„Wir sind Weltkulturerbe!!!"

Die Unesco hat entschieden: der Walter-Gropius-Bau ist Weltkulturerbe. Karl Schünemann, der seit 50 Jahren im Werk in Alfeld arbeitet, ist der „gute Geist“ der Firma. Und der heimliche „Star“ des Erfolgs. ..weiter

Das konnte selbst Visionär Gropius nicht ahnen

Wusste er wohl, dass dieser Brief sein Leben verändern würde? Es ist der 7. Dezember 1910, als der junge Berliner Architekt Walter Gropius zur Feder greift, um mal wieder eine Bewerbung zu schreiben. Der 27-Jährige sucht händeringend Arbeit, hat hunderte Anläufe genommen ..weiterlesen

Walter Gropius

(Berlin 1883 - Boston 1969)

Walter Gropius studiert 1903-1907 in München und Berlin Architektur. In den Jahren 1908-1910 arbeitet Walter Gropius bei Peter Behrens, in dessen Büro zu dieser Zeit die programmatische AEG-Turbinenhalle aus Beton, Stahl und Glas geplant und gebaut wird. Ab 1910 hat Gropius in Berlin ein eigenes Architekturbüro. 1911 entsteht das Fagus-Werk in Alfeld.
Walter Gropius ist ab 1910 Mitglied des Deutschen Werkbunds, dort plädiert er mit Henry van de Velde anfänglich gegen die Standardisierung des Designs und für die individuelle Kreativität. 1908 wird Walter Gropius die Leitung der von Henry van de Velde gegründeten Kunstgewerbeschule in Weimar angetragen. Obwohl es dazu nicht kommt und die Schule 1915 geschlossen wird, hält Walter Gropius Kontakt zu Weimar. Er entwirft ein Konzept für die Zusammenlegung der Kunstgewerbeschule mit der Hochschule der Bildenden Künste, um daraus eine Lehranstalt zu gründen, die als Beratungsstelle für Industrie, Gewerbe und Handwerk fungieren soll.
Dies ist der Grundstein für das Staatliche Bauhaus, das in Weimar 1919 gegründet wird, mit dem charismatischen Walter Gropius als Leiter.
Als erste Lehrer gewinnt Gropius die drei Künstler Johannes Itten, Gerhard Marcks und Lyonel Feininger. Es folgen Georg Muche, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky sowie Josef Albers und László Moholy-Nagy.
Der Lehrplan ist in Vorkurse und die Ausbildung in Werkstätten aufgeteilt. Die Werkstätten sollen Laboratorien für die Entwicklung von Mustern für "vervielfältigungsreife, für die heutige Zeit typische Geräte" sein.
Als das Bauhaus in Weimar auf politischen Widerstand stößt ist Walter Gropius gezwungen nach einem neuen Standort zu suchen. 1925 zieht das Bauhaus nach Dessau um, nach Plänen Walter Gropius' entstehen 1925-26 das neue Bauhaus-Gebäude sowie die Meisterhäuser.
1927 gibt Walter Gropius die Leitung des Bauhauses ab, es existiert noch bis 1933. Im Jahr 1934 geht Walter Gropius nach England, 1937 folgt er dem Ruf an die Harvard University. Walter Gropius holt 1938 auch Marcel Breuer nach Harvard, er gründet mit ihm ein Architekturbüro. Der Bau des Gropius-Hauses zieht zahlreiche Aufträge für Privathäuser nach sich. Mit Breuer baut Walter Gropius 1939 auch den Pennsylvania Pavilion für die New Yorker Weltausstellung.
1946 gründet Walter Gropius "The Architects Collaborative" (TAC), mit dem er zahlreiche Projekte realisiert.