Handball, 3. Liga

Auch Eintrachts Abwehrchef Fynn Wiebe muss wohl gehen

Hildesheim - Hildesheims Trainer Jürgen Bätjer moniert: „Die Spieler dürfen nicht nur an die Verträge für die nächste Saison denken.“ Am Sonntag kommt Anhalt Bernburg in die Volksbank-Arena. Was wird aus Maurice Lungela?

Abwehrchef Fynn Wiebe spielt wohl in der kommenden Saison nicht mehr für die Eintracht. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Die Eintracht-Handballer haben schon wesentlich bessere Zeiten erlebt – auch, was die Stimmung im Team angeht. Nach der jüngsten 32:37-Niederlage in der 3. Liga beim SC Magdeburg II hatte Hildesheims Trainer Jürgen Bätjer moniert, dass seine Spieler „endlich wieder im Hier und Jetzt leben müssen und nicht nur an die Verträge für die nächste Saison denken dürfen“.

Viele Einträchtler sind kopfmäßig sehr mit der Zukunft beschäftigt. Ab Sommer übernimmt bekanntlich die neue HC Eintracht Hildesheim GmbH die Profi-Mannschaft – bei fast allen Handballern laufen die Verträge aus. Ausgenommen davon sind Rechtsaußen René Gruszka und Kreisläufer Niko Tzoufras. Einige Spieler – wie Lothar von Hermanni, Lukas Schieb und Jakub Lefan – haben bereits neue Kontrakte erhalten. Anderen, wie Leon Krka, liegt ein Angebot vor – und wieder andere schauen in die Röhre.

Zittern um die Verträge

Einer, der gehen muss, ist Abwehrchef Fynn Wiebe. Mit Wiebe wurde nach Informationen dieser Zeitung zwar verhandelt, doch weiterbeschäftigen will ihn Martin Murawski, Sportdirektor der neuen HC Eintracht GmbH, ab Juli aber nicht mehr. Diese Personalfragen sind andauerndes Thema innerhalb des Teams. Das sorgt bei denen, die um Verträge zittern, für Frust. Und es lenkt alle vom Wesentlichen ab: dem Handball spielen.

Die Mannschaft befindet sich im gehobenen Tabellenmittelfeld und konnte aus den vergangenen vier Partien nur 4:4 Punkte holen. Lediglich das Schlusslicht HSG Ostsee wurde souverän geschlagen, gegen den Drittletzten Burgwedel setzte sich die Eintracht in eigener Halle nur knapp durch, in Altenholz und Magdeburg gab es Niederlagen.

Geht auch Lungela?

Hinzu kommt, dass Leistungsträger wie Gruszka nicht die Form der vergangenen Saison haben, Führungsspieler wie Robin John verletzt und ausgemustert worden sind, und sich Eintracht-Urgestein Maurice Lungela mit Abwanderungsgedanken trägt.

Es war fast vorauszusehen, dass es eine schwierige Übergangs-Spielzeit wird, bevor Handball-Boss Gerald Oberbeck den Staffelstab an Murawski und Investor Delf Neumann übergibt. Einzig eine sportlich erfolgreiche Saison, in der Eintracht wieder um den Titel mitmischt, hätte diese zähe Angelegenheit verhindern können.

Weniger Zuschauer

Doch die Mannschaft präsentiert sich nicht gefestigt und stark genug, um mit Überflieger Dessau-Roßlauer HV und dem Zweiten Empor Rostock mitzuhalten – auch, wenn der Kader nicht wesentlich schlechter ist, als in der vergangenen Serie. Und die Personaldebatten machen alles noch schwieriger.

Nach 21 Spieltagen rangieren die Hildesheimer mit 25:17 Punkten auf Platz fünf. Bereits jetzt haben sie sich 17 Minuspunkte eingefangen. In der letzten Saison liefen die Einträchtler am Saisonende nach 30 Spielen mit insgesamt gerade zehn Minuszählern ins Ziel ein – punktgleich mit Meister Rostock. Die Leistung schlägt sich in den Zuschauerzahlen nieder: Kamen 2018/19 im Schnitt 1446 Fans in die Halle, sind es derzeit nur 1198.

Immerhin sind es noch fast 1200, die in die Arena pilgern. „Die Fans zahlen Eintritt! Die Spieler sollten trotz der Personalfragen so professionell sein, Leistung zu bringen und guten Handball zu zeigen“, sagt Noch-Geschäftsführer Oberbeck. Am Sonntag gastiert der SV Anhalt Bernburg in der Volksbank-Arena (Anpfiff 17 Uhr), eine Woche später empfangen die Hildesheimer die Füchse Berlin II.

Das fordert Hildesheims Trainer

„Wir müssen in den beiden Heimspielen eine Reaktion zeigen – und gewinnen“, fordert Trainer Bätjer. Er erhofft sich davon, dass sein Team Selbstvertrauen zurück gewinnt. „Das fehlt der Mannschaft. Aber wir schaffen das nur mit den Zuschauern im Rücken. Wir brauchen jetzt positive Unterstützung von den Rängen. Die Fans müssen uns helfen.“ Die helfen aber nur, wenn sie sehen, dass die Spieler alles geben.

Ob Eintrachts Linkshänder Max Berthold wieder spielen wird, ist fraglich. Er hatte sich vor zehn Tagen eine Bänderverletzung im Fuß zugezogen. Auch Matteo Ehlers konnte unter der Woche krankheitsbedingt nicht voll trainieren.

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