
Beschreibung
Den äußerst sanften Anstieg von Sibbesse auf die Höhen der Vorberge verdanken wir dem geologischen Aufbau dieser Landschaft; als Schichtkamm steil an den Stirnhängen und flachauslaufend an den Rückhängen. Geradezu modellhaft zeigt dieser einheitliche Höhenzug mit Vorberge, Sieben Berge und Sackwald dieses Profil. Von Eberholzen bis Eyershausen auf einer Länge von 20 Kilometern schmiegen sich die Rückhänge an den Höhenzug und können bis an die Waldgrenze landwirtschaftlich genutzt werden. Ganz anders stellt sich das im Westen an den Stirnhängen dar. Besonders im Bereich der Sieben Berge. Steile Kulissen bauen sich auf. Ohne die Kerbtäler wäre eine Erschließung gar nicht möglich.
Ausgangspunkt: Sibbesse, zur Karte
Parken: Parkplatz am Sportplatz (an der Straße von Sibbesse nach Eberholzen)
Länge: Weglänge 10,5 Kilometer Rundwanderung
Höhenmeter: höchster Wanderpunkt 352 Meter am Bremberg (Westfelder Forst)
Wegfolge: Ausgangspunkt, Feldweg, Waldweg, Rennstieg, Abzweigung zum Peter-Pötzel-Weg, Rennstieg, Abzweigung zwischen Hettberg und Heiligental
Sonstiges: sanfte Steigungen, keine Wegeausschilderung, keine Schutzhütte, Brotzeit aus dem Rucksack, breite feste Wege.
Vom Parkplatz gehen wir links 200 Meter zur nächsten Wegkreuzung, dann rechts hoch durch offene Landschaft mit schöner Aussicht. Fein säuberlich aufgeteilt gliedert sich die Kulturlandschaft in Wald-, Feld- und Wiesenzonen. Rechts das schmucke Despetal vor dem langgestreckten Hildesheimer Wald. An der Sitzbank zwischen zwei Birken gehen wir links und gleich wieder rechts hoch. Mit der Nähe des Waldes nimmt das Buschwerk zu. Am Waldrand führt rechts ein schmaler Weg zu einem Trockenrasen-Biotop. Auf dem gleichen schmalen Weg gehen wir zurück und setzen unsere Wanderung auf dem Waldweg fort. Wir kommen auf den Rennstieg. Munter geht es auf dem Rennstieg weiter. Das Wegezeichen des Hödeken mit Zipfelmütze ist unverkennbar. Am Sommerberg an einer Kreuzung gehen wir links weiter – immer dem Wegeschild folgen. Und da gleich wieder links. Der Weg ist unbefestigt. Wie überqueren einen breiten geschotterten Weg und gehen geradeaus – nach Richtungspfeil. Ein zweispuriger Schotterweg führt uns weiter. Links am Wegrand erfreut uns das Knabenkraut, das nach Hermann Doebel (Alfeld) die häufigste Orchidee bei uns ist und vorzugsweise bodenfrische Laubwälder besiedelt. Dicht und in Hörnähe der Straße von Wernershöhe gehen wir im spitzen Winkel links weiter und kommen zu einem denkwürdigen Schauplatz, zur Blitzbuche. Auszüge von Originaltexten der Leine- und Deisterzeitung und der HAZ vom 4. Juni 1884 berichten von einem Musikfest der Freiwilligen Westfelder Feuerwehr im Kuhlager, „das nach Ankunft der Festgenossen von einem schweren Gewitter heimgesucht wurde. Der Regen ließ den Feldfrüchten die langersehnte Erquickung zuteil. Dann erschlug ein Blitzstrahl zwei Mädchen und verletzte die Frau des Mehlhändlers Otto aus Westfeld, an deren Aufkommen der Arzt große Zweifel hatte“.
Wir gehen bergab und kommen links auf den geschotterten Peter-Pötzel-Weg. Oben im Hochwald schließt sich das Blätterdach. Der Waldboden ist erfrischend grün. Die dichte Krautschicht läßt ahnen, wie Farnpflanzen, Waldgräser und Waldkräuter um Licht und Raum streiten. Für die Waldblumen ist es ohnehin zappenduster.
Der nächste Querweg bringt uns rechts nahe an den Waldrand; vor dem Hochsitz zweigen wir links ab und gehen durch Jungwald. Da sind wir bald wieder auf dem Rennstieg, entlang einer Holzlagerung. Sobald wir links einen Tisch mit Sitzbank antreffen, gehen wir rechts hinunter zum Waldrand. Dieser Weg verläuft zwischen Hettberg und Heiligental. Zum Waldrand grüßt gegenüber der Griesberg. Am Waldrand halten wir inne (Tisch und Sitzbank) und schauen in das Hildesheimer Land.
Die wohlgeordnete weite Feldlandschaft bietet keine plakativen Farben – nur grün und braun; hinzu kommt eine spärliche Verbuschung. Das ist kein aufregendes Bild. Aber dafür haben wir eine großartige Fernsicht - von Sibbesse über Petze, Almstedt bis Bodenburg. Dahinter öffnet sich der Ambergau. Hinter dem Hainberg sehen wir deutlich die Harzberge; vor uns liegt Westfeld. Wir folgen dem Feldweg nach unten, zweigen bei der nächsten Kreuzung links ab und beobachten als einzigen Fabpunkt den abblühenden Löwenzahn; 200 bis 400 Fruchtfaltschirmchen auf der Pusteblume sind startbereit, den Löwenzahn zu verbreiten – so weit die Winde tragen. Die letzte Strecke unseres Feldweges führt wieder zum Ausgangspunkt.