Organisierte Kriminalität

BKA stellt Erkenntnisse zu Familienclans vor

Berlin - Die abgeschottete Welt von Clans stellt für Ermittler in Deutschland eine besondere Herausforderung dar. In mehreren Bundesländern wird das zum Problem. In Niedersachsen ist Hildesheim eine der Hochburgen.

In Sachen Clan-Kriminalität soll das BKA die Polizeibehörden künftig unterstützen. Foto: dpa

Berlin - Der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, stellt an diesem Dienstag in Berlin das aktuelle Lagebild zur Organisierten Kriminalität vor. Neu ist diesmal ein besonderes Augenmerk auf arabische und kurdische Familienclans. Die sind vor allem in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein Problem. Weil diesen Verbrecherbanden in der Regel nur Familienmitglieder angehören, ist es für die Polizei oftmals schwierig, an Informationen zu kommen.

Das BKA soll die Polizeibehörden der Länder hier künftig unterstützen - auch wenn es darum geht, die Abschiebung eines kriminellen Clan-Mitglieds vorzubereiten. In Niedersachsen sind neben Hannover auch Hildesheim und Peine Hochburgen von Clan-Kriminalität. Das geht aus Daten hervor, die das Innenministerium im Juli 2019 vorgestellt hat. Im August 2018 hatte es in Hildesheim, Hannover und Salzgitter Razzien gegeben, das Innenministerium sprach danach von „Clan-Kriminalität“.

Forderung des Deutschen Richterbundes

Mit dabei auf dem Podium in Berlin ist Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Er verweist seit Monaten auf die laut Polizeistatistik insgesamt gesunkene Kriminalitätsbelastung und die gestiegene Aufklärungsquote.

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, verlangt von den Bundesländern, mehr Personal für den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität bereitzustellen. „Die verschärften Vorschriften zur Vermögensabschöpfung haben sich im Kampf gegen Organisierte Kriminalität bewährt“, sagte Rebehn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Im Vollzug der Vorschriften gibt es noch Luft nach oben, weil es an Rechtspflegern, Staatsanwälten und Richtern fehlt, um die neuen gesetzlichen Möglichkeiten flächendeckend ausschöpfen zu können.“ Wichtig sei darüber hinaus eine weitergehende Spezialisierung.

  • Hildesheim
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