Polizei Bad Salzdetfurth

Bad Salzdetfurth: Aufmerksame Bankangestellte verhindert Betrug

Bad Salzdetfurth - Ein falscher Rechtsanwalt wollte eine ältere Dame zur Zahlung einer vierstelligen Summe überreden – für ein Gewinnspiel, an dem die Frau nie teilgenommen hatte.

Bei der Polizei in Hildesheim sind in den vergangenen Tagen vermehrt Betrugsversuche am Telefon angezeigt worden. Foto: Chris Gossmann

Bad Salzdetfurth - Eine aufmerksame Bankangestellte in Bad Salzdetfurth hat verhindert, dass eine Seniorin um einen vierstelligen Betrag gebracht wurde. Sie stoppte kurzerhand einen Überweisungsvorgang, weil er ihr merkwürdig vorkam. Zuvor war die ältere Dame durch Telefonanrufe so unter Druck gesetzt worden, dass sie die Summe am Donnerstag, 11. März, tatsächlich bezahlen wollte.

Erfundene Geschichte

„Die unbekannten Täter hatten mit ihrer erfundenen Geschichte kein Glück“, sagt Kristin Möller, Sprecherin der Polizei Hildesheim. Nach bisherigen Erkenntnissen meldete sich bereits Anfang der Woche telefonisch ein unbekannter Mann bei der Bad Salzdetfurtherin. Er stellte sich als Rechtsanwalt vor, der im Auftrag einer Inkassofirma arbeite. Der Mann teilte der Frau mit, dass sie an einem Gewinnspiel teilgenommen, aber nicht gezahlt habe. Die Dame stutzte und entgegnete, dass sie sich nicht daran erinnern könne, bei so einem Spiel je mitgemacht zu haben. Außerdem habe sie seitdem weder Rechnungen oder sogar Mahnungen erhalten, wehrte sie den vermeintlichen Juristen ab.

Doch der Unbekannte ließ nicht locker. Das Gewinnspiel, von dem er spreche, sei bereits im Jahr 2017 abgeschlossen worden. Als Beweis und Nachdruck für seine Forderungen nannte er eine vorhandene Aufnahme, die die Spielteilnahme bestätigt.

Drohung mit dem Gericht

Es blieb nicht bei dem einen Telefonat. In den folgenden Tagen meldete sich der Täter weiter bei der Seniorin, nun aber deutlich ungehaltener. Mit der Androhung, dass die Unterlagen bereits bei der Staatsanwaltschaft und dem Gericht liegen, wollte er die Frau unter Druck setzen. Was ihm auch zunächst gelang, da das Opfer tatsächlich zur Bank ging, um letztendlich den geforderten Betrag im unteren vierstelligen Bereich zu überweisen. Die geistesgegenwärtige Angestellte äußerte ihr Misstrauen. Zusammen mit der Seniorin ging sie zur Polizei, um den Betrug zu melden.

Vermehrt Betrugsversuche

„In den letzten Tagen gab es weitere Betrugsversuche“, sagt die Polizeisprecherin. Sie warnt, dass sich bei dieser Masche am Telefon die Täter oft als als Polizeibeamte, Amtspersonen oder aber entfernte Verwandte wie Neffen ausgeben. In einem weiteren Fall wollte ein Betrüger am Telefon mit einem Trick an die Konto-Daten eines Hildesheimer gelangen. Der Angerufene hatte angeblich eine Reise gewonnen. Um den Gewinn zu überweisen, sei eben die Kontoverbindung notwendig. „In allen Fällen reagierten die Senioren richtig und beendeten die Gespräche“, lobt Sprecherin Möller.

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