Verfolgungsjagd der Polizei

Frau mit Waffe bedroht – und dann geflohen

Hildesheim - In einem Mehrfamilienhaus in der Hildesheimer Innenstadt haben sich filmreife Szenen abgespielt. Eine 23-Jährige hört Geräusche an der Tür und steht plötzlich zwei maskierten Männern gegenüber.

Die Polizei stellt die beiden Tatverdächtigen nach kurzer Zeit im Bahnhofsbereich. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Eine Frau hat zwei Einbrecher auf frischer Tat überrascht, die gerade in die Wohnung ihres Lebensgefährten einbrechen wollten. Die beiden Männer bedrohten die Frau mit einer Pistole, um so flüchten zu können. Der Polizei gelang es, zwei Tatverdächtige kurze Zeit später am Hildesheimer Bahnhof festzunehmen.

Maskierte Männer

Der Vorfall passierte am Montag gegen 12.30 Uhr. Ein 35-Jähriger und ein 40-Jähriger versuchten, die Wohnungstür eines Mehrfamilienhauses in der Straße Am Marienfriedhof gewaltsam aufzubrechen. Was die beiden Täter nicht ahnten: Die 23-jährige Lebensgefährtin hielt sich zu dieser Zeit in der Wohnung auf. Als die junge Frau merkwürdige Geräusche an der Tür hörte, wollte sie nachgucken. Was dann folgte, gleich einer filmreifen Szene. Als die Frau die Tür öffnete, standen ihr zwei maskierte Männer gegenüber. Erst waren die Beiden völlig verblüfft. Dann handelten sie schnell: Sie drängten die junge Frau zurück in die Wohnung und bedrohten sie mit einer Pistole und Pfefferspray.

Frau schreit laut

Die 23-Jährige begann laut zu schreien, um auf sich aufmerksam zu machen. Da bekamen die Männer Angst vor einer Entdeckung und ergriffen lieber die Flucht. Die junge Frau alarmierte geistesgegenwärtig sofort die Polizei und lieferte den Beamten auch noch eine Beschreibung der beiden Einbrecher. Mehrere Streifenwagen suchten nach den Verdächtigen. Im Bereich des Bahnhofs gelang es den Beamten, zwei Männer zu stellen, auf die die Beschreibung passte. Zudem hatten sie auch noch verdächtige Sachen dabei: Einbruchswerkzeuge, Schreckschusspistole sowie Pfefferspray. Die Beamten stellten alles sicher.

Weiterer Einbruch auf der Flucht

Die Polizei nahm beide Tatverdächtige fest und brachte sie zur Inspektion in die Wache an de Schützenwiese. Dort wurde der Fall immer kurioser. Bei der Vernehmung stellt sich nämlich heraus, dass der 40-Jährige sich auf der Flucht vorübergehend in einem Mehrfamilienhaus im Butterborn versteckt hatte. Dabei blieb er nicht untätig, sondern nutzte die Gelegenheit, um zwei Kellerräume aufzubrechen. Daraus stahl er eine Getränkekiste und Werkzeug. Dann setzte er seine Flucht weiter fort. Die Polizei stellte das Diebesgut sicher und gab es an die Eigentümer zurück. Die Straftat kam durch Zufall ans Licht. Der 40-Jährige hatte bei dem Kellereinbruch nämlich sein Handy liegengelassen.

Keine U-Haft

„Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft kommt für die Tatverdächtigen eine Untersuchungshaft nicht in Betracht –wegen fehlender Haftgründe“, erläutert Polizeisprecher Jan Makowski. Beide Männer durften die Wache wieder auf freiem Fuß verlassen. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

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