
Das 30.000 Quadratmeter große Gelände mit eigener 2,5 km langer Trambahnstrecke für Technik- und Geschichtsbegeisterte bietet sich als Kulisse für Straßenbahnen an: Alte Gemäuer vom ehemaligen Kaliwerk Hohenfels, gebaut um 1900, sind Zeugen der großen Zeit der Trambahnen. Seit 1950 sind diese auf dem Rückzug – seit die Autos die Städte eroberten.
Im Hannoverschen Straßenbahnmuseum in Wehmingen, das seit 1987 von einem Verein betrieben wird, ist die Zeit anscheinend stehengeblieben. Viele der mehr als 100 Original-Straßenbahnen aus verschiedenen europäischen Ländern stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie stehen nicht nur ungenutzt in den Hallen herum, sondern sind im Wechsel ständig auf der museumseigenen, zweieinhalb Kilometer langen Strecke unterwegs. Vereinsmitglieder schlüpfen in die Rolle von Fahrer und Schaffner, der die Fahrkarten abknipst – das gehört einfach dazu, auch wenn das Knipsen keinen praktischen Wert hat, denn im Eintrittspreis sind so viele Fahrten enthalten, wie der Besucher in sieben Stunden Öffnungszeit bewältigen kann.
Bei Führungen über die Ausstellungsfläche wissen die Mitglieder des Museumsvereins viel über die Geschichte der Straßenbahnen zu erzählen, auch Anekdoten dürfen dann nicht fehlen. Im Eintrittspreis inbegriffen ist eine Führung durch die Museumsausstellung sowie beliebig viele Fahrten mit den historischen Straßenbahnen auf der Trambahnstrecke.
An vielen Wochenenden sind die Bahnen nicht allein – dann lädt der Verein regelmäßig Fans anderer Fahrzeuge ein, ihre Lieblingsstücke zu präsentieren. Es gibt diverse Sonderveranstaltungen für die ganze Familie im Laufe der Saison wie zum Beispiel Oldtimertag, Nutzfahrzeugtreffen, Mini-Trucker-Treffen, Trambahnfest, Ostalgie-Tag mit Trabi-Treffen und vieles mehr.
Wenn das Wetter schön ist, bietet sich Wehmingen für Besucher aus dem Raum Hildesheim auch als Ziel einer Radtour an. Ein Tipp für eine Rast: Auf dem Freizeitpark an der Alpe in Algermissen, kurz hinter dem Ortsausgang Richtung Lühnde, gibt es viele Spielmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten, darunter auch ein Beachvolleyball-Feld. Nach dem Strampeln kann man sich dann in den Straßenbahnen zurücklehnen und kutschieren lassen.
Familie: Das Museum ist für die ganze Familie geeignet – besonders
für Jungen, die in der Regel auf Fahrzeuge aller Art "abfahren"
Zeit: Geöffnet ist das Gelände von Anfang April bis Ende Oktober,
Sonn- und Feiertags von 11 bis 17 Uhr. Anschauen, Mitfahren und
ein Snack im Bahn-Bistro dauern zwei bis drei Stunden – oder länger.
Preise: Erwachsene 7 Euro. Kinder 3,50 Euro, ermäßigt 6 Euro, Familien
(Eltern und eigene Kinder) 19 Euro, Gruppen ab 10 Personen 6 Euro (Gruppen unter der Woche nach telefonischer Absprache: 0511/865501)
Anfahrt: A7 Ausfahrt Laatzen Richtung Sehnde, A2 Ausfahrt Lehrte
Richtung Sehnde
Wetterfaktor: Bei Sonne kann man sich in den Kaffeegarten setzen.
Bei Regen ist man im Museum gut aufgehoben
Extra: Empfehlenswert ist eine Teilnahme an einer Führung, bei der
Interessantes rund um die Tram erzählt wird. An besonderen Tagen gibt es
auch Sonderausstellungen und Veranstaltungen für Groß und Klein.
Weitere Infos unter www.wehmingen.de und info(at)wehmingen.de
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