
1976 gegründet liegt das Turmuhren- und Heimatmuseum direkt am Marktplatz in der Innenstadt von Bockenem. Durch das 1999 an der Giebelseite angebaute Glockenspiel ist das Fachwerkhaus nicht zu verfehlen. Hier werden in 18 Räumen, auf zwei Etagen und 220 Quadratmetern Ausstellungsfläche, zahlreiche Exponate gezeigt. Das Fachwerkhaus diente zusammen mit dem hinter ihm liegenden Gebäude am Papenberg früher als Schule. Beide Häuser gehörten zu den ersten, die nach dem großen Brand von 1847 wieder aufgebaut wurden. Eine eiserne Tafel an dem zum Papenberg hin liegenden Gebäude erinnert an diesen Wiederaufbau.
Die Sammlung liebevoll restaurierter Turmuhren bildet das Herzstück des Museums. Durch den Sitz der ehemals weltbekannten traditionsreichen Turmuhrenfabrik und Glockengießerei J. F. Weule in Bockenem (1836 – 1953) kann das Museum auf eine einmalige Quelle zurückgreifen. Turmuhren anderer Hersteller bilden hierzu eine sinnvolle Ergänzung. Die 40 funktionsfähigen Ausstellungsstücke veranschaulichen 150 Jahre Entwicklung von Zeitmessungstechniken. Neben Turmuhren mit wöchentlichem Aufzug wie etwa jener der Nikolaikirche Gifhorn (1852) und der Turmuhr der 1976 abgerissenen St. Clemenskirche Bockenem aus dem Jahr 1895 sind unter anderem auch Weulesche Produkte für Schulen, Industriebetriebe und Kasernen zu besichtigen. Die zahlreichen Exponate bieten einen Einblick in die Stadtentwicklung Bockenems und die Entwicklung des Bürgertums der Stadt. Am Beispiel von Handwerk und Geschäftsstrukturen werden die Veränderungen schwerpunktmäßig verdeutlicht. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang ein komplett eingerichtetes Wohnzimmer aus der Biedermeierzeit.
Für besonders interessierte Besucher werden Nachdrucke alter Kataloge und Musterbücher der Firma Weule angeboten.
Auf Wunsch werden auch Stadtführungen mit dem Bockenemer Herold und Organisations eines Kaffeetrinkens organisiert. Die Stadtführung pro Gruppe kostet 20 Euro.
Familie: Für Interessierte und Heimat-Fans geeignet
Zeit: Samstags und Sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung
Preise: Eintritt frei, Spenden zum Erhalt des Museums sind gerne gesehen
Anfahrt: A7 Hannover Göttingen, Abfahrt 65 Bockenem oder über B 243
Hildesheim - Seesen
Wetterfaktor: Schlechtwettertipp
Extra: Glockenspiel, Sonderausstellung "Alles hat seine Zeit" vom 7. Februar bis 30. Juni 2010, weitere Infos unter der E-Mail info(at)e-besch.de und www.bockenem.de
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