

Ronald Rother (Hildesheim): Mein „Engel von gegenüber“ heißt Renate König, ist 74 Jahre alt, Mutter von 8 Kindern, Oma von 19 Enkelkindern und seit mehr als 30 Jahren in äußerst vielfältiger Weise ehrenamtlich in Hildesheim aktiv. Vor allem in der Pfarrgemeinde St. Mauritius hat sie durch ihr unermüdliches Engagement, ihre großartige Kreativität und Phantasie und ihre herzliche und offene Art für eine sehr lebendige, aktive, bunte und niemals still stehende Gemeinschaft gesorgt. Sie hat für jeden Menschen, der ihren Rat sucht, ein offenes Ohr, für Kinder wie für Senioren, für Jugendliche wie für Familien, für Paare wie für Singles; besonders für Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, aber auch für die, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Ihre Weisheit und ihr Einfühlungsvermögen, ihre unglaubliche Flexibilität, ihr unerschütterliches Engagement besonders für die Menschen, die ihr nahe stehen und die eine helfende Hand benötigen, und nicht zuletzt ihr Humor machen sie zu einem Menschen, der tiefe Spuren in den Herzen sehr vieler Menschen hinterlassen hat und hinterlässt. Mit ihrer ungezwungenen Art und ihrem großen Organisationstalent schafft sie es nicht nur, mit ihrem Mann Paul ihre große Familie zu regelmäßigen Treffen in lockerer und entspannter Atmosphäre zusammenzuführen; sie hält auch das Gemeindeleben von St. Mauritius zusammen und es gelingt ihr mit ungeheurer Begeisterung, andere Menschen zum Mitgestalten des Gemeindelebens zu bewegen. Sie ist die Seele ihrer großen Familie, und sie ist seit vielen Jahren die Seele einer Kirchengemeinde mit über 4000 Mitgliedern. Sie ist ein großes Vorbild für soziales und gesellschaftliches Engagement; sie schafft es, Menschen, die der Kirche fern stehen und überzeugte Christen im Sinne einer guten Sache zusammenzuführen und zu motivieren. Renate König ist ein Mensch, der wirklich geistig jung geblieben ist und mit dieser geistigen Frische in Kombination mit einer sehr großen Lebensweisheit ein wichtiger Orientierungspunkt im Leben sehr vieler Menschen ist.
Renate König ist der kreative Kopf bei der Organisation von Festen der Pfarrgemeinde St. Mauritius. Seit über 30 Jahren organisiert sie den jährlichen Gemeindefasching in St. Mauritius. Die äußerst aufwändige Dekoration, die jahrzehntelang auch wesentlich durch ihren Mann Paul und inzwischen durch ihre Tochter Eva mitgestaltet wurde und wird, wird geplant und organisiert von Renate König. Dabei werden die Wände fast der gesamten oberen Etage des Pfarrheims von St. Mauritius mit einer Grundfläche von ca. 200 qm mit Stellwänden ausgekleidet, die mit zum jeweiligen Motto der Feier passenden Motiven bemalt werden. Seit vielen Jahrzehnten findet im Sommer ein Kinder- und Gemeindefest statt, das Renate König in Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte Karl-Mathilden-Stift organisiert. Bei alldem ist sie ist sich nie zu schade, auch die unangenehmsten Aufgaben selbst zu übernehmen.
Vor 30 Jahren hat Renate König in St. Mauritius eine Kindergruppe auf die Erstkommunion vorbereitet, der sie ein so starkes Gemeinschaftsgefühl vermittelt hat, dass daraus ein Freundeskreis entstanden ist, der auch später als Jugendgruppe unter ihrer Leitung regelmäßig zusammenkam und sich noch heute – trotz großer Streuung der Wohnorte – ein- bis zweimal im Jahr gemeinsam mit ihr trifft. Vor über 20 Jahren hat sie die „Sternstunden“ für Kinder ins Leben gerufen, bei denen sich zum Teil mehr als 60 Kinder an vielen Nachmittagen in der Adventszeit im Pfarrheim treffen und unter Renate Königs Anleitung gemeinsam singen, basteln, backen, Geschichten hören und sich von Tag zu Tag mehr auf Weihnachten freuen. Seit über 20 Jahren organisiert Renate König Kinderbibelwochen in St. Mauritius, bei denen zwischen 40 und 60 Kindern eine Woche lang nachmittags zusammenkommen, um sich handelnd und spielerisch, künstlerisch und musikalisch mit einem Thema der Bibel auseinanderzusetzen. Weit über 10 Jahre lang organisierte Renate König Aktionstage und -wochen für Jugendliche, während derer sich Jugendliche mit ihrer eigenen Lebenswelt, mit gesellschaftlich relevanten Themen oder auch mit christlichen Inhalten kritisch auseinandersetzten. Dies geschah immer auf sehr vielfältige Weise, durch künstlerisch-gestalterische, musikalische oder textliche Erschließung der jeweiligen Inhalte, durch Rollenspiele, Theaterstücke, Filme und vieles mehr. Stets stand der Spaß dabei mit im Vordergrund, es gab im Rahmen solcher Tage viel zu lachen, und es wurde so manche Party gefeiert. Auch Kochaktionen der Jugend für die Gemeinde, Autowaschaktionen und Kuchenverkäufe mit dem Ziel, den jeweiligen Erlös an kirchliche Spendenorganisationen wie MISSIO und MISEREOR weiterzugeben, organisiert Renate König seit mehreren Jahrzehnten. Über 14 Jahre lang war sie Vorsitzende des Pfarrgemeinderats; jahrzehntelang arbeitete sie im Dekanatsrat und im Beirat der Familienbildungsstätte. Gemeinsam mit ihrem Mann Paul war sie über 25 Jahre in der Eheberatung der Familienbildungsstätte tätig. Als Mitglied des Dekanatsrats organisierte sie unter anderem Licht- und Klanginstallationen im Dom während des Bistumstags im Jahr 2000, eine Kunstaktion in und um den Dom mit Hildesheimer Künstlern beim Diözesantag im Jahr 2000 sowie eine Kunstaktion mit Hildesheimer Künstlern zum Ökumenischen Kirchentag auf dem Hildesheimer Marktplatz im Jahr 2002. Sie initiierte die Kreditvergabe für den Freundeskreis WALIKI, durch die es möglich wurde, in Bolivien die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Produktion von Pullovern zu schaffen, so dass diese inzwischen in dem bekannten WALIKI-Geschäft in der Hildesheimer Innenstadt sowie deutschlandweit auf Ausstellermessen verkauft werden können. Zum Aufbau dieser Produktion sammelte Renate König innerhalb weniger Tage bei Privatpersonen einen Kredit in Höhe von 15.000,- DM, der wie vereinbart nach 3 Jahren zurückgezahlt wurde. Sie initiierte die Moritzberger Festwoche im Jahr 1986, holte dafür viele verschiedene Vereine und Organisationen mit ins Boot, so dass diese Festwoche mit großartiger Vielfalt begangen werden konnte. Unter anderem gehörten ein Familiensportfest bei DJK Blau-Weiß, ein Konzert mit Thomas Quasthoff, ein Kinderzirkus, ein Seniorennachmittag, ein großer Festumzug sowie ein Pontifikalamt mit dem damaligen Bischof von Hildesheim, Josef Homeyer, zu dem von Renate König organisierten Programm.
Besonders am Herzen liegen ihr auch stets die Menschen, die das Leben nicht so wie andere genießen können oder die sogar von Existenzängsten bedroht sind. So engagierte sie sich über viele Jahre hinweg für Menschen, die im Kirchenasyl leben, gründete Unterstützerkreise und half mit vielfältigen finanziellen und materiellen Mitteln sowie mit sehr viel Zeit, die sie sich für diese Menschen nahm.
Doch nicht nur die Pfarrgemeinde St. Mauritius profitiert von Renate Königs außergewöhnlichem Ideenreichtum und Engagement. Jahrzehntelang war sie darüber hinaus im Beirat der Volkshochschule tätig. Außerdem begleitete sie die Schulzeit ihrer 8 Kinder von der Einschulung des ältesten bis zum Abitur des jüngsten Kindes unter anderem durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Elternratsvorsitzende. Insgesamt war sie so 25 Jahre lang Vorsitzende des Elternrats der Mauritius-Schule, des Josephinums und/oder des Andreanums.
Renate König ist ein Mensch, der trotz der großen Erfolge ihres Engagements stets sehr bescheiden geblieben ist. Daher wird es ihr persönlich nicht so wichtig sein, mit einer öffentlichen Auszeichnung bedacht zu werden. Sie bezieht ihre Motivation für ihr Engagement vor allem aus sich selbst heraus. Aber Renate König sind in ihrem Leben ungeheuer viele Menschen begegnet, in deren Herzen sie einen festen Platz hat, weil sie ihnen auf bescheidene und selbstlose Art in vielfältiger Weise Freude bereitet hat, Hilfe und Unterstützung geboten hat oder einfach ein offenes Ohr für sie hatte. Viele dieser Menschen sind ihr dafür aus tiefem Herzen dankbar und wünschen ihr, dass ihr Engagement nicht nur im kleinen Rahmen, sondern auch vor größerem Publikum die Anerkennung findet, die es schon seit vielen Jahren verdient hat und mit Sicherheit auch in Zukunft verdienen wird. Aus diesem Grund schlage ich Renate König für den Titel „Engel von gegenüber“ vor – sie wäre eine sehr würdige Empfängerin dieser Auszeichnung!
Kerstin Baramsky (Hohenhameln): Als pädagogischer Mitarbeiter einer verlässlichen Grundschule betreue ich 22 Kinder der 2. Klasse nach den Unterrichtsstunden. Zwei Mädchen aus meiner Gruppe, Sherin und Emira spielen auch nachmittags zusammen. Sherin stammt aus einer arabischen Migrantenfamilie mit 9 Kindern. Sie ist schüchtern, blass und still, hat häufig kein Frühstück dabei, denn dafür ist eine grosse Schwester zuständig, die es ab und an vergisst. Emira ist das blühende Leben, fröhlich und aufgeweckt. Sie hat auch 3 Geschwister. Und sie hat eine Oma, die sich liebevoll um die Enkel kümmert und die Mutter unterstützt. Eines Tages erzählt Emira der Oma bei den Hausaufgaben, dass es ihre Freundin Sherin nicht so gut hat, wie sie. Keiner hilft ihr bei den Hausaufgaben. Sherin ist deswegen sehr traurig. Da fasst Emira's Oma einen Entschluss. Sie möchte Sherin helfen. Zusammen mit der Klassenlehrerein wird eine Lösung gefunden. An zwei Tagen in der Woche kommt Oma Z. in die Schule und während die anderen Kinder in der Betreuungszeit spielen, macht Oma Z. im Nebenraum mit Sherin Hausaufgaben, übt Lesen und Rechnen, schneidet ihr einen Apfel auf, denn leerer Bauch studiert nicht gern. Meine anfängliche Skepsis ist bald verflogen, auch die Lehrein ist positiv überrascht. Sherin hat im Diktat 2 Fehler und ist in der Pause mit einem Buch in der Hand anzutreffen. Ihr Selbstbewusstsein ist gestärkt, sie lacht und antwortet laut und deutlich, wenn sie angesprochen wird. Sie ist sehr stolz auf ihre schulischen Leistungen. Wenn sie krank ist, ruft sie Oma Z. an, damit sie nicht vergebens kommt. Danke, Oma Z.!
Gudrun Zodrow (Bodenburg): Ich würde gern als Engel von nebenan Frau Rita Limmroth von der Tschernobil-Hilfe in Hildesheim vorschlagen. Sie organisiert ein Hilfsprogramm für Menschen im Gebiet der Atomkatastrophe um Tschernobil mit Spendensammlungen, Kléidung, Spielzeug, medizinisches Gerät. Jeden Monat finden große Lkw-Transporte nach Weißrußland statt. Die Spenden erreichen die Menschen dort direkt und Frau Limmroth begleitet die Transporte.
Ich arbeite ebenfalls auf dem Gelände der Tschernobil-Hilfe - eben gegenüber - und sehe oft wenn die großen Lkw`s beladen werden. Frau L.hat mir die Räumlichkeiten gezeigt und ihre Arbeit hat mich in einer Form beeindruckt, die ich mit Worten nicht ausdrücken kann. Ich bewundere, dass ein Mensch so viel Kraft aufbringt und nicht müde wird, den Menschen dort das Leben so gut es eben geht zu erleichtern. Es bedeutet unheimlich viel Arbeit, alles zu sortieren und den entsprechenden Familien zuzuordnen. Frau Limmrodt ist mit einem großen Herzen und ganz viel Elan ausgestattet, hat den Verein Tschernobil-Hilfe gegründet und somit etliche Menschen motiviert, ebenfalls ehrenamtlich mitzuhelfen.
Es würde den Platz-Rahmen hier sprengen, wenn ich ausschweifender berichten würde - es gäbe noch so viel zu sagen. Mein erster Gedanke, nachdem ich das 1. mal bei der Tschernobil-Hilfe war: Diese Frau tut so unendlich viel für die ganz ganz armen Menschen dort, eigentlich müßte ihr einmal ein besonderer Dank zukommen. Áls ich jetzt in Ihrer Zeitung von der Aktion las, brauchte ich nicht überlegen - sofort fiel mir der Engel Frau Limmroth ein. In dem Strandkorb könnte sie nach den langen anstrengenden Fahrten nach Weißrußland ausruhen und Kraft tanken.
Erwähnen möchte ich noch, dass Frau Limmroth mich nicht persönlich kennt. Ich bin jemand, der einige Male dort war, wie die vielen anderen Menschen, die etwas abgegeben haben. Aber ich bin sicher, dass viele Menschen Frau Limmroth kennen und ebenso denken wie ich.
Bärbel Moß (Hildesheim): Ich schlage vor, dass die ganze Mannschaft um den Pastor Schutzka (Paul-Gehrhard-Gemeinde) den Preis bekommt.
Begründung: In einer einmalig ehrenamtlichen und gemeinsamen Anstrengung haben diese Engel den einzigen Kirchen-Krämer-Laden Deutschlands ins Leben gerufen: Der kleine Paul!
Der kleine Paul ist kürzlich 5 Jahre alt geworden, also ‚schulpflichtig’. Der kleine Paul ist wie gewünscht eine Begegnungsstätte geworden, die Alt und Jung, Nachbarn und Zugereiste, Familien mit und ohne Kindern, Singles, alleinstehende Männer und Frauen, ja sogar Katholiken und Evangelische Mitmenschen zusammen bringt. Und das zuletzt genannte ist gerade in Hildesheim zumindest erwähnenswert.
Der ‚Dreisitzer Strandkorb’ soll daher dazu dienen, diese Gemeinschaft aus Nachbarn, Kunden, Freunden, Geneigten und auch noch Skeptikern - besonders im kommenden Sommer - noch mehr zusammen bringen und von der Notwendigkeit einer gut funktionierenden Gemeinde überzeugt.
Bitte überzeugen Sie sich doch einmal selbst; am besten gleich morgen Früh schon gegen 7 Uhr morgens und holen Sie sich Ihre Brötchen und am Besten, bringen Sie den Strandkorb gleich schon mit. Das gibt gleich ein Fest im Pfarrgarten; versuchen Sie es!
Andreas Wollenhaupt (Hoheneggelsen): Mein Engel lebt bei mir zu Hause. Meine Frau, Peggy Wollenhaupt, und ich sind im Jahr 2000 ins kleine Dörfchen Hoheneggelsen gezogen. Mittlerweile haben wir drei Kinder im Alter von 16, 9 und 7 Jahren, und etliche Haustiere. Da meine Frau zur Zeit noch im Familienurlaub ist, gibt sie sich nicht damit zufrieden, „nur“ Manegerin unserer kleinen Familie zu sein. Da sie religös ist, hat sie ihre Aufgabe erst einmal in der Krabbelgruppe der ev. Kirche unsere Gemeinde gefunden. Während der Umbauarbeiten unseres Gemeindehauses traf man sich wie selbstverständlich bei uns daheim. Auch rief sie die Kirche für Knirpse ins Leben und verbringt so manche Stunde mit den kleinsten unserer Gemeinde. Im Kindergarten, in den Schulen unserer Kinder, überall war und ist sie aktiv. In verschiedenen Gremien kämpft sie zum Beispiel für den Erhalt unserer Kirchen. Für sie ist es selbstverständlich, sich an den Adventsnachmittagen oder –vormittagen mit Kindern der Gemeinde (ca. immer
20 Kids) zu treffen, und Geschenke zu Weihnachten herzustellen. Auch den Hort unserer Gemeinde hat sie auf den Weg gebracht, obwohl wir diesen für unsere eigenen Kinder nicht benötigen. Ja, an Ideen und deren Umsetzung fehlt es nicht. Basare, Flohmärkte, andere Events, die Schulbücherei, die Renovierung des Jugendraumes (ein arbeitsintensives und zeitraubendes Projekt), und und und. Das Schöne daran ist, es macht ihr immer noch Spaß und es kommen immer noch mehr Ideen. Die Familie kommt trotz allem nicht zu kurz! Sie schafft es immer noch, mit den Kindern nachmittags Veranstaltungen zu besuchen, zu basteln und einfach nur mal „Taxi“ zu spielen. Schlecht oder eigentlich gar nicht kann sie „nein“ sagen, wenn jemand um Hilfe bittet. So ist es für sie auch selbstverständlich gewesen, eine Vormundschaft zu übernehmen, ihre Pflegemutter zu uns in die Nachbarwohnung zu holen und und und. Mein Engel – das ist meine Frau und ich wünsche ihr noch viel Kraft für die Unternehmungen die sie vorhat. Unseren Kindern ist sie mit ihrem sozialen Engagement ein Vorbild. Wie selbstverständlich ist es für unseren großen Sohn, sich aktiv an Veranstaltungsvorbereitungen und –durchführungen zu beteiligen. Dafür Danke.
Elfriede Warmbold (Hildesheim): Hannelore Gerlach, Ein Engel aus Derneburg. Sie ist über zehn Jahre ehrenamtlich im Prof.-König-Heim des DRK (auf der Marienburger Höhe) tätig. Einmal die Woche fährt sie von Derneburg nach Hildesheim und betreut die alten Leute, obwohl sie einen kranken Mann hat. Sie ist bei den alten Menschen sehr beliebt, weil sie immer ein offenes Ohr für ihre Mitmenschen hat. Sehr hilfsbereit und sozial eingestellt, das ist Hannelore, obwohl sie selber nicht ganz gesund ist. Hat eine Brust-OP hinter sich und das Herz ist auch nicht in Ordnung.
Für ihren Mann opfert sie sich richtig auf. Nie hört man sie klagen, obwohl es ihr auch nicht immer gut geht. Ihr Mann sitzt zurzeit im Rollstuhl und wird von Hannelore gepflegt. Hannelore ist eine liebenswerte, zierliche Person von 67 Jahren. Ich bewundere sie. Man merkt ihr ihre Sorgen nicht an. Sie wirkt immer beruhigend auf "einen". Hannelore verdient, dass man ihre "Danke" sagt, wenn auch nicht mit einem Strandkorb.
Unser Treffen ist immer schön -- Deine Susi.
Elsbeth Rohde-Strach (Hoheneggelsen): Meine Pflegetochter Peggy Wollenhaupt, 40 Jahre, verheiratet und Mutter von drei Kindern im Alter vonm 16, 9 und 7 Jahren, lebt seit dem Jahr 2000 in Hoheneggelsen. Sie macht seit mehreren Jahren den Kindergottesdienst für kleine Kinder ab etwa einem Jahr.
Auch ist sie jedes Jahr an den Adventssonnabenden damit beschäftigt, mit zirka 20 Kindern jeweils Geschenke für die Lieben zu Weihnachten zu fertigen.
Ihr ist diese Arbeit wichtig, um den Kindern Werte und Normvorstellungen nahe zu bringen, die diese von ihrem Elternhaus nicht so nah gebracht werden können. Außerdem bringt sie ihre "Arbeitskraft" noch in den Schulen der Kinder, in Basaren und Flohmärkten ein. Mit den Jugendlichen hat sie ihre kompletten Herbstferien damit verbracht, den Jugendraum der Kirchengemeinde zu renovieren. Unt trotzdem ist sie auch noch für mich und ihre Familie da. Wenn man sie fragt: kannst du mal -- dann kann sie immer. Und wenn sie sieht, das und das fehlt noch da, dann nimmt sie es in die Hand. Auch den Hort in Hoheneggelsen hat sie auf den Weg gebracht, obwohl sie diesen persönlich nicht in Anspruch nimmt.
Ich finde ein ÄEngel ist jemand, der für andere da ist; der den Allgemeinnutzen und nicht den Eigennutz sieht. Mein Engel ist jedenfalls ein solcher Mensch.
Meine Tochter hat hier alles aus Eigeninitiative gemacht. Und es macht ihr immer noch Spaß, auch wenn es die vielleicht dritte Sitzung in einer Woche ist.

Gertrud Berner (Bockenem Ortsratsmitglied in Bockenem): Als Engel von gegenüber möchte ich als Bockenemer Engel Ursula Lother nominieren. Seit 1991 Ratsfrau der Stadt Bockenem und Ortsvorsteherin von Jerze setzt sie sich ehrenamtlich und unentgeltlich für ihre Mitbürger ein.
Als Ortsvorsteherin sieht sie sich nicht nur als verlängerten Arm der Verwaltung, sondern sie kümmert sich in vorbildlicher Weise um die Sorgen und Nöte ihrer Jerzer Mitbürger. Es ist ihr hoch anzurechnen, dass sie ihren offiziellen Aufgabenbereich auch ins Private ausweitet. Häufig sieht man sie dabei, dass sie die älteren Einwohner Jerzes nach Bockenem zum Einkaufen oder zu den Arztpraxen fährt und dort fürsorglich betreut. Durch ihren Einsatz bereichert sie das Dorfleben ungemein. So gründete sie 1992 die „Klöngruppe“ für die Erwachsenen, 1995 den „Mäuseclub“ und zusätzlich 2001 eine Krabbelgruppe für die jüngsten Einwohner. In all den Jahren wurde sie nicht müde diese Gruppen durch persönlichen Einsatz und Mitarbeit zu unterstützen. Die „Bärenumzüge“ zur Faschingszeit, Kinderzeltlager oder diverse Feiern sind ohne Ursula Lother nicht denkbar.
Nebenbei war sie lange Jahre Mitglied des Kirchenvorstandes Als 2. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, hat sie die Verbindung in die polnische Stadt Zawadzkie aufgebaut. Jedes Jahr sammelt und sortiert sie Spenden aus der Bockenemer Bevölkerung, die dann persönlich mit privaten PKW in ein Waisenhaus der Partnerstadt gebracht werden. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist allerdings die AWO Bockenem, in die sie 1992 eintrat. Erst als Kassiererin, seit 2001 als Vorsitzende der AWO Bockenem, als Mitglied des Kreisvorstandes und Kreisausschusses hält sie dort alle Fäden in der Hand. Circa 3000 hauptsächlich ältere Einwohner Bockenems nutzen dort jährlich die vielfältigsten Angebote. Wöchentliche Treffen der Handarbeits- oder Spielegruppe, regelmäßiges Frauenfrühstück mit Referenten, die Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen halten, die Treffen der Krebsnachsorgegruppe und nicht zuletzt eine monatliche Mutter-Kind-Kur-Beratung sind die Eckpunkte der Angebote. Zusätzlich organisiert Ursula Lother noch jeweils zur Jahreszeit passende Feste wie die Faschingsfeier, das Osterfest, Vatertagsfeten, das Familienfest im Sommer, ein zünftiges Okktoberfest und nicht zu vergessen die Weihnachtsfeier.
Jedes Mal wird der Gemeinschaftsraum der AWO unter ihrer Regie liebevoll dekoriert, damit auch die richtige Stimmung aufkommen kann. Viel Zeit wendet sie für Skat- und Spielturniere und die diversen Bastelworkshops auf. Als Höhepunkt des Jahres wird von vielen AWO Mitgliedern die jährliche 2-Tages-Fahrt empfunden. Mit ihrem Helferteam übernimmt sie Besuchsdienste in den Altenheimen der Stadt, organisiert diverse Ferienpassaktionen zur Unterstützung der Stadtjugendpflege und unterstützt den Bockenemer Ortsrat bei den Weihnachtspäckchenaktionen. Auch auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit ist sie rund um die Uhr für ihre Mitbürger da. Ab und zu kommt da die Familie mit Ehemann Helmut, der sie bei fast allen Aktivitäten tatkräftig unterstützt, den zwei Kindern und drei Enkelkindern schon mal etwas zu kurz. Nach ihren eigenen Worten ist sie „total ausgebucht“, möchte aber auch Angefangenes nicht einfach vernachlässigen. „Ich mache weiter, so lange meine Kraft dazu reicht“, meint Ursula Lother bescheiden zu ihrer Leistung.
Frank Rosenau (Hildesheim): Mein Vorschlag für den Engel von Gegenüber ist Andrea Marsal. Frau Marsal arbeitet in der JVH in Hildesheim Abteilung für Frauen.
Wir haben Sie in unserem Café kennengelernt, als Sie mit einigen Insassen bei uns war. Seit dem haben wir viel über die Arbeit mit den Frauen in der JVA erfahren.
Durch Ihr Angergement, konnten viele Projekte Realisiert werden. Für viele von uns sind es nur Gefangene die aus welchen Grund auch immer Ihre Strafe absitzen müssen. Für Frau Marsal sind es Frauen die eine 2. Chance brauchen, um Ihren Weg in unsere Gesellschaft dauerhaft zu finden.
Es ist oft ein schwerer Weg mit vielen Rückschlägen, aber ein Ziel für die Frau Marsal sich mit Ihrem ganzen Herzen einsetzt. Ein Projekt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Künstlerinnen und die künstlerische Arbeit zu verschiedenen Themen. Unter Ihrer Führung sind schon viele Ausstellungen realisiert worden und Ausstellungsstüccke sind auch in Hannover und Berlin zu bewundern. Wir wünschen Andrea Marsal noch viel Energie und Unterstützung und weiterhin viel Glück und Erfolg. Margareta Kumer und Frank Rosenau.
Peter Hampe (Lamspringe): Hallo, ich finde meine Frau Claudia Hampe ist ein wirklicher Engel. Sie ist mit Leib und Seele Krankenschwester. Eigentlich ist sie noch eine richtige Gemeindeschwester und fährt im Sommer auch schon mal mit Inlinern zu ihren Patienten. Meine Frau ist ausgebildetete Wundexpertin und arbeitete beim DRK in Alfeld. Seit Jahren engagiert sie sich für die Aktion Tschernobyl und schleppt "geerbte" Windelhosen , Inhaliergeräte und was die Kinder der Poliklink dort dringend brauchen kistenweise ins Lager nach Hönze.
Wenn sich jemand aus der Nachbarschaft verbrannt hat, den Finger gequetscht oder auch nur eine Frage zu Krnakheiten hat, steht das Telefon nicht still und kurz danach wird unser Bad zum Behandlungszimmer umfunktioniert. Da sie als Wundschwester sehr bekannt ist, kommt es auch vor, dass unser Garten im Sommer regelrecht belagert wird, so dass die Nachbarn schon schmunzeln ,wenn wieder ein Rollifahrer vorfährt der die Hoffnung hat einer Amputation zu umgehen und das zu Recht. Meine Frau nimmt dafür kein Geld, was ich teilweise bedaure (sorry) aber ein Pat. bringt grüne, garantiert cholesterinfreie Eier mit, einer ein Glas Honig oder einen Eimer Äpfel. Der stand übrigens auch gestern wieder vor unserer Tür.Wenn sie mal Hilfe "von oben" braucht hat sie einen guten Draht zu ihrem Engel. Sie hat einen ganz lieben Mönch gepflegt, der verstorben ist und dann hockt sie im Büro und "spricht mit Pater Angelus" und dann geht´s auch aufwärts, mit ihr und ihren Patienten.
Seit zwei Jahren leitet sie ehrenamtlich eine Wundgruppe in Bad Gandersheim bei der sich Arztpraxen, stationäre und ambulante Einrichtungen austauschen und fortbilden, damit es allen Pat. in Kreis Hildesheim und auch weiter weg ,die an einer schlimmen Wunde leiden, besser geht. Sie hält kostenlos Vorträge für kranke Menschen und läuft immer mit einer Falsche Wundreinigung in der Hose herum ,sie könnte ja auf jemanden treffen der ein kaputtes Bein hat. Manchmal weiß ich selbst nicht was ich davon halten soll, aber ich glaub der Pater Angelus scheint da seine himmlischen Finger mit im Spiel zu haben.
Karin Könecke (Nordstemmen): Mein "Engel von gegenüber" wohnt mit mir unter einem Dach, er ist nämlich mein Mann Hartmut Könecke.
Fast die Hälfte seines Lebens (er ist jetzt 50 Jahre alt) ist er für den Fußballverein unseres Ortes, den VfL Nordstemmen, ehrenamtlich tätig.
Früher selbst als Jugend- später als Herrenspieler aktiv, hat er bereits im "zarten" Alter von ca. 22 Jahren die Jugend trainiert. Aus zeitlichen Gründen musste er pausieren, fing jedoch vor 15 Jahren, als unserem ersten Sohn die Fußballschuhe passten, wieder mit der Trainerarbeit bei der Jugend an. Ab 2001 war er dann Jugendleiter des VfL, seit kurzem (aus gesundheitlichen Gründen) stellvertretender Jugendleiter (ganz kann er es denn doch nicht lassen). Unter seinem Engagement ist die Jugendabteilung stetig gewachsen, er motiviert Herrenspieler oder andere Fußballerfahrene zur Trainer-Tätigkeit, organisiert mit seinem fleißigen, engagierten Jugendtrainer-Team Schnuppertraininge, Sommerfeste oder holt die Hannover 96 - Fußballschule nach Nordstemmen. Was für ihn fast noch mehr zählt, als der sportliche Effekt ist das soziale Miteinander. Er fungiert, wenn nötig, auch als "Streitschlichter", wenn es Probleme zwischen Trainern und Spielern oder Eltern geht. Es gab Zeiten, da stand das Telefon bei uns nicht still, auch nicht an Sonntagen oder zur Schlafenszeit. Und immer hat Hartmut ein offenes Ohr.
Bei all diesem zeitlich aufwändigem Ehrenamt, geht er auch noch arbeiten und ist immer für uns, seine Familie (Frau, 2 Söhne, 2 Katzen und Aquarium) da.
Also, "Hut ab"!
Susanne Galanos-Cavga (Hildesheim): Als meinen besonderen Engel von gegenüber möchte ich meine Mutter Ruth Galanos vorschlagen. Erst ihre Unterstützung hat es mir ermöglicht, in den Beruf zurückzukehren. Von montags bis freitags kümmert sie sich um ihre beiden Enkel, bereitet das Mittagessen, sorgt für den reibungslosen Ablauf der Hausaufgaben und springt auch mal abends als Babysitter ein. Sie ist Ersatzoma für die Nachbarskinder, Seelentrösterin für Enkel und Tochter, kurz -sie ist immer da, wenn wir sie brauchen. Auch wenn wir wissen, dass sie es von Herzen gern tut, ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle. Mama, du bist unbezahlbar!
Claus Philipps (Hildesheim): Ich schlage den Pastor der Paul-Gerhard-Gemeinde vor, der die Idee des Nachbarschaftsladens `Der kleine Paul` in Szene gesetzt hat. Das Teil soll in den Pfarrgarten der Kirche. Das wär mal was.
Manfred Becker (Hildesheim): Mein „Engel von gegenüber“: Wolfgang Faatz. Wolfgang Faatz leitet den Sacro-Pop-Chor der Liebfrauengemeinde. In diesem Jahr feiert dieser Chor sein 10-jähriges Bestehen. Wolfgang Faatz ist seit der ersten Stunde ehrenamtlich und unentgeltlich als Chorleiter tätig.
Jeden Montag leitet und begleitet er musikalisch die Sängerinnen
und Sänger bei den Proben. Er ist ständig auf der Suche nach neuen geistlichen Liedern, die nach intensiver und erfolgreicher Einstudierung vom Chor
auch bei Gottesdiensten vorgetragen werden. Auch wenn's die Proben mal hakt und klemmt, Wolfgang Faatz wirkt nie nervös und versucht stets gut gelaunt, den Sängerinnen und Sängern den "guten Ton" beizubringen.
In vielen Gottesdiensten ist Wolfgang Faatz zusätzlich als Organist tätig:
in den Kirchen St. Georg, St.Josef und Liebfrauen. Wie schon anfangs erwähnt, alle diese Tätigkeiten sind ehrenamtlich und unentgeltlich. Wolfgang Faatz hat einen "Fulltimejob" im sozialen Bereich und ist das Oberhaupt einer großen Familie.
Ich glaube, das sind genug Gründe, Wolfgang Faatz für den "Engel" vorzuschlagen: Er ist einer.
Ute Hoppe (Bodenburg): Ich bin Ortsbürgermeisterin von Bodenburg und weiß, was es heißt, Engel von Gegenüber im Ort zu haben. Ein Engel von vielen Engeln fiel mir sofort als Vorschlag für diese Aktion ein. Sie heißt Heike Klemp.
Heike ist seit 20 Jahren beim MTV Bodenburg ehrenamtlich für die Kinder-und Jugendarbeit zuständig. Ihr Hauptziel war nach der Geburt ihrer Tochter Sina nicht der Erfolg im Berufsleben, sondern Kindern die Möglichkeit zu geben, sich sportlich zu betätigen. So verbringt sie die meiste Zeit in der Turnhalle, wo sie nicht nur drei Gruppen leitet, sondern unermüdlich die Kinder und Jugendlichen zum Erreichen des Sportabzeichens motiviert. Ihr Verdienst ist es, dass die Teilnehmerzahl aus Bodenburg immer einen Spitzenplatz einnimmt. Der Pokal für die meisten Teilnehmer an den Bergturnfesten geht ebenfalls auf Ihr Konto. Kinder lernen durch sie, was es heißt, Spaß und Freude durch erreichte Ziele zu haben. Spaß haben die Kinder auch jedes Mal, wenn Heike die Turnhalle im Februar zur Faschingsmeile erklärt. Fahrten mit Übernachtungen zu großen Sportveranstaltungen werden ebenfalls von ihr organisiert. Bei den Bodenburger Veranstaltungen ist sie mit vielen Helferinnen grundsätzlich für die Kinderbetreuung zuständig. Es ist bewundernswert, welche neuen Geschicklichkeitsspiele ihr immer wieder einfallen. Sie benötigt kein Kraftstudio. Wer immer den Geräteraum allein ein- und ausräumt, bekommt automatisch diese Armmuskeln. Wer sie mit ihrer Fröhlichkeit sieht, erkennt, sie ist ein Engel.
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