revierförsterei Sorsum sitzt vor einer langen Liste mit Namen von Menschen, die eines wollen: Holz. Ab September herrscht in dem 1600 Hektar großen Gebiet, das Eikemeier im Raum Hildesheim verwaltet, Hochbetrieb. "Ich habe einen festen Kundenstamm von 150 Leuten", sagt Eikemeier. Und der sei in den vergangenen zehn Jahren rapide gewachsen – um mindestens 50 Prozent.
Der Rohstoff Holz boomt: Schon längst werden öfen nicht mehr nur zur stimmungsvollen Untermalung von stürmischen Winterabenden genutzt. In vielen Häusern bleiben in Zeiten von horrenden Gaspreisen eben die Heizungen aus und die Wärme kommt aus dem Ofen. Die heimelige Atmosphäre, die dabei erzeugt wird, ist für viele das Sahnehäubchen.
Es gibt, sagt Förster Eikemeier, zwei Typen von "Holzmachern": den Abenteurer, der in den Wald geht des Spaßes Willen und den Pragmatiker, der an das warme Wohnzimmer und die niedrige Rechnung denkt. Für beide gilt – wer in Hildesheim sein Brennholz machen möchte, der muss bei Eikemeier auf die Liste. An ihm führt kein Weg vorbei. Den guten alten Leseschein gibt es schon lange nicht mehr – das ist ein Relikt aus der schlechten Zeit nach dem Krieg, "als jeder trockene Ast aufgehoben wurde". Mehr als 150 Menschen pro Saison können in dem Hildesheimer Forst allerdings nicht ihr Holz aus dem Wald holen. "Wir müssen mit dem Forst nachhaltig umgehen und bewegen uns da in einer Zehn-Jahres-Planung." Soll heißen: Es darf nicht zu viel gefällt werden, damit das ökologische Gleichgewicht nicht aus den Fugen gerät.
Wer sein Haus kuschelig warm haben möchte, sollte darauf achten, was für ein Holz er in seinen Ofen wirft, wie Reinhard Ferchland, Pressesprecher des Niedersächsischen Forstamtes in Liebenburg, erläutert. "Am besten brennen Buche, Hainbuche, Ahorn, Esche, Eiche und Birke", erklärt Ferchland. Kiefer und Fichte dagegen verbrennen schneller und geben so die Hitze auch schneller ab, von Pappel und Weide sollte man besser die Finger lassen. Wichtig ist auch die angemessene Lagerung des Holzes: Was im September gehackt wird, kann nicht im Dezember den Ofen anheizen. "Das Holz muss mindestens zwei Jahre lagern – wenn es noch zu feucht ist, kann beim verfeuern sonst der Schornstein kaputt gehen." Ganz frisch geschlagenes Holz habe einen Feuchtigkeit von fast 100 Prozent. "Das ideale Brennholz aber hat eine Restfeuchtigkeit von 15 bis 22 Prozent", erklärt Ferchland. Und bis das Wasser verdunstet ist, dauere es eben eine Weile.
Wie gut man das Haus in der kalten Jahreszeit erwärmen kann, hängt letztlich auch von der Dämmung und der Art des Ofens ab. Durchschnittlich brauche man rund zehn bis 15 Raummeter Holz um ein Haus während der Heizperiode zu erwärmen, sagt Michael Eikemeier.
Die Preise variieren: Während der Raummeter im Raum Hildesheim zwischen 15 und 20 Euro kostet, geht der Preis in den 14 Förstereien des Niedersächsischen Forstamtes hoch bis auf 38 bis 42 Euro. Je mehr der Kunde selbst macht – sägen, schleppen, transportieren – desto eher sinkt der Preis. Noch teurer kann es bei einem Holzhändler werden. Der Vorteil: Man spart viel Arbeit, das Holz ist getrocknet und gehackt.
Wer allerdings mit Eikemeier in den Wald möchte, muss nicht nur rechtzeitig seinen Namen auf die Liste bringen – ohne einen Kettensägeschein geht heute gar nichts mehr. In Wochenendkursen wird Teilnehmern der richtige Umgang mit dem gefährlichen Gerät beigebracht. Kostenpunkt: zwischen 100 und 160 Euro.
Ob es sich finanziell rechnet, nur noch mit Holz zu heizen, muss jeder für sich entscheiden – der Holzpreis, die Kosten für Säge und Sägeschein, möglicherweise Axt und Sägeschein sowie die Arbeit, die dahinter steckt, muss man bedenken. Vom ökologischen Gesichtspunkt ist es auf jeden Fall ein Gewinn: "Wir finden es gut, wenn Holz einmal ein Haus geheizt hat. So sparen wir fossile Energieträger", sagt Reinhard Ferchland.
Informationen zu den verschiedenen Revierförstereien, Brennholz und Kettensägescheinen gibt es unter www.landesforsten.de.
(vb) Wer sich sein Brennholz aus dem Wald holen möchte, muss auf Folgendes achten:

HAZ: Was braucht man, um am Haus einen Ofen anzuschließen?
Joachim Baule: Die Voraussetzung dafür ist der Schornstein. Den hat allerdings nicht jedes Haus. Wenn man nachrüsten möchte, muss man eine Kernbohrung machen, die rund 3000 Euro kostet.
Worauf muss ich achten, wenn ich mir einen Ofen kaufe?
Man sollte darauf achten, dass die Tür gut schließt und der Ofen von der Heizleistung richtig dimensioniert ist: In einem kleinen Raum brauche ich einen kleinen Ofen, im großen Raum einen großen. Wenn das nicht richtig eingestellt ist, kann es zum Beispiel zu einer überhitzung kommen und das kann leicht unbehaglich werden. Es ist auch ratsam, sich einen Ofen von einem Markenhersteller zu kaufen, bei dem man auch nach Jahren noch Ersatzteile bekommt und der ein Ansprechpartner ist. Schließlich holt man sich Feuer ins Haus.
Wie sieht es rechtlich aus: Wem muss ich Bescheid sagen, wenn ich mir einen Ofen kaufe?
öfen müssen von einem Schornsteinfeger abgenommen werden.
Und wie sieht es mit den Feinstaubregelungen aus? Wie kann ich die einhalten?
Die neuen öfen halten die Maßstäbe der Verordnung in der Regel bereits ein.
Und welche Materialien eignen sich für einen Ofen am besten?
Es gibt verschiedene Materialien, für die Wärmespeicherung – zum Beispiel Speckstein- oder Stahlöfen.
Interview: Valea Böhm
Die Sonne als Steckdose
(rek). Die Idee ist verführerisch: Würde man hier zu Lande alle Süd-Dachflächen mit Solarzellen bestücken, so könnte man damit mehr als die Hälfte des gesamten Strombedarfs in Deutschland decken. Und zwar nahezu schadstofffrei.
Im Prinzip strahlt die Sonne ja genug Energie auf die Erde, um den Bedarf der Menschheit vielfach zu decken. Eine Energiequelle, die mit einer vorhergesagten Brenndauer von mindestens fünf Milliarden Jahren nahezu unerschöpflich scheint. Jedenfalls gemessen an einem Menschenleben. Daher lohnt es sich, die Sonne aktiv anzuzapfen.
Nichts anderes hat die Photovoltaik im Sinn. Viel versprechendes Ziel ist, die Strahlungsenergie der Sonne direkt in elektrische Energie zu verwandeln. Wer die steigenden öl- und Gaspreise vor Augen hat, dem erscheint diese Alternative noch strahlender. Denn: Jährlich erhält man für Deutschland je nach Standort Werte von 900 bis 1200 Kilowattstunden eingestrahlter Sonnenenergie pro Quadratmeter. Dies entspricht dem Energiegehalt von 90 bis 120 Litern Heizöl oder Kubikmetern Erdgas. Zumal diese Energie auch noch praktisch emissionsfrei ist.
Doch bislang hat die Photovoltaik noch mit zwei Problemen zu kämpfen: Zu teuer und nicht effektiv genug, um beispielsweise gegen Windkraft zu bestehen. Denn die Technik, bei der Photonen in einem Halbleiter Elektronen freisetzen, wirft noch nicht genügend Strom ab. Dabei gehört Deutschland zu den führenden Ländern, wenn es um Entwicklung von Photovoltaik geht.
Institute vermelden regelmäßig neue Erfolge, wie effektiv und preisgünstig das gelingt. Um die Stromausbeute zu erhöhen, werden beispielsweise Solarzellen und spezielle Linsen, die das Sonnenlicht extrem konzentrieren, miteinander kombiniert. Obwohl die Technologie heute noch in den Kinderschuhen steckt, wird der Photovoltaik bereits eine große Zukunft vorausgesagt.
Eine entsprechende Anlage lässt sich auf fast jedem Dach installieren. Voraussetzung ist ein optimale Sonneneinstrahlung – von Südost und Südwest. Zu einer Photovoltaik-Anlage gehört außerdem ein Wechselrichter: Dort wird die Gleichspannung des Solargenerators umgewandelt in eine 230 Volt Wechselspannung, sodass der Strom ganz normal genutzt werden kann. Für den Verbraucher ist letztlich die Ausbeute der Gesamtanlage von Interesse. Sie wird in "Wattpeak" (abgekürzt: Wp) angegeben. Wie viel Strom das transparente Kraftwerk auf dem Dach oder an der Fassade dann konkret abwirft, lässt sich nur ungefähr berechnen. Während beim häufigsten Material Silizium die einzelne Solarzelle mehr als 15 Prozent des einfallenden Lichts zu Strom umwandeln kann, bleiben die Gesamtanlagen unter diesem Ergebnis. Für den privaten Verbraucher gilt als Faustregel: Für eine Anlage mit einer Leistung von 1000 Wp wird eine Fläche von etwa zehn Quadratmetern benötigt. Damit können zwischen 750 und 1000 Kilowattstunden Strom im Jahr privat erzeugt werden. Zur Sicherheit kann man sich als Kunde einen jährlichen Mindestertrag vom Hersteller der Photovoltaikanlage zusichern lassen. übrigens: Wenn es richtig funktioniert, erzeugt die Licht-in-Strom-Anlage ein Vielfaches der Energie, die für ihre Herstellung einst benötigt wurde.
Quelle: Bundesverband Verbraucherzentrale (www.verbraucherzentrale-energieberatung.de).