
Der Blick, dieser Blick! Das ist das erste, was die Gäste ansprechen, wenn man sie fragt, warum sie ins Noah kommen. Oder ans Noah. Denn noch beliebter als die laut Geschäftsführerin Iris Christ „eher puristisch“ gestalteten Innenräume ist das „Sonnendeck“ des Cafés am Hohnsen. Die Form der holzbeplankten Außenfläche ist einem Schiffsbug nachempfunden. 200 Gäste finden hier ein sonniges oder wahlweise auch schattiges Plätzchen. Vormittags sieht man ältere Damen in der Sonne ihren Kaffee genießen. Nachmittags kommen die Freizeitsportler. Und abends stranden die Berufstägigen auf ein Feierabendbier am See. „An den Wochenenden kommen auch viele Ausflügler von außerhalb“, sagt Christ.
Damit die gastronomische Arche am Hohnsen langfristig nicht untergeht, sieht Iris Christ die Stadt in der Pflicht: Der Weg um den See müsse dringend neu befestigt, die Randbereiche des Parkplatzes vor dem Abrutschen gesichert werden. Und auch beim See selbst gebe es Handlungsbedarf: „Der Algenbefall nimmt immer weiter zu.“ Der künstlich angelegte und im Jahr 1974 feierlich eingeweihte Hohnsensee ist schließlich das Kapital des Noah. Er lässt das Café zum Ausflugsziel werden, stadtnah und dennoch im Grünen. Beim Blick über die 100 000 Quadratmeter große Wasserfläche erfrischt jedes Kaltgetränk gleich doppelt gut. Und den Blick, diesen Blick - den sollen die Gäste auch weiterhin genießen können.

Seit 30 Jahren sind die 50-jährige gelernte Rechtsanwaltsgehilfin Iris Christ und der 53-jährige ehemalige Speditionskaufmann Achim Christ in der Hildesheimer Gastwirteszene eine feste Größe. Am 11. Juli 2000 öffnete - nach einigen Querelen unter den potenziellen Gastronomie-Betreibern an diesem Standort - das Noah seine Türen. Mittlerweile ist das Café soweit etabliert, die Gästezahlen so stabil, dass die Christs an weitere Investitionen denken. Fest vorgesehen ist der Ausbau der Küche und des Büffetzeltes - bei bis zu 400 Gästen an einem sonnigen Wochenendtag braucht Chefkoch Andreas Christ hier mehr Platz, um den Kochlöffel zu schwingen. Er ist der Schwager von Iris Christ und mit ihr gemeinsam als Geschäftsführer des Noah eingetragen.
Weitere Infos unter www.noah-cafe.de
Preise und Zeiten
Biere vom Fass: Warsteiner, Becks
Paulaner Hefeweizen hell
Getränkepreise:
Bier 0,3 Liter: 2,40 Euro
Wasser 0,25 Liter: 2,10 Euro
Spezialität: Als leichtes Sommer-
gericht empfiehlt die Chefin
Feldsalat in Haselnuss-
vinaigrette mit gebratener
Geflügelleber für 9 Euro.
Öffnungszeiten: Montag bis
Freitag 9.30 bis 1 Uhr. Warme
Küche bis 23 Uhr.

Das „Noah“ kann vermutlich wachsen: Im Rat zeichnet sich eine Mehrheit dafür ab, dem Gastronomen Achim Christ die Erweiterung seines Cafés am Hohnsen zu gestatten. Wie die genau aussehen soll, konnte Architekt Manfred Marquardt dem Stadtentwicklungsausschuss zwar noch nicht zeigen. Doch fest steht: Zwischen dem jetzigen „Noah“ und der Straße soll ein neues Gebäude entstehen. Christ will die Küche vergrößern und einen neuen Saal für etwa 60 Personen schaffen, um mehr Feiern anbieten zu können. Bislang kommt es ab und an zu Kollisionen zwischen geschlossenen Veranstaltungen und dem Tagesbetrieb, vom Anbau erhofft sich Christ mehr Möglichkeiten. Die meisten Ausschussmitglieder können der Vorstellung von einem größeren „Noah“ etwas abgewinnen. „Ich bin froh, dass es einen solchen Veranstaltungsort in Hildesheim gibt“, sagte CDU-Vertreter Matthias Jung. Das „Noah“ funktioniere zwar gut, aber eben nicht sehr gut. Auch SPD-Ratsherr Uwe Faase zeigte Verständnis für den Wunsch des Betreibers: „Das passt.“ Das fand sein Parteifreund Wilfried Kretschmer allerdings gar nicht; er befürchtet wie FDP-Politiker Dr. Martin Gottschlich negative Folgen für den geplanten Innerstetal-Grüngürtel. Aus einem großen Restaurant werde ein übergroßes, warnte Kretschmer – nur aus ökonomischen Interessen des Betreibers. Doch selbst Grünen-Ratsherr Ulrich Räbiger befürchtete keinen Schäden für die Natur. „Und die Details diskutieren wir doch noch.“
(Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 25. Februar 2011)