
Kunstkalender zeigt märchenhafte Motive / Erlös kommt dem Tierschutzverein zugute
(hüb). Es war einmal eine Fotografin, die hieß Benita Heldmann. Sie hatte ein großes Herz für Tiere und fragte sich, wie sie den ausgesetzten und notleidenden Hunden und Katzen in Hildesheim und auch im fernen Lettland helfen könnte. Da kam ihr eines Tages die Idee, einen märchenhaften Kunstkalender zu entwerfen. Den Erlös wollte sie spenden.
Gesagt, getan: Im Beisein von Oberbürgermeister Kurt Machens stellten Benita Heldmann, Axel Vieth vom Tierschutzverein und Thomas Quensen, Geschäftsführer von Quensen-Druck, gestern im Rathaus das Werk vor.
In zwölf Szenen wird unter anderem aus Hip-Hop-Weltmeisterin Tessa Achtermann ein zerbrechliches Schneeweißchen mit einem bärigen Begleiter, aus Gesangslehrerin Julia Schönleiter ein stolzer Feuervogel und Musiker Stefan Wurz schlüpft in die Rolle des berüchtigten Rattenfänger von Hameln mit seinem pelzigen Nager-Gefolge im Schlepptau. Auch die anderen Motive können sich sehen lassen.
„Der Kalender soll ein Dankeschön für alle Spender sein, die mindestens 15 Euro für die Arbeit des Tierschutzes geben“, sagt Vieth. 1500 Stück hat die Firma Quensen davon bereits gedruckt, und zwar kostenlos. „Sowas hat es noch nie gegeben, das muss doch gefördert werden“, findet Sponsor Quensen. Üblicherweise zeigten Kalender, deren Erlös für den Tierschutz gedacht sind, herumtollende Hunde, spielende Kätzchen oder wuschelige Meerschweinchen. Von dem Klischee hat sich Heldmann jedoch bewusst lösen wollen. Zwar spielten Tiere nach wie vor eine wichtige Rolle in dem Kalender, allerdings phantastisch inszeniert, zusammen mit menschlichen Models und mit Bezug zu bekannten Märchen und Sagen. Bei sowas ist Heldmann in ihrem Element. Die 44-Jährige mag es bunt und fabelhaft. „Und wenn es mir damit dann noch gelingt, Menschen für das Thema Tierschutz zu sensibilisieren, wäre das genial.“
Etwa fünf Monate hat es vom ersten Foto-Shooting bis zum endgültigen Druck gedauert. Als „aufwendig“ beschreibt Heldmann die Entstehungsgeschichte. Stundenlang mussten die Fotomodelle von Visagisten frisiert, geschminkt und dekoriert werden, bis sie vor die Kamera treten konnten. Die Bilder mit den menschlichen Motiven mussten anschließend am Computer retuschiert und per Montage mit Fotos aus Flora und Fauna verknüpft werden. Zeitfressende Arbeiten für Fotografin, Models und Visagisten, die alle unentgeltlich ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten.
„Das ist mal was Neues“, sagt auch Oberbürgermeister Machens anerkennend. Der Tierschutzverein kümmere sich engagiert um die Tiere und nehme damit eine wichtige Aufgabe für die Stadt wahr. Das Stadtoberhaupt will daher helfen, das Projekt noch bekannter zu machen. Von den Spenden soll auch ein Tierfreund aus Lettland profitieren: Viktor Savoschenko aus Daugapils betreut herrenlose Hunde und Katzen, die sonst von den Behörden getötet würden.
http://www.tierheim-hildesheim.de/
(Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 11. August 2011)
Den Kalender „Märchenhafter Wildwechsel“ gibt es ab dem 15. August beim Tierheim Hildesheim, Mastbergstraße 11, und bei Benita Heldmann, Sebastian-Bach-Straße 12, an den Tagen des offenen Ateliers am kommenden Wochenende, 13./14. August. Nähere Informationen gibt es noch auf der Homepage www.tierheim-hildesheim.de

Der September im Kunstkalender von Fotografin Benita Heldmann: der Hildesheimer Komponist und Musiker Stefan Wurz als Rattenfänger von Hameln. Bild: Benita Heldmann