Gottesdienste trotz Corona

Bund und Länder erlauben gemeinschaftliche Gottesdienste

Berlin - Bund und Länder unter bestimmten Abstands- und Hygieneregeln wieder Gottesdienstbesuche erlauben.

Die Kirchen sind seit einigen Wochen leer. Es durften keine Gottesdienste abgehalten werden. Foto: Sebastian Gollnow

Berlin - Nach dem Verbot religiöser Versammlungen wegen der Corona-Epidemie sind Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen in Niedersachsen vom 7. Mai an unter Auflagen wieder möglich. Eine entsprechende Vereinbarung habe Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch mit den Religionsgemeinschaften getroffen, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit.

Bundesweit wollen Bund und Länder unter bestimmten Abstands- und Hygieneregeln wieder Gottesdienstbesuche erlauben. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag in einer Schaltkonferenz vereinbart, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Auch besondere religiöse Feste wie Taufen, Beschneidungen oder Hochzeiten sowie Trauergottesdienste sollen in kleinem Kreis wieder möglich sein.

Gottesdienste in Niedersachsen auch ab sofort möglich

In Niedersachsen seien religiöse Feiern darüber hinaus mit einer Ausnahmegenehmigung der zuständigen Kommune bereits ab sofort wieder möglich, ergänzte die Staatskanzlei. Hintergrund ist, dass das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch in einem Eilentscheid das bisherige kategorische Verbot von religiösen Versammlungen in Niedersachsen aufgehoben und die Möglichkeit von Ausnahmen im Einzelfall eingeräumt hatte.

Das Niedersächsische Sozialministerium hat in den vergangenen Tagen mit den großen Kirchen, aber auch mit den Verbänden der muslimischen Gemeinschaften Hygienepläne vorbereitet, wie die Staatskanzlei erklärte.

Gottesdienste nach Regeln

So sollen mindestens zehn Quadratmeter für jeden Gläubigen zur Verfügung stehen. Ein Abstand von mindestens anderthalb Metern müsse stets gewahrt werden, auch in den Eingangs- und Ausgangsbereichen. Familien und Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, können zusam- mensitzen, soweit dies organisatorisch möglich sei. Auf gemeinschaftlichen Gesang der Gläubigen müsse möglichst verzichtet oder auf das Notwendigste begrenzt werden. Kelche, Wasserbecken oder ähnliches werde vorerst nicht genutzt.

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