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Hildesheim (ha). Schon in aller Frühe pflügte sich gestern Morgen im Stichkanal der Eisbrecher durch einen mehrere Zentimeter dicken Eispanzer, der sich seit Tagen bedrohlich über die Bundeswasserstraße legt. Entgegen der Befürchtung der Hafenbetriebsgesellschaft in der vergangenen Woche, dass der Verkehr in dieser Woche ganz zum Erliegen kommen könnte, ist der Wasserweg zum Hildesheimer Hafen bislang noch frei. Der arbeitsfreie Sonntag ohne Schiffsbewegung hat die Eisschicht nicht mehr weiter in die Höhe wachsen lassen.<br />„Wir erwarten im Laufe des Tages zwei Schiffe“, zeigte sich Hafenbetriebsleiter Gerhard Stubinitzky zuversichtlich. Aus Amsterdam soll eine Ladung Magnesit eintreffen, das andere Schiff wird leer einlaufen und soll dann Schrott aufnehmen, der derzeit im Hafen gelagert ist. Bleiben die Temperaturen im einstelligen Minusbereich, droht den Binnenschiffern wohl keine Gefahr: „Wir haben Glück, dass es vorher so viel geschneit hat. Der Schnee isoliert nämlich, so dass die Eisschicht nicht noch dicker wird.“ Derzeit messe sie knapp zehn Zentimeter, bei bis zu 15 Zentimetern Dicke könnten die Brecher der Gefahr noch Herr werden. Die Achillesferse des Hafens ist allerdings nicht der Kanal selbst, sondern die Schleuse in Bolzum, die die Verbindung zwischen Stichkanal und Mittellandkanal herstellt. Bei jedem Öffnung und Schließen schiebt die Tore die gebrochenen Eisplatten übereinander. Frieren die zusammen, lassen sie sich irgend wann nicht mehr öffnen, ohne dass die Gefahr besteht, dass sie dabei beschädigt werden. Schlimmer sehe die Lage weiter östlich aus: An Spree und Havel sei die Schifffahrt inzwischen komplett eingestellt worden, der Elbe-Lübeck-Kanal, der die Elbe mit der Ostsee verbindet, sei geschlossen worden und auch der Elbe- Seitenkanal zwischen dem Mittellandkanal bei Edesbüttel, westlich von Wolfsburg, und der Elbe bei Artlenburg sei zugefroren. Eisbrecher versuchten, ihn im Laufe des Tages frei zu bekommen. Die Wetterdienste haben für die kommenden Tage weiterhin Minustemperaturen vorausgesagt. Stubinitzky geht deshalb davon aus, dass die Binnenschifffahrt auf den ostdeutschen Wasserstraßen noch für längere Zeit nicht möglich ist.<br />(Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 12. Januar 2010)