In dieser Rubrik führe ich wöchentlich eine Art Tagebuch. Hier werden meine persönlichen Erfahrung stehen. Wie geht es mir, was habe ich  erlebt.
Ich möchte mich kurz vorstellen und meine Beweggründe für „Fit in zehn Wochen“ erklären: Ich bin eigentlich Sportler  – nur ein paar Kilo zu schwer. Ich habe in den 90er Jahren drei Ehrenurkunden erhalten – unterschrieben von den Herren von Weizäcker, Rau und Herzog. Ich habe bei den Norddeutschen-Judo-Meisterschaften gegen den Olympia-Dritten von 2012 Dimitrij Peters gekämpft. Zwar dauerte es nur sieben Sekunden, bis er mich auf die Matte geknallt hat, aber für eine Norddeutsche Bronze-Medaille hat es für mich trotzdem gereicht – 2002. Seit mittlerweile elf Jahren spiele ich American Football bei Eintracht Hildesheim Invaders in der 2. Bundesliga. Ich bin einer von diesen „Doofen“, die Kopf und Kragen für Hinter- und Nebenmann riskieren.Doch nach einer Knieverletzung im Sommer und dem Einstieg ins Berufsleben: Zehn Kilo plus! Mit dem ständigen Auf und Ab soll jetzt Schluss sein. Ich werde fit, mit Ihnen!

Kruppzeug

Tagebuch: 5. Februar 2014

Tagebuch: 5. Februar 2014

Liebe Leser, häufig erinnere ich mich dieser Tage an eine Folge aus der US-Sitcom „King of Queens“. Kirstie Alley ist auf Diät und genießt verbotenes Essen durch zuschauen. Ständig muss Hauptdarstellerin Carrie Heffernan für ihre Gelüste herhalten und Donuts in sich hineinstopfen. Alley sitzt freudestrahlend daneben. Es geht mir genauso, aber ich freue mich nicht. Überall mampfen die Kollegen Kuchen, ständig hat jemand Geburtstag. Leute, ich will das Zuckerzeug nicht!

Wie auf der Messe ABF in Hannover. Ich widerstehe Wurstständen, Crêpes lassen mich kalt. Erst beim Thai-Restaurant schlage ich zu. Hähnchen Curry mit Ananas und Reis schmeckt. Das eigentliche Highlight ist aber mein Treffen mit Medien-Schwergewicht und NDR-Ikone Michael Thürnau von der Kultsendung Bingo-Lotto. Durch unzählige Nachmittage mit Opa, Stift und Bingo-Schein vor dem Fernseher ist mir Thürnau bestens bekannt. Ein Pfundskerl. Und bei seinem beeindruckenden Körper komme ich mir wirklich schmal vor. Motivation pur.

Sonst ist alles gut. Morgens gehe ich laufen. Das Rentnerpärchen (links im Bild) habe ich locker stehen lassen. Die haben nur noch meine Rücklichter gesehen. Das schlimmste ist aber der Muskelkater. Das Krafttraining bei Nils super, aber anstrengend. Zwei Nächte lang konnte ich meinen rechten Arm nicht beugen. Aber das ist es Wert und ich glaube, dass er ganz zufrieden mit mir ist. Ansonsten war ich etwas enttäuscht, dass ich nur 200 Gramm verloren habe. Aber die Körper-Analyse-Waage bescheinigt mir verbesserte Muskel-, Fett- und Körperwasserwerte. So muss es weitergehen. Und herzlichen Dank für die mutmachenden Worte meiner neuen Trainingspartner im Elan.

Tagebuch: 13. Februar 2014

Tagebuch: 13. Februar 2014

Liebe Leser,

es läuft. Im wahrsten Sinne des Wortes. Seit zwei Wochen laufe und schwimme ich, hebe außerdem Gewichte. Noch macht mir alles Spaß, die Motivation ist in Ordnung und ein paar Gramm habe ich verloren.

Vor ein paar Tagen war ich bei Dietmar Bullach im Laufgeschäft in der Scheelenstraße und habe eine Laufanalyse gemacht: Ich proniere. Knicke leicht nach innen beim Joggen. Deshalb hat er mir ein paar ordentliche Treter verpasst. Mein oberstes Gebot, „Hauptsache sie sehen gut aus“, konnte ich selbstverständlich einhalten. Denn wie ein altes American-Football-Sprichwort besagt: „If you look good, you feel good and if you feel good, you run well.“ Die Laufanalyse können Sie im Video sehen.

Ich kann Ihnen sagen, dass mir Musik in den Ohren beim Joggen hilft. So höre ich mein Geröchel nicht, bleibe im Rhythmus und habe gute Laune. Hier eine Auswahl aus meinem MP3-Player. Vielleicht hilft Sie Ihnen auch:

Maximo Park: „Our Velocity“, Oasis „Be here now“, Good Charlotte: „The chronicals of life and death“ .

Tagebuch: 19. Februar 2014

Tagebuch: 19. Februar 2014

Liebe Leser, es ist nicht leicht, mit solchen Kollegen. Im Februar haben in der Redaktion 7 (in Worten: S-I-E-B-E-N) Redakteure Geburtstag. Das bedeutet mindestens zehn Kuchen. Es türmen sich Quarkkuchen, Käsekuchen, Erdbeertorten, Mandel-Kirsch-Schnitten, Philadelphia-Torte, Apfel-Vanillepudding... Verdammter Heißhunger, lass mich in Ruhe, lasst mich hier alle in Ruhe! Und ich will auch nicht wissen, dass der neue Bäcker auf dem Markt aus Hemmingen ein „absoluter Oberkracher“ ist. Und dieses lustvolle „Mmmmh“ und „Ooooohhh“ beim Verspeisen dieser verdammt gutaussehenden Kuchen und Zimtschnecken: „Sind die gut.“ Leute, ich will es nicht wissen. Ich will es essen, darf aber nicht ... Das ist das verdammte Problem. Wissen Sie, was ich jetzt tue? Ich gehe zum Redaktions-Kühlschrank, nehme mir meinen liebevoll zubereiteten Quark mit zuckerfreien Himbeeren und gehe an die frische Luft. Dann können sich die Kollegen in den Gängen und Büros mit dem süßen Zeug vollstopfen, ihre Zähne ramponieren und über den Super-Bäcker quatschen. Mir ist das egal. Denn ich habe Magerquark schon immer geliebt. Ein Traum, dieser Quark. Ach und so nebenbei: Minus drei Kilo, ihr Folterer.

Oben sehen Sie übrigens ein sogenanntes Low-Carb-Brot, ohne Mehl und Kohlenhydrate. Rezept gibt‘s bei uns online. No pain, no gain,

Johannes Krupp

Tagebuch, 26. Februar 2014

Tagebuch, 26. Februar 2014

just wenn Sie das lesen, löffle ich gerade eine etwas kleinere Schale Fünf-Kern-Müsli mit Naturjoghurt oder schlemme bereits im Van der Valk bei der Verabschiedung unseres Chefredakteurs Harmut Reichardt. Na gut, mein Schlemmen ist übertrieben. Wahrscheinlich stehen wieder alle um mich herum am Buffet, und packen auf den Teller, was sie wollen. Und blicken dann mit einem Lächeln auf meinen Teller, imitieren einen Hasen und denken sich: „Der Trottel isst Gemüse, wenig Fleisch und alles ohne Sauce Hollandaise.“ Habe ich „denken“ geschrieben? Ich meinte natürlich, dass sie mich lauthals Kaninchen titulieren und überschwänglich ihr Schnitzel genießen. Aber das ist Okay. Ich bin das gewohnt. Doch ich bin stärker, das perlt von mir ab wie Frittenfett.

Apropos Frittenfett. Täglich widerstehe ich den lockenden Gerüchen in der Innenstadt. Der Calzone-Stand in der Schuhstraße spricht mich schon lange nicht mehr an. Die beiden China-Buden am Anfang des Hohen Wegs – links liegen gelassen. Aber dann wird es hart. Ich begegne meiner alten Liebe. Täglich sehen wir uns, schrecklich. Wurstbasar, warum tust du mir das an? Ich vermisse deine leckeren Leberkäse-Semmeln. Der Hunger auf die Hähnchen-Brötchen mit Farmersalat, die es nur manchmal gibt, ist ungestillt. Immer wenn ich deinen herrlichen Duft in der Nase habe, dann wird es richtig schwer. Ab jetzt mache ich einen Bogen um dich, du Monster. Bye Bye Wurstbasar, wir hatten eine tolle Zeit.

Johannes Krupp

Tagebuch, 5. März 2014

Tagebuch, 5. März 2014

dieses Foto hat gar nichts mit der Serie zu tun, aber jetzt wissen Sie, wie ich meine Mittagspausen verbringe. Ich gammle leicht schwitzend im Treppenhaus herum und beobachte das nette Treiben.

Aber mal im Ernst. Ich bin nun bereits sieben Tage ohne Sport. Eine Erkältung hat mich umgehauen. Kreislauf im Keller, Tagesablauf durcheinander. Keine morgendlichen Laufrunden, keine Bahnen im Schwimmbad, kein Training mit den Invaders. Nein, aufstehen wie gewohnt, aber gleich ab ins Büro. Und nun kommt das Schlimmste: Ich muss weniger essen, noch mehr auf meine Ernährung achten als bisher. Schließlich ist mein Grundumsatz ohne Bewegung und Anstrengung deutlich geringer. Jetzt fängt das Ganze an, für mich zur Überwindung zu werden. Ich muss mich quälen. Aber ich beiß mich da durch, Gott sei Dank mit Erfolg. Ich habe die Fünf-Kilo-Grenze geknackt. 112,6 Kilo zeigte die Waage heute Morgen an. Damit bin ich eigentlich recht zufrieden. In einem Monat Programm habe ich nun etwas mehr als ein Kilo pro Woche verloren.

Jetzt geht es darum, gesund zu werden. Noch ist die Erkältung nicht ausgestanden. Und mein Fitnesszustand leidet, es juckt mir in den Fingern. Momentan läuft bei den Invaders die Vorbereitung für die Bundesliga-Saison auf Hochtouren. Noch einen Monat bis zum Trainingslager, noch sechs Wochen bis zum ersten Testspiel. Und ich muss pausieren...

Vielen Dank übrigens für die netten Worte auf der Straße: „Sie sehen im Gesicht schon so schlank aus“, hat mir eine freundliche Dame gesagt. Das baut mich auf und motiviert mich. Kommende Woche ist Halbzeit!

Johannes Krupp

Tagebuch, 12. März 2014

Tagebuch, 12. März 2014

Liebe Leser, ich bin genervt. Top Wetter und ich habe das Wochenende im Bett gelegen. Ordentlich zugedeckt. Gut, ein kurzer Spaziergang in der Sonne war drin, mehr aber nicht. Highlight meines Marsches war eine fette Wasserratte in der Innerste. Apropos Highlight: das Fernsehprogramm. Ständig Gesundheitswerbung, die mich anbrüllt „Werden Sie fit.“ Ist das der Dank für ein gesünderes Leben und mehr Bewegung? Hallo? Detlef D. Soost, du Gott der Gesundheit. Ich rede mit dir, also hör mir auch zu! Wenn du schon so groß rumprahlst und mir zu einem besseren Körper verhelfen willst, mit deinem tollen Leitspruch: „I-make-you-sexy.com.“ Dann mach dich doch mal richtig beliebt. Wie wäre es mit einem Versprechen à la „I-make-you-healthy.com“? Dann würde ich dir eine Chance geben, du nervigster Mensch der TV-Welt. Du hast mich jedenfalls zum „I-make-you-read.com“ bewegt. Bücher sind eben doch besser als dein plumpes Geschwafel. So, nun ist Schluss mit dem Schimpfen. Obwohl ich die 500 Gramm bestimmt wegen des anstrengenden Fluchens verloren habe. Es juckt mir in den Fingern, ich will loslaufen, schwimmen, gesunde Sachen essen, im Café die Sonne genießen. Aber bis es so weit ist, vertreibe ich mir die Zeit über dem heißen Topf und inhaliere Kamille, Zitrone und Melisse. Und lasse schnaubend die dunkle Seite der Macht aus mir sprechen. Es ist einfach zu verlockend mit diesem Inhalator: „Luke, ich bin dein Vater.“

Johannes Krupp

Tagebuch, 19. März 2014

Tagebuch, 19. März 2014

Liebe Leser, ich fühle mich wie die Raupe Nimmersatt. Am Montag haben wir von unseren Lesern das berühmte Kinderbuch vorlesen lassen. Den ganzen Tag lang. Was soll ich sagen, es geht im Buch nur ums Essen. Was dieses kleine Vieh alles frisst und nicht satt wird: Schokoladenkuchen, Eiswaffeln, Käse, Wurst, Früchtebrot, Würstchen, Törtchen. Danke an Frau Sundermeyer, die uns einen Sack Äpfel gebracht hat. Davon habe ich mir gleich zwei gemopst, um den Heißhunger zu stillen. Fruchtzucker ist da ein tolles Mittel. Und liebe Kaffeebar-Männer: Ich möchte den Keks nicht, der ist mir zu süß. Aber trotzdem danke!

Sonst freue ich mich wahnsinnig, dass ich endlich wieder laufen kann. Wundere mich auch, dass ich diesen Satz mal schreibe. Aber das Laufen hat mir gefehlt, während der langen und schweren Erkältung. Doch nun habe ich ein anderes Problem: Es ist schwierig, die Kondition aufzubauen, wenn ich auf dem Weg ständig Bekannte treffe. Bisher bin ich immer freundlich stehen geblieben. Aber künftig werde ich mit Tunnelblick einfach vorbeilaufen. Ein kleiner Jogger-Gruß muss reichen, nicht böse sein, Leute. Wobei, ich könnte so ein lustiges Facebook-Nominierungs-Spiel daraus machen. Jeder, der mich auf einen Plausch anhält, schuldet mir einen Salat. Also nominiere ich rückwirkend für meinen Montagslauf meinen Kollegen Hajo Wünsche, Björn Thies, Sascha Duvendak und Sebastian Klinkers. Und von der Parcours-Runde Golden Retriever Kalle. Ein Knochen tuts aber auch, Kumpel. Vielleicht so ein Zahnputz-Ding. Soll ja gesund sein.