
Beschreibung
Ein breiter grüner Gürtel trennt die hannoverschen Stadtteile Kirchrode und Kleefeld; er bietet eine nahezu unverfälschte Naturlandschaft durch Eilenriede, Hermann-Löns-Park und Tiergarten. Nur die Straße Tiergarten teilt diese grüne Einheit. Rechts davon verbleibt mit dem Hermann-Löns-Park und dem Tiergarten der interessantere Teil. Durch den historischen Auftrag der Arterhaltung sind hier für Pflanzen und Tiere natürliche Standortbedingungen erfüllt. Das wollen wir erwandern – auf breiten, ebenen Wegen; völlig unbeschwert und mit Abenteuerlust, auch um das so beliebte heimische Damwild aus angemessener Nähe zu beobachten. Also ist dies auch ein interessantes Erlebnis für die Kinder, die auf dieser Familienpirsch unbedingt dabeisein sollten.
Ausgangspunkt: Hannover-Kirchrode. Zu erreichen aus Hildesheim über die B 6 auf den Messeschnellweg, vor dem Messegelände rechts auf die Laatzener Straße nach Bemerode, dort rechts auf der Wülfeler Straße bis Ortsmitte Bemerode, dann links nach Kirchrode (ausgeschildert), auf der Brabeckstraße immer geradeaus bis zur Straße Tiergarten, dann links und bald wieder rechts zu dem ausgeschilderten Parkplatz „Alte Mühle“. Der Tiergarten hat mehrere Eingänge, wir folgen zur „Alten Mühle“ dieser Beschreibung, zur Karte
Parken: Parkplatz „Alte Mühle“ im Hermann-Löns-Park
Länge: Weglänge 8,8 Kilometer Rundwanderung
Sonstiges: keine Steigung, breite feste Wege, keine Wegeausschilderung, eine Schutzhütte, vom Wegeverlauf kann abgewichen werden. Der empfohlene Weg führt aber direkt zu den Gehegen, ansonsten kann so richtig gebummelt werden. Einkehrmöglichkeit im Park
Am Ausgangspunkt geht es gleich historisch zu. Vom nahen Hügel grüßt die „Alte Mühle“. Sie wurde 1544 gebaut und fünfmal umgesetzt; zuletzt stand sie von 1873 bis 1938 im Landkreis Celle. Gleich daneben steht das Gasthaus „Alte Mühle“, 1720 erbaut mit dem Speicher von 1637. Dieses Gasthaus soll das älteste Waldgasthaus in Niedersachsen sein.
Wir gehen vom Parkplatz nach links zum Annateich. Schnatternde Enten leben am Teichufer, typisch für die Lebensgemeinschaften in unseren Feuchtgebieten; mit der Graugans und der Streifengans als Gastspiel-Deputanten. Der Höckerschwan fehlt auch nicht. Wir umlaufen nach links gehend den Annateich, vorbei am Annastift und an der neuen Annastift-Kapelle. Nach dem Umlauf des unteren Annateiches bleiben wir links und gehen jetzt am oberen Annateich vorbei.
Aber schon an der nächsten Weggabelung verlassen wir den oberen Teichweg, gehen jetzt rechts unter einer Eiche, vor der Gaststätte Annateich wieder rechts. Anschließend überqueren wir den Fahrradweg und Landwehrgraben. Nach 100 Metern gehen wir rechts, im spitzen Winkel und hörbar an der Bahnstrecke entlang. Wir kommen wieder auf den Fahrradweg und gehen nun links unter der Bahnbrücke auf den Wald zu. Wir nähern uns dem Tiergarten.
Links am Wald auf schmalem Weg durchschreiten wir das Wildgatter. Dann sind wir im Tiergarten. Es fällt gleich der kräftige Bestand an Eichen, Buchen und Kastanien auf; wichtige Frucht- und Nahrungsspender für die vierbeinigen Tiergarten-Bewohner. Ein wenig versteckt in der Strauchschicht des Waldes verfolgt uns das Damwild, das in Rudeln lebt. Die kräftigen Schaufeln der Damhirsche sind nicht zu übersehen.
Ältestes Gehege Deutschlands
Der Kirchroder Tiergarten ist das älteste Wildgehege in Deutschland. Allerdings wurde er nicht gleich zum Naturgenuß des einfachen Bürgers eingerichtet. 1679 gatterte Herzog Johann Friedrich die Fläche zur Zucht von Rotwild für jagdliche Vergnügen ein. Also wurden im Hannoverschen Tiergarten prunkvolle Staatsjagden abgehalten. Aber schon 1799 wurde der Tiergarten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1903 erwarb die Stadt Hannover die Fläche mit 400 Stück Damwild und einem einmaligen Baumbestand. 500jährige Eichen sind hier keine Seltenheit. Auch Wildpferde und Schwarzwild treffen wir an, allerdings sind diese in sicheren Gehegen untergebracht.
Wir gehen geradeaus weiter und kommen rechts an das Gatter der Dömeler Wildpferde, die aber zoologisch keine reinen Wildpferde sein sollen. Vom Gatter zurück am Schwarzwildgehege vorbei.
Spätesens von diesem Weg können wir immer wieder Rudel des Damwildes mit den stolzen Damhirschen beobachten. Sie wechseln vom geschlossenen Wald in lichte Waldlücken, immer in Distanz zum Menschen. Wir sollten diese Distanz nicht verringern und uns an dem dargebotenen Bild erfreuen, ohne von dem Gedanken geplagt zu werden, daß dies ja nur in einem Wildgehege geschieht. In freier Wildbahn, auch das ist relativ, haben wir dieses Glück ja äußerst selten.
Bald schwenken wir rechts ab. Dann steht links von uns das Fachwerk der Futterstelle. Beim nächsten Weg wieder links. So kommen wir zum Ausgangspunkt des Wildgatters. Nach der Bahnunterführung gelangen wir direkt zum Ausgangspunkt, wir können aber jetzt auch Wegvarianten einlegen, ohne den Ausgangspunkt zu verfehlen.
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