Neue Ortsräte

Arne Heims (SPD) bleibt Ortsbürgermeister in Drispenstedt – CDU im Streit

Drispenstedt - Der Ortsrat Drispenstedt hat Arne Heims (SPD) mit breiter Mehrheit als Ortsbürgermeister bestätigt. CDU-Kandidatin Annette Mikulski fiel durch – sogar bei der CDU

Geheime Wahl erforderlich: Verwaltungsmitarbeiterin Katja Ladwig und Roswitha Rothe (rechts) bereiten die Abstimmung vor. Links hinter Ladwig: der alte und neue Ortsbürgermeister Arne Heims. Foto: Christian Harborth

Drispenstedt - Arne Heims (SPD) bleibt Ortsbürgermeister von Drispenstedt. Bei der konstituierenden Sitzung des Gremiums am Dienstagabend im Stadtteiltreff stimmten neun der zehn Stimmberechtigten für den 52-Jährigen – also auch vier der fünf gewählten CDU-Mitglieder. Gegenkandidatin Annette Mikulski bekam lediglich eine Stimme.

In Drispenstedt hatte es nach der Kommunalwahl eine Patt-Situation zwischen SPD und CDU gegeben. Die SPD hatte zwar mehr Stimmen bekommen und deshalb theoretisch Anspruch auf sechs Sitze. Doch weil sie lediglich fünf Kandidaten aufgestellt hatte, bekam sie am Ende genauso viele Sitze wie die CDU.

Krachende Niederlage für CDU-Kandidatin Mikulski

Eine krachende Niederlage musste bei der konstituierenden Sitzung die CDU-Ortsverbandschefin Mikulski hinnehmen. Sie hatte zunächst Birgit Kaune-Vollmer als Kandidatin für den Ortsbürgermeister-Posten vorgeschlagen. Als diese ablehnte, warf Mikulski selbst ihren Hut in den Ring – bekam bei geheimer Wahl aber lediglich eine Stimme. Kaune-Vollmer übernahm anschließend bei zehn Ja-Stimmen den Posten der stellvertretenden Ortsbürgermeisterin.

Dass es bei der CDU mächtig knirscht, wurde auch bei der Verkündung der Fraktionen deutlich: Während die SPD eine Fraktion mit Kerstin Angermann als Sprecherin bildet, arbeiten die CDU-Politikerinnen und -politiker im Ortsrat künftig jeder für sich. „Wir bilden keine Fraktion“, erklärte denn auch der scheidende Fraktionschef Karl-Hermann Ruhland.

Absprache ohne die Ortsverbandschefin

„Wir haben hier leider die Situation, dass sich die Mitglieder untereinander nicht mögen“, wagte Dennis Münter, CDU-Fraktionschef im Stadtrat und am Dienstag als beratendes Mitglied im Ortsrat, auf HAZ-Nachfrage eine erste Erklärung. Die vier Christdemokraten, die für Heims votiert hätten, hätten sich im Vorfeld mit der SPD abgestimmt. „Frau Mikulski war an dieser Absprache nicht beteiligt.“ Die Ortsverbandschefin selbst zeigte sich nach der Wahl enttäuscht. Sie wirft ihren Parteikollegen „fehlende Professionalität“ vor.

Münter spricht davon, dass es natürlich nicht schön sei, wenn es im Zwischenmenschlichen nicht funktioniere. Insgesamt sei die CDU aber zufrieden, dass sie nach den Querelen der vergangenen Monate überhaupt Kandidaten für Drispenstedt gefunden habe. „Und beim Rest muss man jetzt mal sehen, wie man das repariert.“

Langjähriger Ortsbürgermeister Jürgen Köhn verabschiedet

Arne Heims bedankte sich beim Ortsrat für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. „Ich hoffe, dass wir weiterhin inhaltlich gut zusammenarbeiten werden und so viel für unseren Stadtteil tun können wie bisher“, sagte Heims. Dem schloss sich auch Stellvertreterin Kaune-Vollmer an.

Dem neuen Gremium gehören neben den beiden sowie Annette Mikulski und Kerstin Angermann die Mitglieder Roswitha Rothe, Sevda Aydogan und Horst Dick (alle SPD) sowie Manuela Jarzembski, Karl-Hermann Ruhland und Matthias-Heinrich Engelke (CDU) an.

Der langjährige Ortsbürgermeister Jürgen Köhn sowie Sarah Obornik, Hartmut Steffen, Andreas Paare und Franz Frankenberg wurden während der Sitzung verabschiedet. Bürgermeister Ulrich Kumme überreichte zudem Kreuzbrakteaten in Gold an die langjährigen Ortsratsmitglieder Steffen (15 Jahre), Kaune-Vollmer und Ruhland (jeweils 17 Jahre).

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