
Hier finden Sie eine Auswahl der E-Mails mit Kommentaren zu aktuellen Themen der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung, die uns über die E-Mail-Adresse postkasten(at)hildesheimer-allgemeine.de erreicht haben. Leserbriefe bleiben jeweils 8 Wochen online.
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„Eine Weinkönigin muss in erster Linie charmant sein“
Was wäre das Hildesheimer Weinfest ohne Weinkönigin? Diese Jahr gebührt der 25-jährigen Sarah Trittel die Ehre. Nur wie wird man eigentlich Majestät der edlen Rebensäfte, was muss eine Hoheit mitbringen? Alfred Diedrich, Vorsitzender des Hildesheimer Weinkonvents, gibt die Antworten. .. (Auszug Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2013)
Heidemarie Zentgraf (Hildesheim): Ich war doch sehr erschrocken, als ich am letzten Mittwoch Ihr Interview mit Alfred Dietrich über die Rolle der Weinkönigin in Hildesheim las. "Sie muss charmant und hübsch und unter 30 sein" - das sind seine Anforderungen an diese "Königin". Leben wir denn im letzten Jahrhundert? Sind Frauen über 30 nicht auch charmant und ansehnlich und können eine Stadt repräsentieren? Und warum betont Herr Dietrich diese "Minimalanforderung" in jedem Artikel zum Weinfest? Das empfinde ich als diskriminierend für alle Frauen, die älter sind und vielleicht sogar Ahnung vom Wein haben und mehr verlangen als "lieblichen Wein" wie unsere neue "Königin". Auch wenn sie mit den Beinen mitten im Leben steht, hat sie wohl auch noch andere Qualitäten, mit denen sie Herrn Dietrich überzeugt hat, sie zur Königin vorzuschlagen. Vielleicht sollten die Zeitung und Herr Dietrich mal darüber nachdenken, welches Frauenbild sie in der Öffentlichkeit verbreiten wollen. Ich jedenfalls empfinde diese Art von Werbung für das Weinfest als peinlich und bin erstaunt, dass eine Frau diese Antworten hingenommen und dann auch so veröffentlicht hat.
Leserbrief zum Thema: Tempolimit in der Michaelisstraße
Peter Bodensieck (Hildesheim): "Tempo 30" - Ich frage mich, ob schon ein mehrspuriger Ausbau der Autobahn Michaelisstraße in Planung ist?
Außerdem möchte ich gerne wissen, warum dieses Verkehrsschild mit der Zahl 30 in der Michaelisstraße aufgestellt wurde. Als Anwohner habe ich bis jetzt noch keinen Autofahrer gesehen der hier vorschriftsmäßig fährt. Aber vielleicht muss erst wieder das berühmte Kind in den Brunnen fallen. Allzeit gute Fahrt.
Saturn macht den Blick in die Innenstadt frei
Das zähe Ringen um die schwarzen Schilder in den Eingangsbereichen der Arneken Galerie hat ein positives Ende gefunden
Hildesheim (tem). Mit der lichtdurchfluteten Arneken Galerie ist den Planern nach Meinung vieler Besucher architektonisch ein großer Wurf gelungen. Um so mehr stören sich viele an den massiven Saturn-Werbeschildern auf der Glasfläche beim Blick ins Zentrum. Damit ist seit gestern Schluss. Monteure haben die schwarzen Schilder durch Einzelbuchstaben ersetzt und die Werbung versetzt. ..(Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 12. April 2013)
Christiane Landgraf (Hildesheim): Heute habe ich nun in der HAZ gelesen das die Werbeschilder für Saturn geändert wurden. Ich hatte damals auch die entsprechenden Kommentare dazu in der Zeitung gelesen. Meiner Meinung nach stellte diese Werbung absolut keine Beeinträchtigung dar. Ich frage mich allen ernstes wollen die Leute einen Aussichtsturm oder eine Einkaufsstätte? Wer nun einen schönen Ausbilck von der Galerie aus haben möchte, der kann doch oben auf das Dach gehen und von dort alles bestens überblicken. Bunte Werbung belebte das Stadtbild, das bei uns immer trister wird.
Dicht an der Schmerzgrenze
Facharzt-Termin: Lühnder Patientin trotz Beschwerden mehrmals abgewiesen / Grund: Budget voll
Lühnde (rek). Die Schmerzen werden immer schlimmer. Irgendwann kann sich die 66-Jährige kaum noch auf den Beinen halten. „Wirklich ein Notfall – ich brauche unbedingt einen Arzt“, sagt die Lühnderin. Ihre Bandscheibenbeschwerden werden immer schlimmer. Lange kann sie das nicht mehr aushalten. Ihr Ehemann ruft umgehend bei mehreren Orthopädie-Praxen in Hildesheim an. Nichts zu machen. „Tut uns leid, unser Kontingent für Kassenpatienten ist leider erschöpft“, lautet jedes Mal die Antwort der Arzthelferin. ..(Auszug Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 22. März 2013)
Familie Lüer (Hildesheim): Die Ereignisse der Schmerzpatientin aus Lühnde sprechen einmal mehr für sich. Mir ist es vor einem Jahr ähnlich ergangen, und Herr Anderten irrt, wenn er glaubt, dass seine Berufskollegen Notfallpatienten, die direkt in die Praxis gehen, nicht abweisen würden. Als ich mit akuten Thoraxschmerzen, die nach einem Sturz auftraten, in einer Hildesheimer Orthopädiepraxis nach Behandlung ersuchte, wurde ich zunächst einmal sehr unfreundlich und herablassend darüber belehrt, dass ich keinen Termin hätte und außerdem auch der Osterurlaub anstünde und ich deshalb nicht bleiben könnte. Auch nach eindringlichem Bitten um eine Behandlung auch mit Inkaufnahme langer Wartezeit, war nichts zu machen, ich wurde weggeschickt. Ich musste also in die Notaufnahme des Klinikums fahren, in der eine Rippenprellung und eine Rippenfraktur diagnostiziert wurde. Ich denke, das begründet eine Notfallbehandlung.
Ich bin selbst seit 30 Jahren Arzthelferin, und ich verstehe auch sehr gut, dass ein Arzt durch die Budgetierung am Ende des Quartals nicht mit Verlust arbeiten will, aber ein Arzt arbeitet nicht mit Kartoffeln oder Schuhen, sondern mit Menschen. Und einen Notfall kann man in der Regel nicht terminieren.
Kein Taxi für krankes Kleinkind
Hamburgerin muss mit ihrem Sohn nachts ins BK / Polizeistreife springt ein
Hildesheim (cha). Eine Hamburgerin erhebt schwere Vorwürfe gegen die hiesigen Taxi-Unternehmen und das Bernward-Krankenhaus. Die junge Mutter wollte in der Nacht zum Sonnabend mit ihrem elf Monate alten Sohn in das Krankenhaus. Der Junge hatte hohes Fieber, Mutter und Oma, bei der sie in Neuhof zu Gast waren, machten sich große Sorgen. Doch alle angerufenen Taxi-Unternehmen lehnten eine Beförderung ab, weil sie keine speziellen Sitzschalen in den Fahrzeugen hätten. Die Frau musste schließlich einen Rettungswagen rufen. ..(Auszug Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 18. März 2013)
Carolin Wussmann-Kunz (Augsburg): Als junge Mutter mit Großeltern in Hildesheim lese ich Ihren Artikel über die Odyssee des kleinen Säuglings mit großem Schrecken. Was ist das denn für eine Stadt, in der so wenig Rücksicht auf die jüngsten der Gesellschaft genommen wird? Ich habe selbst lang in Hildesheim gelebt und kann nicht glauben, dass die Beförderung eines Säuglings anscheinend gängigen Vorschriften widerspricht. Wo bleibt denn da die Menschlichkeit und christliche Nächstenliebe des St. Bernward-Krankenhauses? Sollen alle jungen Eltern, die mit dem Zug nach Hildesheim reisen, nun immer prophylaktisch einen schweren Kinderautositz dabei haben? Wer einmal mit kleinen Kindern reist, weiß, wie viel Gepäck man ohnehin hat. Ich bin sprachlos.
Vivien Hoffmann (Hamburg): Das Fazit von Kristina K., dass Hildesheim sich hier recht provinziell und wenig kinderfreundlich gezeigt hat, kann ich nach Lesen des in Ihrer Zeitung veröffentlichten Artikels "kein Taxi für krankes Kleinkind" vom 8.März 2013 nur allzu gut verstehen.
Ich komme ebenfalls ursprünglich aus Hildesheim und lebe mit meiner Familie (ich habe eine kleine Tochter, die auch auf einen Babysitz angewiesen ist) auch in Hamburg. Hier ist es kein Problem, ein Taxi mit Babyschale zu bestellen. Natürlich kann nicht verlangt werden, dass jedes Taxi mit einem alteradäquaten Sitz für Kleinkinder ausgerüstet ist. Aber ist es in Hildesheim nicht möglich, dass ein oder zwei Babysitze in der Taxizentrale für den Fall der Fälle auf ihren Einsatz warten?
So riesig ist die Stadt doch nicht und Eltern warten sicherlich auch gern etwas länger auf einen Wagen oder zahlen einen geringen Aufpreis für die Tour.
Ich muss sagen, ich bin immer noch richtig schockiert darüber, dass eine Stadt wie Hildesheim sich so kinderunfreundlich präsentiert.
Dr. med. Ralf Hunze (Hildesheim): Nun hat es auch das BK getroffen, nachdem in den letzten Monaten Negativschlagzeilen auf das Klinikum Hildesheim prasselten. Aber der Reihe nach: Dass ein Taxi nicht permanent eine Sitzschale mitführt ist evtl. nachvollziehbar. Anscheinend hat aber die Polizei -dein Freund und Helfer- vorgesorgt. Für die Zukunft wissen wir (insbesondere die Taxifahrer) also, wo man vorbeifahren könnte und sich den Sitz ausleiht. Noch besser wäre es, wenn die Taxizentrale zentral solche Sitzschalen vorhalten würde. Darüber hinaus bleibt aber festzuhalten, dass es auch im RTW keine Sitzschalen gibt, die Mutter das Kind auf dem Arm halten musste!
Sollte die Ärztin des BK oder eine Krankenschwester die Mutter persönlich mit dem Kind nach Hause fahren, so als "Rundumsorglospaket"?
Zweifelsohne befand sich die Mutter in einer unschönen Situation. Ein Säugling mit hohem Fieber gehört ärztlich untersucht und versorgt. Es gibt in Hildesheim aber auch den "Kassenärztlichen Notdienst", der einen Fahrdienst vorhält und Hausbesuche macht. Wäre ja auch eine Option gewesen, auf die die Leitstelle hätte hinweisen können/müssen! Stattdessen wird ein RTW nach Neuhof beordert, zum Schnäppchenpreis von -ich schätze mal- ca. 450 Euro. Der Kollege im "Kassenärztlichen Notdienst" macht das für ca. 1/5 dieser Summe.
Taxenbetrieb Detlef Neumann (Hildesheim): Zu Ihrer mal wieder tendenziösen Berichterstattung ist anzumerken, daß das mitführen einer sogenannten Babyschale für Säuglinge dem Fahrgast obliegt. Aus Platzgründen im Taxi ist dies auch durchaus sinnvoll.
Gottseidank hat Frau K. ja dann aber einen Sitzplatz im Krankenwagen bekommen, wo Sie das Kind dann auf den Arm nehmen konnte......!!!! Sehr verantwortungsvoll vom Fahrer.
Provinziell ist hier wohl lediglich die Berichterstattung. Leider nicht zum ersten mal.

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