Vom Aussichtsturm zur Sternwarte

Hildesheims Fenster zum All steht auf einem historischen Bauwerk, das den Menschen einst einen besseren Überblick über die Umgebung bieten sollte: einem gelben Backsteinturm aus dem Jahr 1886. Als der Verfall des anfangs rund 16 Meter hohen Aussichtsturms 100 Jahre nach seiner Errichtung munter fortschritt, erwog die Stadt, ihn abreißen zu lassen. Ein Verein zur Rettung des Turms konnte diesen Schritt verhindern. Damals an der Spitze des Vereins: der Sozialdemokrat und ehemalige Leiter der Robert-Bosch-Gesamtschule, Wilfried Kretschmer. In den folgenden Jahren wurde das schlanke Bauwerk wiederhergestellt, vom Astrophysikalischen Institut Potsdam organisierten die Mitglieder die heutige Kuppel, unter der ein 1,6 Meter langes Spiegelteleskop vom Typ Cassegrain den Blick in ferne Galaxien ermöglicht. Die Kuppel aus Titan-Zinkblech kostetet schon damals 100 000 Mark. Seit 2012 ist die Hildesheimer Gesellschaft für Astronomie für den Betrieb der Sternwarte verantwortlich.