
(nec). Rund die Hälfte des Energieverbrauchs wird in einem durchschnittlichen Haushalt für die Heizung fällig. Kein Wunder, dass die aktuelle Preisentwicklung beim Öl und Gas den meisten Deutschen Sorge macht. Dabei gibt es eine Menge, was Verbraucher tun können – auch wenn es schwer fällt, bei der Vielzahl der technisch hochkomplexen Anlagen und verschiedenen Energieträger den Überblick zu behalten.
Wartung lohnt sich
Der richtige Zeitpunkt, das Haus oder die Wohnung "winterfest" zu machen, ist genau jetzt – zum Beginn der winterlichen Heizperiode. Eine regelmäßige Wartung der Heizungsanlage kann sich lohnen, weil schlecht aufeinander abgestimmte Systeme und falsch eingestellte Kessel bares Geld verheizen. Selbst relativ neue Anlagen sollten vom Fachmann regelmäßig nachjustiert werden. Aufschluss über die Schwachstellen im Heizsystem gibt ein Heizungscheck durch eine Wartungsfirma. Er kostet in der Regel rund 100 Euro und der Kunde erhält ein Protokoll, aus dem hervorgeht, wo nachgebessert werden sollte. Eine normale Wartung, zu der die Einstellung der Vorlauf- und Kesseltemperatur, die Reinigung von Kessel, Brenner und Heizkörpern, das Entlüften der Heizkörper und die Erneuerung von Verschleißteilen gehört, kostet je nach Anlage und Anbieter 90 bis 150 Euro. Hausbesitzer sollten darauf achten, dass bei der Rechnung die Lohnkosten extra ausgewiesen werden: Dann können sie von der Steuer abgesetzt werden. Hilfreich kann auch ein so genannter hydraulischer Abgleich sein: Er ist besonders dann zu empfehlen, wenn nicht alle Heizkörper warm werden, obwohl sie aufgedreht sind und die Heizung rauscht oder Geräusche macht. Häufig ist hier die Pumpe viel zu hoch eingestellt. Mit diesem Kniff hat man früher dafür gesorgt, das auch entfernt liegende Heizkörper noch mit ausreichend Warmwasser versorgt werden. Allerdings wird so auch der Energieverbrauch massiv in die Höhe getrieben. Heute werden im Rohrnetz gleiche Widerstände für alle Heizkörper erzeugt – so können alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden, ohne das die Pumpe auf Hochtouren läuft.
Neue Anlagen rechnen sich schnell
Früher oder später stehen die meisten Haushalte allerdings vor dem Problem, ihre Heizungsanlage modernisieren zu müssen. 24 Jahre haben die meisten Deutschen ihren Heizkessel im Schnitt in Betrieb, rechnet die Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft (VdZ) vor. Experten gehen davon aus, dass ein 15 bis 20 Jahre alter Heizkessel einen Wirkungsgrad von gerade einmal 65 Prozent haben. Das heißt: 45 Prozent der eingesetzten Energie verpufft völlig wirkungslos. Moderne Niedertemperaturkessel oder sogar Niedertemperatur-Brennwertkessel haben dagegen einen Nutzungsgrad von 95 bis 105 Prozent. Sie arbeiten von vornherein mit einer niedrigeren Kesseltemperatur und sondern weniger Wärme an ihre Umgebung ab. Vollautomatische Regelungen sorgen zudem dafür, dass die Leistung der Umgebungstemperatur und dem Nutzungsverhalten der Hausbewohner angepasst werden kann und so nie mehr geheizt wird als notwendig. Die hierdurch erzielten Einsparungen kÖnnen bei einem Einfamilienhaus schnell mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen. Je weiter die Gas- und Ölpreise steigen, desto schneller lohnt sich da Investition in einen neuen Kessel.
Alternativen werden gefördert
Angesichts der steigenden Preise beginnen allerdings auch immer mehr Verbraucher, sich nach alternativen Energieträgern umzuschauen. Solarkollektoren, Wärmepumpen und Pelletheizungen liegen im Trend. Vor allem bei Neubauten kann es sich lohnen, hier auch noch einen zweiten oder dritten Blick zu riskieren. Zwar sind die Anlagen in der Anschaffung durchweg ungefähr doppelt so teuer wie konventionelle Systeme. Doch eine Reihe von Förderprogrammen soll helfen: So wird es ab 2009 ein neues Förderprogramm des Bundes für erneuerbare Energien geben, das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) abgewickelt wird. Die KfW-Förderbank vergibt zinsverbilligte Kredite für energiesparende Heizungsmodernisierungen.
In jedem Fall gilt: Es lohnt sich, sich gründlich zu informieren und beraten zu lassen. Eine unabhängige erste Beratung gibt es zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen oder auch den Energieversorgern. Die Verbraucherzentrale hilft auch, wenn es darum geht, gezieltere und besser vergleichbare Angebote bei Heizungsinstallateuren einzuholen, in dem sie zum Beispiel Formbriefe bereithält. Für größere Investitionsvorhaben im Bereich alternative Energien kann es sich auch lohnen, ein entsprechend spezialisiertes Ingenieurbüro zu beauftragen.