
Der Favorit geht nur knapp ins Ziel
Gemeinschaftskandidat von SPD und CDU Rolf Pfeiffer mit 160 Stimmen vor Ulrich Bantelmann
Überraschendes Ergebnis bei der Wahl zum neuen Elzer Bürgermeister. Der als sicher gehandelte SPD-Kandidat Rolf Pfeiffer liegt nur mit einem knappen Vorsprung von 160 Stimmen vor seinem Herausforderer Ulrich Bantelmann von der Unabhängigen Wählergemeinschaft.
In seiner gewohnt souveränen Art hat Rolf Pfeiffer gestern Abend kurz vor Schluss des Urnengangs den Sitzungssaal im Elzer Rathaus gemeinsam mit seiner Gattin Rosemarie betreten. Von Beginn an seiner Kandidatur konnte er eigentlich damit rechnen, sein Ziel zu erreichen: neuer Bürgermeister von Elze. Und damit neuer Nachfolger von Friedel Albes zu werden.
War er zu Beginn der Wahlkampfzeit noch der einzige Kandidat, der sowohl mit der Unterstützung der SPD-, als auch der CDU-Fraktion rechnen konnte, änderte sich das Bild, als Ulrich Bantelmann, UWE-Ratsherr in die Bresche sprang und seine Gegenkandidatur ankündigte. Aussichtslos, aber mutig, wie es hinter vorgehaltener Hand gewertet wurde.
Doch schon zehn Minuten nach 18 Uhr lag Bantelmann bei der Auszählung des ersten Stimmbezirks mit 52 Prozent vor Pfeiffer. Und damit kündigte sich die Überraschung des Abends mit einem Paukenschlag an. In kurzen Takten folgten die nächsten Ergebnisse, auch, wenn sie sich auf der Computerdarstellung im Sitzungssaal immer mit Verspätung ankündigten. Pfeiffer übernahm schon mit dem nächsten Stimmbezirk die Führung und gab sie bis zum spannenden Ende nicht ab. Aber sein Zwischenhoch von 55 Prozent, und damit zehn Prozent Vorsprung, musste er allerdings wieder abtreten. Am Ende konnte er nur 52,1 Prozent für sich verbuchen.
Als Friedel Albes mit deutlicher Verspätung das vorläufige Endergebnis verkündete, gab es über die Verzögerung bereits Unmut, in dem mit rund 100 Zuschauern gut besetzten Sitzungssaal. „Warum dauert es so lange?“, ertönten Rufe von Wahlleitern, die ebenfalls bemerkt hatten, dass Albes in seiner Hand bereits das Endergebnis notiert festhielt, aber nicht verkündete.
Applaus brandete auf und die ersten Glückwünsche aus den eigenen Reihen und der CDU, die noch bis zuletzt per Anzeige für ihren Ersatzkandidaten geworben hatte. Eine Rechnung allerdings, die sie offensichtlich ohne ihre Wähler gemacht hat, wie das Stimmenergebnis zeigt.
Rolf Pfeiffer gratulierte schließlich Bantelmann zu seinem Ergebnis und kündigte bereits an, die enge Zusammenarbeit für die Zukunft zu suchen, gab aber als Kommentar nur noch ab: „Knapp, aber die Mehrheit.“ Die Wertung von Ulrich Bantelmann fiel dagegen polarisierter aus: „Das ist für uns nicht nur ein sehr gutes, es ist ein denkwürdiges Ergebnis.“ Blickt man auf die Vorgängerwahl zum Bürgermeister 2002 hatte die SPD noch eine sichere Mehrheit für Friedel Albes mit 73,1 Prozent, die wohl auch einer hohen Wahlbeteiligung von 81,9 Prozent zu verdanken war. Die kam damals wegen der Überschneidung mit der Bundestagswahl zusammen. Bereits zur drei Jahre später folgenden Gemeinderatswahl sackte die SPD auf 57,2 Prozent ab. Doch die CDU konnte ihre gut 30 Prozent Wählerpotenzial offensichtlich nicht ausreichend motivieren, in diesem Jahr ihre Stimmen dem Wunschkandidaten der CDU-Fraktion zu geben. Damit gelang der Unabhängigen Wählergemeinschaft UWE in Elze in diesem Jahr von damals 13,1 Prozent auf 47,9 Prozent mehr als eine Verdreifachung ihrer Stimmenanzahl. Nun wird sich zeigen, wie sich das in der Elzer Politik auswirken wird.
Die Ergebnisse im Einzelnen: Der Vergleich der Ortschaften ergibt, dass Bantelmann eindeutig der Favorit der Elzer ist. In einem Wahlbezirk holte er sogar 62,8 Prozent der Stimmen. Insgesamt holte er in Elze mit 1096 Stimmen 52,9 Prozent. Esbeck bescherte Pfeiffer sein zweitbestes Ergebnis mit 59,1 Prozent (101 Stimmen). In Mehle schnitt Pfeiffer mit 58,4 Prozent (253 Stimmen) ähnlich ab. Sehlde: Mehrheit, aber nur ganz knapp mit 51,1 Prozent (94 Stimmen) für Pfeiffer. Sorsum/Wittenburg: Deutlich höher mit 58,9 Prozent (89) für Pfeiffer. Und Wülfingen: Bestes Ergebnis mit 67,3 Prozent (185) für Pfeiffer. Bei der Briefwahl lag Pfeiffer ebenfalls vorne, hier mit 55,2 Prozent (261 Stimmen).