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Tarek Abu Ajamieh
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2G im Einzelhandel: Das trifft nicht die, die es treffen soll

Hildesheim - Die Einführung der bundesweit geplanten Regel würde in Hildesheim nicht in die Gesamtsituation passen und wäre ungerecht, meint Tarek Abu Ajamieh.

2G im Einzelhandel - das gehört zu den Maßnahmen, auf die sich Bund und Länder verständigt haben. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Mitten im Weihnachtsgeschäft 2G für den Einzelhandel einzuführen, ist gleich aus mehreren Gründen keine gute Idee – zumindest in Niedersachsen und damit auch im Kreis Hildesheim.

Erstens: Wen trifft es? Die lokalen Einzelhändler müssen allen Hygiene-Bemühungen zum trotz Umsatzeinbußen hinnehmen. Die Ungeimpften – von denen weniger Ansteckungsgefahr ausgehen dürfte als vorher, weil sich die Berufstätigen unter Ihnen arbeitstäglich testen lassen müssen – dürften auf den großen Onlinehandel ausweichen.

Die Lage bessert sich

Zweitens: Was ist die Absicht? Einschränkungen für Ungeimpfte sind da sinnvoll, wo sich das Virus gut verbreiten kann. Im privaten Kreis, bei Feiern, vielleicht auch in der Gastronomie – überall dort, wo Menschen für längere Zeit in einem Raum zusammenkommen. Sind die Einschränkungen aber Selbstzweck, um Menschen zur Impfung zu bewegen, dürfen nicht dritte darunter leiden.

Drittens: Wie ist die Lage? Die Inzidenzen sinken, die Zahl der Corona-Patienten, die ins Krankenhaus müssen, geht zurück, Niedersachsen ist der Warnstufe 1 wieder näher als der Stufe 3. Weil bisherige neue Regeln wirken, weil viele Menschen sich vernünftig verhalten, weil die Impfbereitschaft hoch ist. Dann Regeln zu verschärfen, weil anderswo in Deutschland die Lage viel schlechter ist und aus Prinzip überall das Gleiche Regeln gelten sollen, ist nicht nachvollziehbar und gefährdet die Akzeptanz der Vorgaben.

2G im Einzelhandel kann eine Option sein, zum Beispiel für die Warnstufe 3. Mehr nicht.

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