Die Kinder wollen baden, der Vater möchte lieber wandern und Mutter etwas Kulturelles. Da scheint es schwer, den Familienfrieden zu retten und alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Geht gar nicht? Doch. Zum Beispiel im Pottland.
Dieser Name steht für Deutschlands nördlichste Region, die Jahrhunderte lang für ihre Töpfererzeugnisse berühmt war. Deren Mittelpunkt war Duingen - und der Ort hält die Erinnerung an diese stolze Tradition mit seinem Töpfermuseum wach.
Das schmucke Fachwerkhaus steht, wie könnte es anders sein, in der Töpferstraße schräg gegenüber vom Rathaus und trägt die Nummer 8. Dort gibt Stephanie Link, die im Auftrag der Gemeinde das Museum betreut, einen Einblick in Duingens Töpfergeschichte. Die reicht zurück bis ins Mittelalter.
Von ersten einfachen Steinzeuggefäßen über kostbares Tafelgeschirr mit kunstvollen Verzierungen bis hin zu Kanalrohren und Spezialbehältern für die Industrie, die zuletzt noch in Duingen gefertigt wurden, kann der Museumsbesucher die Entwicklung der Töpferkunst im Pottland bewundern. Und staunen, wie weit die Erzeugnisse aus Duingen und Umgebung in die Welt hinaus verkauft wurden.
Aber auch, wie sehr die Töpferei die gesamte Umgebung auf Dauer geprägt hat. Der hochwertige Ton, der hier gewonnen wurde, hat die Entwicklung der Handwerkskunst erst möglich gemacht - und die Landschaft verändert. Zum Brennen der Gefäße wurde zunächst Holz verwendet, später Braunkohle, die ebenfalls in umittelbarer Nähe im Tagebau gewonnen wurde.
Damit war 1966 Schluss. Zurück blieben Gruben, die durch Renaturierung zum Naherholungsgebiet geworden sind: Bruchsee, Humboldtsee, Entensee und Weinbergsee.
Der Bruchsee liegt Duingen am nächsten. Bequeme, ausgeschilderte Wanderwege führen durch den Wald ringsum. Gleich am Parkplatz bietet ein Übersichtsplan den Besuchern die Möglichkeit zur Orientierung. Und die Warnung, dass das Baden auf eigene Gefahr gestattet, aber wegen schlechter Sichtverhältnisse nicht ganz ungefährlich ist. Was zur Vorsicht mahnt, dem Vergnügen aber keinen Abbruch tut. Wer mag, kann auch ein Boot mieten und den See mit Muskelkraft für sich erobern. Oder einfach am Ufer sitzen und die Natur ringsum genießen.
Waren Sie auch schon einmal hier? Wie hat Ihnen der Ausflug gefallen?
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