
Der Ausflug nach Gifhorn beginnt mit dem Besuch des Welfenschlosses. Mit dem Schlosssee und den umlaufenden Schlossgraben gehört das Welfenschloss zur weiträumigen Landschaft des Mühlenmuseums. Neun originale und original nachgebaute Mühlen und 40 Mühlenmodelle präsentieren das Spektrum der internationalen Mühlengeschichte. Zwei neue Mühlen sind in den letzten beiden Jahren dazugekommen.
Das Renaissanceschloss (Neubau) diente als Residenz der Welfenherzöge von Braunschweig und Lüneburg. Also keine Beziehung erkennbar zu Hildesheim? Aber doch, jedenfalls mittelbar; 1519 wurde das Schloss in der Hildesheimer Stiftsfehde völlig zerstört. Der Neubau wurde eine wehrhafte Festung. Selbst der nicht zaghafte schwedische Feldherr Baner verzichtete auf die Schlossbelagerung und soll gesagt haben „lasst die Ente schwimmen“. Militärisch wurde das Schloss nie eingenommen. Bauhistorisch interessant ist das Ablagehaus und das Torhaus. Dazwischen befindet sich der Treppenturm, ein achteckiger Erkerbau mit Wendeltreppe. Dieser erinnert uns an die gleiche Architektur des Weserrenaissance-Rathauses in Alfeld. Obwohl Schloss und Mühlenpark eine Einheit sind, verbindet sie kein Fußweg. Wir müssen nun zurück zum Parkplatz und über die Bromer Straße auf den Parkplatz des Mühlenmuseums fahren.
Im schneeweißen Gewand empfangen uns die griechische und die portugiesische Mühle. Im weiteren Verlauf dieses Mühlenweges mit südlichem Flair erreichen wir die Balearische Mühle von Mallorca und die neue französische Mühle aus Fontvieille. Im Herzstück des Parks bewundern wir 40 Mühlenmodelle über die Geschichte der Müllerei. Die älteste ist die Ölmühle in Isfahan aus der Zeit Alexanders des Großen und die Getreidemühle aus Karasan.
Jedes Modell ist ein Kunstwerk. Vor der mächtigen Galerie-Mühle Sanssouci entdecken wir die neue Wassermühle aus Korea, eingeweiht in diesem Jahr. In der Mühle Sanssouci amüsiert uns die Legende vom Müller, seinem König und vom Preußischen Kammergericht Berlin. Auf dem Niedersächsischen Dorfplatz weht uns der Geruch des im Steinofen frisch gebackenen Brotes und Zuckerkuchens in die Nase. Im Trachtenhaus stärken wir uns mit einem Schmalzbrot und einem Pott Kaffee.
Danach geht es nach „Natascha“ und anschließend in die russisch-orthodoxe Holzkirche des Heiligen Nikolaus’. Drinnen bewundern wir die Prunkstücke aus der Manufaktur des Moskauer Patriarchats und über 30 Ikonen als gemalte Worte der Heiligen Schrift. Die durchfließende Ise, der Mühlensee und Mühlengraben umschließen den Mühlenpark. Mit Muße und Neugierde betrachten wir die übrigen Mühlen. Wir lernen die Mühlentypen kennen und die einheitliche Mühlensprache, die durch die Flügel ausgedrückt wird. Vielleicht trägt uns die Fantasie in die Vergangenheit zurück, als diese Mühlen noch die Wohn- und Arbeitsstätten der Müller-Familien waren.
Ein Tipp für Romantiker: Die Mühlenstadt Gifhorn hat in der schottischen Mühle ein Trauzimmer eingerichtet. Dort kann der Bund für’s Leben geschlossen werden. Danach fährt stilecht die weiße Hochzeitskutsche (auf Wunsch) das Brautpaar in das Welfenschloss. Auskunft erteilt die Stadt Gifhorn. Und für Freunde historischer Cafés wird das Panorama-Café auf dem Wasserturm an der Braunschweiger Straße empfohlen.
Familie: Toller Familienausflug für Klein und Groß
Zeit: 15.3. bis 31.10. 10 - 18 Uhr täglich, im November für Gruppen, ab Dezember bis Mitte März geschlossen
Preise: Erwachsene 9 Euro, Kinder 4 Euro, Schüler 6 Euro
Anfahrt: B1 bis Hoheneggelsen, B 444 über Lahstedt und Peine bis
Edemissen, B4 nach Gifhorn über die Bromer Straße
Wetterfaktor: bei schlechtem Wetter das Welfenschloss angucken, bei Sonne das Mühlenmuseum genießen
Extra: Romantiker-Tipp "Trauung in der schottischen Mühle" weitere Infos unter www.muehlenmuseum.de
Waren Sie auch schon einmal hier? Wie hat Ihnen der Ausflug gefallen?
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