Hildesheim (jaz). Rund 70 Hildesheimer haben den Festgottesdienst in St. Michaelis im Rathaus verfolgt.Im großen Sitzungssaal kamen sie zusammen, um das Geschehen auf einer Großbild-Leinwand zu sehen.
Es hätten noch einige mehr Platz finden können im großen Sitzungssaal des Rathauses. Aber rund 70 sind gekommen, um den Festgottesdienst in Gesellschaft zu erleben. Sie wundern sich zunächst, warum um punkt 14 Uhr eine Nachrichtensendung über die Leinwand flackert. „Jetzt sollte es doch eigentlich schon losgehen“, wundert sich Gabriele Fürstenberg. Schließlich kommt eilig ein Stadt-Mitarbeiter herein und sucht den richtigen Kanal. Dann atmen die Besucher auf: Mit fünf Minuten Verspätung können sie den Gottesdienst aus der Ferne miterleben. „Gott sei Dank geht es jetzt los, Margot Käßmann spricht ja gerade“, sagt Fürstenberg. Die Hildesheimerin ist spontan ins Rathaus geeilt – in ihrer Mittagspause. „Ich habe keine Karten für den Gottesdienst bekommen und nach Hause hätte ich es zum Gucken nicht geschafft“, erzählt sie.
Auch Inge Plaumann hat in einer der Reihen Platz genommen. „Es ist viel schöner, den Gottesdienst gemeinsam mit anderen zu schauen und danach vielleicht ins Gespräch zu kommen“, sagt sie. „Ich arbeite im Jubiläumsjahr ehrenamtlich in der Michaeliskirche. Daher wollte ich nun auch den Festgottesdienst nicht verpassen.“ Gebannt schauen die rund 70 Hildesheimer auf die Leinwand, auf der eine Live-Übertragung des NDR Fernsehens gezeigt wird. Es ist still, viele haben die Hände gefaltet und ein Lächeln auf den Lippen. „Sehr bewegend und feierlich, auch aus der Ferne“, flüstert eine Frau in der letzten Reihe. Sie wischt sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Auch Gabriele Fürstenberg ist angetan. „Ich schaue oft Gottesdienste im Fernsehen, so bekommt man wenigstens einen Eindruck vom Geschehen.“ Immer wieder kommen Leute in den Saal, verharren einige Momente vor der Leinwand und verschwinden wieder.
„Es ist schon ein anderes Erlebnis und ein ganz anderes Gefühl, als wenn man direkt in der Kirche sitzen würde“, findet Inge Plaumann. „Vor allem, weil die Tonqualität hier nicht ausreicht, um Gesang und Musik richtig zu vermitteln. Aber trotzdem: Man ist dabei.“