
Was macht es denn nun aus, das klassische Freibad-Gefühl? Dieser unwiderstehliche Pommes-und-Chlor-Geruch? Die Grashalme von der Liegewiese? Oder doch die Dauerbeschallung aus hunderten von Kinderkehlen? Der Autor dieser Zeilen wollte dem Rätsel kürzlich, mit zwei kleinen Neffen ausgestattet, im gründlich sanierten und aufgepeppten Peiner Freibad auf den Grund gehen – und verguckte sich prompt in den Rutschenturm.
Denn genau damit brüsten sie sich, die Peiner: Satte 150 Meter lang geht in der großen Rutsche alles nur noch bergab. Die "längste freistehende Rutsche Deutschlands" bietet grenzenlosen Spaß beim in die Tiefe-Sausen, obwohl ungelenkigen Erwachsenen in der wilden Schussfahrt durch all die Kurven und Kreisel gelegentlich mal die Orientierung abhanden kommen kann – oder rutscht man tatsächlich mal mit dem Kopf, und dann wieder mit den Füßen voran gen Auffangbecken? Gemein: Wer unten in den Bottich plumpst, kann ablesen, wie viele Sekunden die Tour gedauert hat. Auch hier hat der Autor im Kampf gegen die Uhr mal wieder gnadenlos versagt und 25 Sekunden gebraucht. Abgehängt von den kleinen Neffen, und auch die Pubertäts-Knirpse nebenan waren eindeutig schneller.
Jetzt noch was Wichtiges: Wer sich schnell gruselt, sollte von der geschlossenen Turbo-Rutsche (ab zehn Jahre, Start ebenfalls auf dem Turm) die Finger lassen. Die Erfahrung ähnelt freiem Fall, Kribbelfaktor natürlich extrem hoch. Die Eingeweide danach: in Unordnung.
Wer's beschaulicher mag, findet am Nichtschwimmerbecken die obligatorische Breitrutsche, im Becken gibt es zudem Bodensprudler, Wasserkanone, einen Wasserkanal mit Whirlpool und Schwalldusche. Für die ganz kleinen übrigens ein Piratenschiff mit Sprudelbecken, Mini-Rutsche und Wasserkanone. In der "Schatzinsel" haben die Peiner kostenlose Kinderbetreuung mit Spielangeboten und Kuschelecke im Programm. Die Eltern können es sich derweil im Biergarten oder auf der großen Liegewiese gemütlich machen. Natürlich nur, wenn sie von der Rutsche lassen können…
Familie: Schwimmen, rutschen, planschen oder einfach nur faulenzen
und lesen: Im geräumigen Erlebnisbad Peine kommt die Familie auf
ihre Kosten.
Zeit: Wer schrumpelige Haut nicht scheut, kann sich den ganzen Tag im
Freibad vergnügen. Durch die Vielfalt der Angebote wird's auch nicht
langweilig. Geöffnet täglich von 6 bis 20 Uhr.
Preise: Eine Familien-Tageskarte für zwei Erwachsene und drei Kinder
kostet 11 Euro. Tageskarten kosten 6 (Erwachsene) und 3,50 Euro (Kinder),
Kurzzeitticket (120 Minuten) für Erwachsene 3, für Kinder bis 16 Jahre 2
Euro. Verpflegung im Bistro (Beispiel): Pommes 2 Euro, Currywurst Pommes
3,80 Euro, Sommersalat 2,80 Euro, Cola (0,3) 1,60 Euro, Wasser (0,3) 1,20
Euro.
Anfahrt: Von Hildesheim über die B 494 nach Peine, Schnellstraße an der
Abfahrt Horst verlassen, rechts abbiegen, nach wenigen hundert Metern
ist das Ziel erreicht: der Neustadtmühlendamm. Fahrzeit: 30 Minuten.
Wetterfaktor: Hier erübrigt sich jeder Kommentar – wann ist Freibadwetter,
wenn nicht jetzt? Wenn's mal kühler ist: die Wassertemperatur liegt
konstant bei 26 Grad.
Extra: Das größte Extra ist das Rutschenparadies mit der längsten frei-
stehenden Wasserrutsche und der Turborutsche: Wer da noch lange
bremst, hat schon verloren.
Waren Sie auch schon einmal hier? Wie hat Ihnen der Ausflug gefallen?
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