
Zu Besuch beim bösen Räuber
Im wahrsten Sinne, wenn der Weg in Richtung Alfeld führt. Märchenhaft schöne Wege führen durch die hügelige Landschaft. Da gibt es die rund 35 Kilometer lange Schneewittchen-Tour, die sich auch für Radler eignet, 8,8 Kilometer in etwa anderthalb Stunden zu bewältigen sind.
Düsterer klingt, was den Wanderer auf der Räuber-Lippold-Tour erwartet. Die ist rund 20 Kilometer lang und führt von Alfeld aus vorbei am Lügenstein und über den schwarzen Weg. Die Räuberhöhle ist aber auch bequem per Auto zu erreichen: Biegt man von der Bundesstraße 3 in Höhe der Siedlung Godenau Richtung Brunkensen ab, ist der Weg zum Wanderparkplatz ausgeschildert. Von dort sind es nur wenige hundert Meter Weg bis zum Unterschlupf des bösen Räubers, der noch heute die Fantasie der Besucher anregt. Wie eine Festung im Fels lässt das Höhlensystem ahnen, wie der Unhold in seinem Versteck gehaust haben mag – immer auf der Lauer, harmlose Wandersleute oder vorbeiziehende Händler zu überfallen und auszurauben. So gibt es eine Höhle mit der Bezeichnung "Pferdestall", eine andere, die "Küche" heißt, und sogar der Kamin, durch den der Rauch des offenen Feuers abzog, ist erkennbar. Und das gruselige "Gefängnis", in dem der Räuber seine Opfer darben ließ.
Natürlich ist das Erkunden der Felsgruppe am spannendsten, wenn alle die Lippolds-Sage kennen. Wer sie vorher noch nicht gehört oder gelesen hat, findet eine Kurzfassung auf der Hinweistafel, die von der Straße aus den richtigen Weg in den Wald weist. Am Parkplatz, aber auch an der Höhle gibt es robuste Holzbänke, wo müde Wanderer eine Picknickpause einlegen können, wenn sie Proviant dabei haben.
Wer weiter auf den Spuren des bösen Räubers wandeln möchte, dem sei ein Abstecher nach Alfeld empfohlen. Dort am Rathaus innezuhalten, wo die von Lippold entführte Bürgermeistertochter einem Stein ihr Herz ausschüttete, weil sie mit keinem Menschen sprechen durfte. Und einen kleinen Stadtbummel anzuschließen, um die schönen alten Fachwerkhäuser zu bewundern, die vielleicht schon zu Lippolds Zeiten dort gestanden haben mögen.
Alle, die auf den Geschmack gekommen sind, sich mit Märchen und Sagen der Region zu beschäftigen, werden fündig in der Schriftenreihe des Heimatmuseums Alfeld. Oder im Internet unter www.alfeld.de, wo die Stadt aus dieser Sammlung zitiert. Da lernt der Leser das "Fräulein von der Gleneburg" kennen, das heute noch bei Brunkensen herumspuken soll, er erfährt vom Mühlenschatz zu Brüninghausen und vom Hirten, der bei Eimsen dem verirrten Herzog Heinrich zu Hilfe kam. "Den hat der Hakemann geholt", heißt es an der Leine, wenn jemand ertrunken ist – und eine Sage aus Langenholzen lüftet das Geheimnis um diesen Wassergeist, der dort in der Warnequelle, dem Gottes- oder Kinderbrunnen, hausen soll. Eine andere erzählt, wie zwei Riesen die Schulenberger Kapelle fortgetragen haben, deren Ruine sich in der Nähe von Sack befindet. Eine Menge Lesestoff für einen gemütlichen Ferienabend – und vielleicht Anstoß für den nächsten Ausflug in die märchenhafte Gegend der Sieben Berge.
Familie: Kinder sollten nicht zu klein, alle Teilnehmer gut zu Fuß sein.
Zeit: Beliebig, aber besser nicht zu knapp veranschlagen.
Preise: Der Eintritt ist frei.
Anfahrt: Im Auto auf der Bundesstraße 3 bis zur Siedlung Godenau,
dort Richtung Brunkensen abbiegen und der Beschilderung folgen.
Wanderlustige fahren auf der B 3 bis Alfeld, dort beginnt der aus-
geschilderte Weg am Ortsausgang Richtung Eimsen. Beschreibung
unter www.alfeld.de.
Wetterfaktor: Es muss nicht gerade bestes Badewetter sein für diese Tour.
Aber für Regen ist sie nicht zu empfehlen – es wird glitschig im Wald und
auf den Steinen.
Extra: Der Ausflug ist sehr variabel planbar. Bei der Vorbereitung hilft das
Internet: Unter www.brunkensen.de ist die Höhle vorgestellt. Toll, wenn
Kinder sich mit einem Märchenabend auf die Räubergeschichten einstimmen
können.
Waren Sie auch schon einmal hier? Wie hat Ihnen der Ausflug gefallen?
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