Bei Continental und der Gilde-Brauerei

Conti- und Gilde-Mitarbeiter streiken

Hannover - In Hannover streiken am Mittwoch die Mitarbeiter von Continental und der Gilde-Brauerei. Bei Conti geht es um Stellenabbau, bei Gilde um den neuen Tarifvertrag.

Die Mitarbeiter der Gilde-Brauerei ziehen am Mittwoch vor den niedersächsischen Landtag. Es ist für sie bereits der sechste Warnstreik. Foto: Privat

Hannover - Angesichts des geplanten Stellenabbaus bei Continental ruft die IG Metall für Mittwoch (9 Uhr) zu einer Demonstration vor der Zentrale des Unternehmens in Hannover auf. Auch die Mitarbeiter der Gilde-Brauerei in Hannover sind im Streit über einen neuen Tarifvertrag zum Warnstreik aufgerufen – zum sechsten Mal.

Vor der Conti-Firmenzentrale werden nach Angaben der Gewerkschaft mehrere Hundert Beschäftigte auch von anderen Standorten erwartet. Mitarbeiter aus Roding sowie Regensburg in Bayern werden nach Hannover fahren, um dort gegen die angekündigten Standortschließungen und den Beschäftigungsabbau zu demonstrieren. Auch aus Gifhorn und den hessischen Standorten Babenhausen und Bebra werden Demonstranten erwartet.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Conti will sich mit einem weitreichenden Umbauprogramm gegen die aufziehende Krise in der Branche stemmen. Mit Tausenden Stellenstreichungen in weniger zukunftsträchtigen Sparten, möglichen Verkäufen und dem Ausbau von Elektromobilität und Software will Konzernchef Elmar Degenhart gegensteuern und die Kosten senken.

Unterstützung für Gilde-Mitarbeiter von der Politik

Mehrere Politiker von SPD, Grünen und Linken wollen der Belegschaft der Gilde-Brauerei nach Angaben der Gewerkschaft NGG am Mittwoch ihre Solidarität ausdrücken. Im Rahmen des ganztägigen Warnstreiks ist eine Kundgebung (13 Uhr) vor dem niedersächsischen Landtag geplant. Für den kommenden Montag sei zudem eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über weitere Arbeitskampfmaßnahmen angesetzt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verlangt von der Gilde-Geschäftsführung, die Gespräche über einen Tarifvertrag wieder aufzunehmen. Schon vor zwei Wochen hatte die NGG signalisiert, gegebenenfalls von ihren Maximalforderungen abzurücken. Neben höheren Löhnen geht es etwa um Fragen der Alterssicherung sowie um Urlaubs- und Weihnachtsgeld für die Beschäftigten.

Gilde schreibt Verluste

„Unsere Geschäftsführer weigern sich unverändert, mit uns an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte Betriebsratschef Julian Weinz. Seitdem Gilde 2016 von der Brauereigruppe TCB übernommen wurde, gelten Tarifbedingungen laut NGG nur noch für rund die Hälfte der mehr als 130 Mitarbeiter. Das Management will nach Angaben von Anfang Oktober zunächst die Brauerei umstrukturieren, bevor sie weiter verhandelt. Gilde schreibt seit Jahren Verluste.

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