Zahlreiche Straftaten

Auch in Hildesheim zugeschlagen: Europaweite Fahndung nach Ex-RAF-Trio

Hildesheim - Nach drei EX-RAF-Terroristen soll europaweit gefahndet werden. Skrupellos sollen sie Supermärkte und Geldtransporter überfallen haben – auch 2016 in Bavenstedt. Erst im Januar gab es Hinweise, dass einer der Täter sich in Hildesheim aufhält.

Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen vermutlich die Ex-RAF Terroristen Burkhard Garweg (rechts) und Ernst-Volker-Staub, die im Mai 2016 in Hildesheim versuchten, einen Geldboten zu überfallen. Foto: Landeskriminalamt Niedersachsen

Hildesheim - Nach drei früheren Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF), die auch in Hildesheim zuschlugen, soll von Montag an in der gesamten Europäischen Union gefahndet werden. Einen entsprechenden Bericht des Magazins „Der Spiegel“ bestätigte eine Sprecherin des niedersächsischen Landeskriminalamts am Freitag. Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette leben seit gut drei Jahrzehnten im Untergrund. Schwer bewaffnet sollen sie zwischen 1999 und 2016 mehrere Geldtransporter und Kassenbüros von Supermärkten überfallen und ausgeraubt haben – vor allem in Norddeutschland.

Der Überfall auf einen Geldboten im Rewe-Center Bavenstedt im Mai 2016 wird unter anderem Staub und Garweg angelastet. Die Ermittler werteten Bilder einer Überwachungskamera aus – außerdem stießen sie in einem am Supermarkt gestohlenen VW Polo auf DNA-Spuren der Männer.

Die Fahndung nach den EX-RAF-Terroristen blieb bis jetzt ohne Erfolg. Erst im Januar hatte die Polizei nach Informationen der HAZ in Hildesheim unter anderem mit einem Hubschrauber nach Staub gesucht. Ergebnislos. Woher damals die Information kam, dass der Mann in der Stadt sei, ist unbekannt.

Menschenleben gefährdet

Dem Spiegel-Bericht zufolge werden für die europaweite Fahndung jetzt Steckbriefe von Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg auf der EU-Fahndungswebsite eumostwanted.eu veröffentlicht.

„Die Skrupel- und Rücksichtslosigkeit, mit denen die Täter bei ihren Taten Menschenleben gefährdet haben, rechtfertigen die Aufnahme der Flüchtigen auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher Europas“, sagte LKA-Chef Friedo de Vries dem „Spiegel“. „Mit der Veröffentlichung im europäischen Raum und der damit verbundenen Aufmerksamkeit hoffen wir auf den entscheidenden Tipp.“

Das Trio gehört zur sogenannten dritten Generation der RAF. Die drei Gesuchten sollen für mehrere Morde verantwortlich sein - unter anderem an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Zudem sollen sie teils mit schwerer Waffengewalt vor allem in Norddeutschland Geldtransporter, Kassenbüros und Supermärkte überfallen haben.

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