(ph) Bei „Jugend forscht“ gibt es immer wieder Erfindungen, die Menschen mit Behinderungen den Alltag erleichtern. Die christliche Hilfsorganisation Christoffel-Blindenmission hat sich vor einigen Jahren entschlossen, solche Entwicklungen mit Sonderpreisen auf Landes- und Bundesebene zu fördern. In Niedersachsen bekommt im Jahr 2009 der Hildesheimer Scharnhorstschüler Dirk Göttsche den Preis. Der 18-Jährige, der seit langem nicht nur bei „Jugend forscht“ aktiv ist, sondern auch bei der Physikolympiade und im Bundeswettbewerb Mathematik, hat eine Computermaus vorgestellt, die der Benutzer nur mit Hilfe seiner Augen steuern kann. Ein simples Bildbearbeitungsprogramm erfasst die Pupille und ihre Farbe und sichert sie. Nun kann zum Beispiel ein Querschnittgelähmter die Maus mit seinen Augen über den Bildschirm steuern, kann auch Texte schreiben und mit einem Schließen der Augen einen Mausklick erzeugen.
Bemerkenswert daran, so Jessica Otto von der Blindenmission: „Das ganze Projekt ist sehr preiswert, weil Standard-Zubehör verwendet wird“ - Dirks einzige Investition in sein Projekt: Viel Grips und eine kleine Webcam für 20 Euro. Die hat er an einer Halterung an seiner Mütze so angebracht, dass sie direkt sein Auge erfasst. Der Grips war nötig, um ein paar kleinere Probleme zu meistern. So muss zum Beispiel das Bild der Kamera gespiegelt werden, damit eine Augenbewegung nach links tatsächlich auch den Mauszeiger nach links wandern lässt. Zudem gibt es immer wieder Schattierungen durch Lichteinfall oder wechselnde Lichtfarben bei Tageslicht. Göttsche hat die Toleranz des Bildbearbeitungsprogramms für Farbschwankungen einfach erhöht - und schon folgt die Maus wieder ganz brav der Pupille. Die Vertreterin der Blindenmission hat das ausprobiert und war begeistert: „Den Umgang mit diesem Programm kann man ganz schnell lernen.“