In Flaschen in die Stadt bringen

Brunnenwasser belastet? Verein überprüft am Mittwoch Proben in Hildesheim

Hildesheim - Trinkwasser für Gartenpools zu verwenden, schadet nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt. Wer sein Brunnenwasser überprüfen lassen möchte, kann das heute in der Stadt tun.

Harald Gülzow im Labormobil beim Analysieren einer Brunnenwasserprobe. Foto: VRS Gewässerschutz

Hildesheim - Die warme Jahreszeit ist endgültig vorbei, viele Pools und Planschbecken sind längst wieder in den Garagen und Kellern verschwunden. Doch die nächste heiße Zeit wird kommen, die Becken müssen wieder gefüllt werden – und der Wasserverbrauch wird erheblich steigen.

Von 15 bis 17 Uhr in der Fußgängerzone

Um sowohl aus Umwelt- als auch aus Kostengründen nicht tausende Liter Trinkwasser aus der Leitung in den Garten zu schießen, empfehlen Klimaschützer, auf Wasser aus dem eigenen Gartenbrunnen zurückzugreifen. Damit das kühle Nass nicht schädlich ist, überprüft der gemeinnützige Verein VSR-Gewässerschutz heute von 15 bis 17 Uhr in der Hildesheimer Innenstadt an der Ecke Hoher Weg/Rathausstraße Wasserproben.

Wer mag, kann eine Probe seines Wassers zum Labormobil bringen und sie für eine Kostenbeteiligung von 12 Euro auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt untersuchen lassen. Für ein aussagekräftiges Ergebnis sollte das Wasser bestenfalls in einer bis zum Rand gefüllten 0,5-Liter-Flasche aus Kunststoff gebracht werden. Die Probe wird vor Ort durchgeführt, daher können die Ergebnisse schon am Ende der Aktion abgeholt werden. Eine teurere Analyse, die das Wasser auf Eisen, Phosphat und Bakterien testet, dauert länger. Hierbei schickt der Verein die Auswertung später per Post zum Brunnenbesitzer.

Individuelle Beratung

Wer seine Probe abholt, wird allerdings nicht mit einer mit Zahlen beschriebenen Info-Karte alleine gelassen. „Das Team berät anhand der Messergebnisse, wofür das Brunnenwasser geeignet ist“, sagt Harald Gülzow, Pressesprecher des Vereins. Neben der allgemeinen Beratung bietet der Gewässerschutz auch eine individuelle Beratung an, um mögliche Belastungen des Wasser und deren Ursachen zu besprechen und Lösungen vorzuschlagen.

Der Verein engagiert sich seit 39 Jahren für den Schutz von Grund- und Oberflächenwasser. Man wolle bei dem Thema Wasserqualität eine breite Öffentlichkeit einbeziehen, heißt es. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: unbelastetes Grundwasser“, sagt die Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. Um dazu beizutragen, sei es wichtig, die Menschen über mögliche Belastungen zu informieren.

„Viele Belastungen kann man nicht sehen oder riechen“

Diese entstehen unter anderem durch die moderne Landwirtschaft. „Nitrate und Pestizide verschmutzen das Wasser unserer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region“, sagt Harald Gülzow. Wenn Nitrat als Bestandteil von Dünger auf den Feldern verteilt wird, bestehe immer die Gefahr, dass es ins Grundwasser gelangt.

Das schade nicht nur den Pflanzen beim Gießen, sondern sei auch für Menschen gefährlich, gerade für die kleineren, die anfälliger für Krankheitserreger sind. „Viele Belastungen kann man nicht sehen oder riechen“, sagt Gülzow. Daher sei es sehr wichtig, dass geklärt wird, „ob das eigene Brunnenwasser ohne Gesundheitsgefahren für die Kinder zum Planschen oder gar zum Trinken geeignet ist.“

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