
Beschreibung
Mehr als ein Viertel des Baumbestandes im Duinger Wald sind Eichen. Das ist ein ungewöhnlich hoher Anteil. Die Bandbreite reicht von gerade eingesamt bis zum stolzen Baumalter von 300 Jahren. Raumgreifend und sonnenhungrig erhebt der König des Waldes seine Krone. Auf unserer Wanderung können wir ihn reichlich bewundern. Gestalten von knorrigem Wuchs, schon immer von den Völkern das Symbol für Kraft und Beharrlichkeit, beeindrucken auch uns. In der Mythologie ist die Eiche stark verankert: Die Griechen weihten sie dem Zeus, die Römer dem Jupiter und die Germanen dem Donar.Das schlichtbraune Eichenblatt leistet allerdings keinen aufregenden Beitrag zum Farbspektakel des Herbstes. Doch die Eiche steht hier nicht allein, nicht in einer reinen Monokultur; dank weitsichtiger Forstwirtschaft wächst sie in der Gemeinschaft mit allen Facetten und Farbnuancen der artenreichen Waldgesellschaft. Der Duinger Wald steht mit dem Hils in einem umfassenden ökologischen Umbau; die Fichte verliert ihre Herrschaft. Wir können diese interessante Entwicklung auf unserer Wanderung deutlich erkennen.
Ausgangspunkt: Coppengrave, Parkplatz Krubbemühle, zu erreichen rechts von der Gemeinde aus; etwa 200 Meter rechts von der Siegfriedsklause, zur Karte
Parken: Dazu fahren wir auf dem Feldweg zum Waldrand, dann in den Wald und parken rechts im Waldeingang
Länge: Weglänge 8,8 Kilometer Rundwanderung
Höhenmeter: höchster Wanderpunkt ist an der Alten Köthe 281 Meter
Sonstiges: sanfte Steigungen, , breite und feste Wege, familienfreundlich, für Buggys geeignet. Wegen der guten Begehbarkeit wird keine Alternative angeboten
Krubbemühle am nordöstlichen Ausläufer des Hilses ist ein anschaulicher Ausgangspunkt für unsere Wanderung durch Waldgesellschaften, die abhängig von der Höhenlage unterschiedlich strukturiert sind. Das Bachtal des Hohenförsiek – Ablaufrinne sagt der Forstmann – ist ein exemplarisches Beispiel für naturnahe und standortgerechte Bestockung. Die Fichte ist nicht mehr vertreten. Das Bachtal steht daher unter Naturschutz. Unser Weg verläuft parallel zum Bachtal. 100 Meter weiter und sanft aufsteigend, geht der Bestand in den artenreichen Laub- und Nadelmischwald über. „Ein naturnaher Wald ist räumlich, nach Arten und in der Altersstruktur vielfältig gestaffelt“, erklärt Forstoberrat Eberhard Mascher, ein engagierter Hüter und Gestalter des Waldes. Artenvielfalt und Naturnähe sind seine Maxime, mit der er das mutige und weitsichtige Lebenswerk seines Vorgängers Karl Bergmann mit eigenen Akzenten fortsetzen will.
An der nächsten Kreuzung gehen wir links weiter und kommen zu einer Freifläche, die durch Windwurf auf einer Fläche von 2,5 ha mit einem Verlust von 1000 Festmeter Fichte entstanden ist. Sie bietet jetzt Aussicht und zugleich Einsicht in die junge, standortgerechte Laubholzbestockung. Angekommen bei den Sitzbänken ist Brotzeit. Dies ist ein zentraler Platz; sternenförmig verlaufen fünf Wanderwege in verschiedene Richtungen. Topographisch endet hier der sanfte Höhenaufbau des Duinger Waldes, der hier dem Hils nahtlos vorgelagert ist. Nun wird es steiler zum Hilskamm – bis 450 m (aber nicht für unsere Wanderung). Geschlossene Fichtenbestände in anfechtbarer Monokultur erstrecken sich bis zum Kamm. Aber der Umbau vollzieht sich unaufhaltsam; zielgerichtet auf beiden Seiten des Hilses bis in die Höhenlagen. Der Kamm bleibt seiner Eigenentwicklung überlassen; wer hier „Platz“ nimmt, bleibt eben da – ob Birke, Erle, Esche, Buche, Eiche, Kastanie… Dabei erweist sich der Wald als ein äußerst empfindliches Ökosystem. Fehler verzeiht er nicht, sie können zu nicht überschaubaren wirtschaftlichen und ökologischen Risiken ausarten. Mit dem neuen Waldbild entsteht auch ein neues Gefüge mit mehr Kraft und Festigkeit gegen die zunehmenden Anfechtungen der Klimaveränderungen. Die Ablösung der nicht standortgerechten Fichte ist das Ziel der Umgestaltung – ohne Pardon. Wir können Ansätze dieser Umgestaltung immer wieder deutlich erkennen. Da wird die Fichte, die dem Menschen als Nutzholz so ungeheuer wichtig war, in der neuen Umbaustrategie zum tragischen Feindbild.
Rechts von der Hütte gehen wir auf der Königsallee weiter, wieder begleitet von den schönsten Waldbildern. Es geht bergab. Im unteren Teil wird der Weg zur Eichenallee.
Das Totholz ist die Wohnung der Höhlenbrüter und bleibt unversehrt. Um den schönen Eichenwald langfristig zu sichern, wird er zwischen Königsallee und Hohenförsiek breitflächig unter Naturschutz gestellt.
Einfach und genial ist die Färbung der Laubhölzer. Absinkende Temperaturen und weniger Helligkeit signalisieren dem Baum, seine Energie zu speichern für das Überleben im Winter. So wird die Wasserversorgung über Äste und Zweige gedrosselt und schließlich ganz eingestellt. Das Blatt wird nicht mehr versorgt. Die Färbung beginnt, abgestuft nach Baumart und Standort. In dieser Phase legt der Wald sein schönstes und farbenprächtigstes Kleid an, bis der Wind das abgestoßene Herbstblatt irgendwohin auf den Waldboden trägt.
Bei der nächsten großen Kreuzung mit Sitzbank (links) verlassen wir die Königsallee und gehen rechts weiter. Bald erreichen wir die Teiche am Papenkamp, die als Lebensräume und Rückzugsgebiete für wassergebundene Arten ökologisch besonders wertvoll sind. Dort überschreiten wir die Brücke, gehen am Forsthaus Papenkamp vorbei und gelangen direkt zum Ausgangspunkt.
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