
Die Heersumer Sommerspiele sind nach Stücken wie "Der SymPate" und "Die Runkelritter" bis weit über die Grenzen der Region bekannt. Mehr als 100 Laienschauspieler beteiligen sich regelmäßig bei den Theaterspektakeln.
Bild: 2001 Proben zu Bördiana Jones
2011 werden in Heersum die Segel gesetzt: "Piraten! oder Der zerbrochene Bug" heißt das Stück. Darin stolpern Johnny Blöd und Hein Depp von einem Abenteuer ins nächste. Marodierende Putzfrauen ziehen im Auftrag der Musikmafia mit ihren Staubsaugern in den Kampf. Herrenlose Musikinstrumente irren verwirrt durch Flussauen, und Ratten machen sich auf die Suche nach dem sinkenden Schiff. Und der Oberhalunke Ralph Segel ist Musikproduzent und hat es nicht auf Gold, sondern die Songs der Konkurrenz abgesehen.
Die Idee für ein „Strandstück“, wie es Marion Schorrlepp vom Forum Heersum nennt, ist schon vor einem halben Jahrzehnt am Astenbecker Teich entstanden. Dort spielte damals die Mafia-Saga „Bulls“, eigentlich sollte es im folgenden Jahr mit einer Piratenstory weitergehen. „Aber dann sind die Heersumer quasi alle zu Italienern geworden“, berichtet Mitorganisator Jürgen Zinke. Zum ersten und einzigen Mal musste eine Fortsetzung her, die Piraten gerieten in Vergessenheit - um 2011 urplötzlich wieder an der Oberfläche aufzutauchen.
Das Bühnenbild stammt von Thomas Rump, Elena Neuthinger ist für die Kostüme verantwortlich, die Geschichte haben Carsten Schneider und das Storyteam des Forums Heersum erfunden. Die musikalischen Beiträge werden von Jochen Hesch und Tilman Finckh vom Haken gelassen. In den Hauptrollen spielen Arnd Heuwinkel, Antonia Tittel, Oliver Dressel, Florian Brandhorst, Marion Schorlepp und Michael Wenzlaff.
Die rund vierstündigen Vorstellungen (inklusive Pause) sind am 18., 19., 25. und 26. Juni, am 2. und 3. Juli, am 20., 21., 27. und 28. August sowie am 3. und 4. September. Die Vorstellungen beginnen sonnabends um 15 Uhr und sonntags um 10 Uhr.
Tickets gibt es an folgenden Vorverkaufsstellen:
Gott hat ein Problem. Ihm fehlt das Licht. Das hat er zwar eigentlich am ersten Tag der Schöpfung „erfunden“. Aber in Heersum ist eben alles anders. ...weiter
„Bei fünf Windstärken pustet es uns da oben alles weg. Angesagt sind vier …“ Uli Jäckles Augen wandern besorgt zum Himmel, der mit dunklen Wolken bezogen ist, die im Pulk eilends weiterziehen. ...weiter
Nie wieder Pickel, nie wieder Runzeln, Falten, braune Stellen. Da kann selbst junges Gemüse schwach werden. Immerhin verspricht ihnen Schleimi ein Luxus-Gewächshaus. ...weiter
Statt das Rezept für den ultimativen Pizzaboden, suchen die Heersumer Sommerspiele diesmal eine Runkelrübe, deren Saft so herrlich schöne Haare macht, dass Rapunzel sich im Grab umdrehen würde. ...weiter
Einmal Italien, pullern, und zurück. So muss Urlaub sein. Zumindest, wenn sich die Familie mit dem Pappa-Mobil auf in Richtung Stiefel macht. ...weiter
Lallend erledigen die Gottesmänner und -frauen mitten in der sizilianischen Innerste-Steppe die Geldwäsche: graue Geldsäcke rein in die Waschmaschine, blütenweiß kommen sie wieder raus. ...weiter
„Berge zu verkaufen. Große Berge, kleine Berge, Zauberberge, Ottberge.“ Der großsprecherische Gipfelverkäufer kommt gerade recht. Denn oh Graus, der Wöhlmann, der 5000er unter den Börde-Berger, ist verschwunden. ...weiter
Land unter an der Innerste. Skrupellose Bösewichte treiben ihr Unwesen. Sie haben die Ebene geflutet. Heersum in „Meersum“ verwandelt. ...weiter
Hoch das Gewehr, angelegt und - „Peng“ kommt es etwas zaghaft aus den Reihen der Konföderierten-Münder. Aber die Wirkung ist umwerfend – im wahrsten Sinne des Wortes. Die blau gewandeten Nordstaatler fallen wie die Kegel. ...weiter
Das Böse hat einen Namen. Es heißt Gallemann und sieht auch so aus. Der Oberfiesling trägt eine grüne Uniform, ist bleich, unrasiert und schießt mit seinem Ballermann so ziemlich alles über den Haufen, was ihm in die Quere kommt. ...weiter
Die Fotoredaktion der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung begleitet die Sommerspiele regelmäßig von den ersten Proben bis zur Premiere.

2009: "Heinde Park" Proben • Premiere

2007: "Runkelritter"
HAZ-Sonderseite zum 20-jährigen Bestehen ...weiter
Es war im Jahr 1990, als eine Handvoll Kulturpädagogen den Verein "Forum für Kunst und Kultur" gründeten. Drei Jahre lang diente die Heersumer Dorfkneipe "Holle extra 3" als Ort für kulturelle Veranstaltungen.
1993 war dann auch (nach der Landrundfahrt "Schöne Aussichten" 1991) das Startjahr für die großen soziokulturellen Projekt. "Rache für Rose", die Liebesgeschichte um ein Schwein, ist unvergessen.
Teilweise zwei Mal im Jahr stellte das Forum Projekte auf die Beine (zum Beispiel 1996 "Rübe Null", 1998 "Hakelmann!"), in denen Bewohner der Region mitspielen konnten.
Mit "Aste Rix in Astenbeck" avancierten die Theaterspektakel im Jahr 2000 zu Mammutunternehmen, in denen von Jahr zu Jahr Geschichte, Ausstattung und Darstellermenge immer aufwändigere Formen annahmen. Die Regie liegt seit 1996 in den Händen von Uli Jäckle.