
Nicht jedes Ausflugsziel in Hildesheim kann mit einem eigenen Empfangskommando für seine Gäste aufwarten - der Hildesheimer Aussichtsturm schon. Auf dem Weg hinauf zum Biergarten ist bereits von Weitem lautes Meckern zu hören: Ziegenbock Momo freut sich über jeden Besucher. Wer zu Fuß oder mit dem Rad zum Aussichtsturm kommt, hat sich diesen tierisch freundlichen Empfang verdient. Zwei Kilometer schlängelt sich der Turmweg durch den Hildesheimer Wald. Oben angekommen, kann sich jeder Gast seinen Lieblingsplatz aussuchen. „Bei schönem Wetter spielt sich alles draußen ab“, erzählt Gert Hundertmark, der Betreiber der Waldgaststätte. Kochen ist in der Waldgaststätte Chefsache. Für sich selbst kocht Hundertmark am liebsten einen deftigen Eintopf mit Bockwurst. Seinen Gästen bereitet er aber häufig Wildgerichte zu. Dabei lege er großen Wert auf frische Zutaten, betont der Küchenmeister. „Das Fleisch stammt fast ausschließlich aus dem heimischen Forst.“ Nicht nur Fleischliebhaber kommen am Fuße des Aussichtsturms auf ihre Kosten. Ganz besonders liegen Gert Hundertmark die kleinen Gäste am Herzen, deshalb hat er ihnen einen Spielplatz mit großem Trampolin eingerichtet. Eltern können ihre Kinder von beinah jedem der 250 Plätze im Biergarten im Auge behalten. „Wir suchen Rumpelstilzchen“ heißt es außerdem in den Ferien hin und wieder. „Dann sitzt ein Märchenonkel in der Nähe der Gaststätte im Wald und liest Geschichten vor. Die Kinder müssen ihn aber erst suchen.“ Die Romantik kommt am Aussichtsturm ebenfalls nicht zu kurz. „Frisch Verliebte können nach Reservierung ungestört ein Frühstück oder Abenddinner hoch oben auf dem Turm einnehmen“, sagt Hundertmark. Dafür müsse nur das Wetter mitspielen. Wer einfach nur den Turm besteigen möchte, hat dazu täglich zwischen 9 und 22 Uhr Gelegenheit.

Dass es den Aussichtsturm aber überhaupt gibt, geht zurück auf die Initiative zweier Sportvereine: 1876 pflegten der Turn-Klub Hannover (TKH) und der MTV Eintracht Hildesheim eine gute Freundschaft. Im Spätsommer unternahmen sie erneut eine gemeinsame Wanderung. Das Ziel sollte die höchste Erhebung im Hildesheimer Wald sein, denn dort war „gut tummeln und mehr“. Am Tag der Wanderung blies jedoch kräftiger Nordost-Wind und es regnete. Das brachte die Turner auf die Idee, eine Schutzhütte zu errichten. Der zuständige Magistrat zeigte jedoch wenig Interesse. Also griffen die Sportler zur Selbsthilfe: Zu Fuß liefen sie zum Steinbruch nach Diekholzen, packten ihre Rucksäcke voller Steine und brachten sie hinauf auf den Berg. Das überzeugte den Magistrat dann doch: Am 7. Juli 1881 wurde der Aussichtsturm schließlich freigegeben. Seitdem ist jeder auf dem Hildesheimer Aussichtsturm willkommen - nicht nur Familien und Verliebte.
Preise und Zeiten
Getränkepreise:
Einbecker Pils 0,2 Liter: 1,80 Euro
Fanta 0,2 Liter: 1,30 Euro
Spezialität:
Hausgemachtes Sauerfleisch mit
Bratkartoffeln und Remoulade
für 8,70 Euro.
Öffnungszeiten:
Geöffnet ist die Waldgaststätte
Aussichtsturm jeden Tag ab 9 Uhr.
Geschlossen wird erst, wenn der
letzte Gast zufrieden ist. Der Turm
ist von 9 bis 22 Uhr für Besucher
geöffnet.

Blick vom Aussichtsturm