Bürgermeisterin bezieht Position

Absagen und Extra-Stab: So reagiert Sarstedt auf das Coronavirus

Sarstedt - Zwei große Musikveranstaltungen in Sarstedt fallen am Wochenende aus, auch die Feuerwehr schränkt sich ein. Und die Stadt-Spitze äußert sich erstmals.

Heike Brennecke erklärt die Schritte der Stadt Sarstedt mit Blick auf das Coronavirus. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Sarstedt - In Sarstedt gibt es bislang keine Corona-Infektionen und nach Informationen der Stadt bislang auch keine sogenannten begründeten Verdachtsfälle. Dennoch reagieren immer mehr Institutionen auf die Situation in Deutschland: So haben der Harmonika-Club Sarstedt und die Kulturgemeinschaft für Sonnabend geplante Konzerte abgesagt, sie sollen zu späteren Zeitpunkten nachgeholt werden. Die Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet setzen vorerst alle Übungsdienste in ihren Gebäuden aus – sowohl für die Erwachsenen als auch für Jugendliche und Kinder.

Im Rathaus selbst hat Brennecke inzwischen einen Stab etabliert, dem außer ihr selbst die drei Fachbereichsleiter Rembert Andermann, Birgit Beulen und Claudia Wallbaum, Stadtbrandmeister Jens Klug und für die Öffentlichkeitsarbeit Stadtmanagerin Andrea Satli angehören. „Wir halten auch außerhalb der Dienstzeiten engen Kontakt“, betont Brennecke.

Feuerwehr zieht Reißleine

Unter anderem sollen neue behördliche Informationen zum Coronavirus immer schnellstmöglich auf der Stadt-Homepage landen, damit sich die Bürger stets aktuell informieren können. Zudem wollen die sechs einander stets auf dem aktuellen Stand halten, um bei Fragen von Bürgern bestmöglich reagieren zu können.

„Die Gesundheit unserer Feuerwehrleute und damit die Einsatzfähigkeit hat absolute Priorität“, erklärte Stadtbrandmeister Jens Klug am Mittwochnachmittag bei einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch im Rathaus die Entscheidung, Übungsdienste bis auf weiteres ausfallen zu lassen. Er widersprach aber der Darstellung, die Feuerwehrhäuser würden gesperrt. „Wer da etwas zu tun hat, tut das.“

Bürgermeisterin Heike Brennecke trägt diese Entscheidung mit: Zudem müssten alle Bürger dazu beitragen, „dass es uns gelingt, die Ausbreitung des Virus zumindest zu verlangsamen, ohne deshalb in Panik zu verfallen“.

Akkordeon bleibt stumm

Ohne Verzicht gehe das nicht. So verschiebt der Harmonika-Club sein Jahreskonzert, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Brennecke hatte dies dringend empfohlen, nachdem der Landkreis Hildesheim am Dienstagabend eine neue Verfügung erlassen hatte: Demnach dürfen Menschen, die sich am 26. Februar oder später in einem der vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiete aufgehalten haben, Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Seniorenheime und Tageskliniken nicht mehr betreten.

Der Stadtsaal ist zugleich die Mensa des Schulzentrums und damit eine Schul-Immobilie. Deshalb empfahl Brennecke die Absage: „Da kommen viele Menschen auf engem Raum zusammen, und man weiß nicht von jedem, wo er in den vergangenen 14 Tagen war. Zudem könnten auch Haftungsfragen auf den Veranstalter zukommen.“ Daraufhin entschieden die Akkordeon-Spieler „schweren Herzens, aber aus Überzeugung“, wie die stellvertretende Vorsitzende Anja Eichler sagte, die Verschiebung.

Verbot für Musiker

Ebenfalls am Mittwoch entschloss sich die Kulturgemeinschaft Sarstedt zur Absage der Rock- und Bluesnacht im Haus am Junkernhof. Allerdings aus anderen Gründen: Mehreren der Musiker, die am Samstag mit ihren Bands auftreten wollten, wurde dies von ihren Arbeitgebern verboten, wie Hans Kollecker vom Vorstand der Kulturgemeinschaft erläuterte.

In den nächsten Tagen und Wochen stehen in Sarstedt viele weitere große und kleine Veranstaltungen an, unter anderem das Jahreskonzert des Blasorchesters, ebenfalls im Stadtsaal. Der Vorstand des Vereins wollte am Mittwochabend über eine mögliche Absage beraten.

Bürgermeisterin Brennecke wünscht sich indes vom Landkreis Hildesheim eine Art Marschroute, was die Stadt Veranstaltern in welcher Situation empfehlen soll: „Viele meiner Amtskollegen und auch ich selbst sind da derzeit etwas unsicher, eine kreisweite Linie wäre hilfreich.“

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