Digitaler Parteitag in Hildesheim

Bernd Althusmann als Landeschef der CDU-Niedersachsen wiedergewählt

Hildesheim - Mit Wirtschaftsminister Althusmann als Landeschef rüstet die CDU sich für die Kommunal- und Bundestagswahl in diesem und die Landtagswahl im nächsten Jahr. Auf dem weitgehend digitalen Landesparteitag in Hildesheim wurde Althusmann im Amt bestätigt.

Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU Niedersachsen, hält nach dem Landesparteitag in einem TV-Studio Blumen in den Händen. Aufgrund der Corona-Pandemie findet der Landesparteitag in virtueller Form statt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hildesheim - Bernd Althusmann bleibt Landeschef der CDU in Niedersachsen. Der 54-Jährige wurde am Samstag auf dem weitestgehend online organisierten CDU-Landesparteitag in Hildesheim mit 89,8 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Althusmann ist seit Ende 2017 Wirtschafts- und Verkehrsminister in Niedersachsen sowie stellvertretender Ministerpräsident. Im Januar wurde er ins Präsidium der CDU Deutschland wiedergewählt. Der CDU-Landesverband in Niedersachsen ist der drittgrößte in Deutschland.

Als Generalsekretär wurde Sebastian Lechner (40) zum Nachfolger von Kai Seefried gewählt, der in Stade als Landrat kandidiert. Lechner hatte das Amt zuletzt bereits kommissarisch übernommen. Er erhielt 95,2 Prozent der Stimmen. Die Online-Wahlen müssen im Nachgang noch mit einer Briefwahl bestätigt werden.

Warnung vor Corona-Müdigkeit

In seiner Rede, die über 400 Delegierte landesweit online verfolgten, warnte Althusmann vor den Folgen einer Corona-Müdigkeit in der Bevölkerung. Das Vertrauen der Menschen drohe verloren zu gehen. Das Corona-Virus mit seinen Mutationen sei eine große Gefahr, die größte Gefahr sei allerdings der Spaltpilz. Mit einem Stufenplan, einem Impfplan und einem Testplan müsse die Regierung den Menschen in Niedersachsen zeigen, dass sie handlungsfähig ist. Insbesondere das großflächige Testen von Schülern, Lehrkräften und Erzieherinnen müsse nun vorangetrieben werden.


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Für ein Durchstarten der Wirtschaft nach der Corona-Krise sei es nötig, den Klimaschutz und eine moderne Industriepolitik zusammenzuführen, unterstrich Althusmann. Außerdem kritisierte er das geplante Insektenschutzgesetz der Bundesregierung. Der Entwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) drohe den mühsam gefundenen Kompromiss zwischen Agrarbranche und Umweltschützern kaputt zu machen, der Landwirten Anreize für mehr Artenschutz gibt.

Zugeschaltet zu dem Parteitag, der coronabedingt verkürzt und mehrfach verlegt worden war, wurden die Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen und Bayern, Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU). Vor den Bund-Länder-Beratungen zum Corona-Kurs warnte Söder vor überstürzten Lockerungen mit der Gefahr eines Rückfalls. Laschet forderte eine Priorität für Schule und Kinder bei möglichen Lockerungen.

Wulff zugeschaltet

Als weiterer Gast wurde der ehemalige Minister- und Bundespräsident Christian Wulff (CDU) zu dem Parteitag zugeschaltet. Er erinnerte an zurückliegende Erfolge der CDU und die Wahl von Ernst Albrecht zum ersten von der CDU gestellten Ministerpräsidenten in Niedersachsen auf den Tag genau vor 45 Jahren.

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