(ph) Nina Tebel, Auszubildende bei der Sparkasse Hildesheim, hat eine Blinkerabschalt-Erinnerung für Motorräder mitentwickelt. Die Idee dazu entstand 2003 in einem Café in Lüchow. Damals saß die Schülerin mit ihren Freunden Christian Schmedt und Hauke Günther beisammen. Die beiden Jungen mussten einen Riesenschreck verdauen. Mit einem Motorroller waren sie unterwegs, wurden von einem abbiegenden Autofahrer fast gerammt. „Aber ihr habt doch links geblinkt“, hatte sich der Fahrer entschuldigt. Tatsächlich: Der Rollerfahrer hatte vergessen, den Blinker abzuschalten. Die drei Schüler bastelten und werkelten zwei Jahre, dann stellten sie die technische Lösung vor: Ein Warngerät, das den Motorradfahrer darauf aufmerksam macht, dass er vergessen hat, den Blinker abzuschalten.
„Es ist eine Schaltung, die das Ausscheren und Wiedereinscheren sowie die Steigerung der Motordrehzahl danach registriert.“ Nina Trebel kann das technische Gerät, getestet in zahlreichen Probefahrten und derzeit im Dauereinsatz am Motorroller ihres Lehrers Peter Fricke, genau erklären. Dabei ist die 20-Jährige modisch geschminkt und trägt einen eleganten Hosenanzug: Aus der Abiturientin des Lüchower Gymnasiums ist nämlich inzwischen ein „Trainee“ geworden, so heißen in der Sparkasse die Teilnehmer des dualen Studiums. Dieser Weg war für Nina Tebel von Anfang an vorgezeichnet. „Ich wollte beruflich immer etwas in Richtung Bank und Finanzen machen“, sagt sie.
Das Tüfteln und die Wissenschaft, sagt die junge Frau, die beste Noten auch in Physik hatte, das war von Anfang an nur ein Hobby.
Das sie aber weit gebracht hat: Landessieg bei "Jugend forscht" und fünfter Platz im Arbeitsbereich Arbeitswelt auf Bundesebene, dazu ein eingetragenes Gebrauchsmuster und vielleicht sogar die Vermarktung? Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff lud die erfolgreiche Landestochter zum Spargelessen ein und platzierte sie ganz bewusst an einem Tisch mit zwei erfolgreichen Unternehmern aus der Auto-Zulieferindustrie. „Da können Sie erfahren, was man aus guten Ideen machen kann,“ munterte Wulff die Jungforscher auf, die wiederum Kontakte zu einem namhaften Motorradhersteller knüpften.
Womöglich hat die Erfindung der Neu-Hildesheimerin sogar Chancen auf dem Markt. Denn viele Motorradfahrer empfinden das durchdringende Piepen, mit dem manche Modelle bisher das Blinken signalisieren, als nervig. Nina Tebels Warngerät piept nur, wenn es wirklich nötig ist.