Übersicht der Maßnahmen

Corona-Lockerungen: Was sich am Montag ändert und was nicht

Hannover - Auch in Niedersachsen greifen von kommender Woche an mehrere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Bis der Vor-Krisen-Alltag wieder einkehrt, wird es aber noch einige Zeit dauern.

Beim Einkaufen und im Nahverkehr muss man nach wie vor eine Mund-Nase-Bedeckung tragen – wann sich das ändert, ist ungewiss. Doch am Montag treten andere Lockerungen in Kraft. Foto: Chris Gossmann

Hannover - Die „neue Normalität“ in der Corona-Krise, die Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für Niedersachsen anstrebt, nimmt langsam Gestalt an. Nach den Bund-Länder-Beratungen unter der Woche legt das Land seine Corona-Verordnung neu auf, mit deutlich weniger Beschränkungen als in den vergangenen Wochen. Ein Überblick.

Restaurants

Wer in Niedersachsen nach der Wiedereröffnung ein Restaurant oder Café besuchen will, muss dort Namen und Telefonnummer hinterlegen. Das geht aus der überarbeiteten Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hervor, die das Sozialministerium am Samstag in Hannover veröffentlichte.

Für einen Besuch im Restaurant, Café oder Biergarten sei keine Reservierung erforderlich, erläuterte das Ministerium. Sie werde aber dringend empfohlen. Zwingend sei, dass jeder Gast als Kontaktdaten seinen Namen, Vornamen und eine Telefonnummer angibt. So sollen mögliche Infektionsketten später zurückverfolgt werden. Die Wirte müssen auch genau vermerken, wann ein Gast gekommen und gegangen ist. «Ein Gast darf nur bedient werden, wenn er mit der Dokumentation einverstanden ist», heißt es in der Verordnung. Die Daten müssen drei Wochen aufbewahrt werden.

Einkaufen

Von Montag an dürfen alle Geschäfte - unter Auflagen - wieder öffnen. Die Beschränkung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter entfällt ebenso wie die Berücksichtigung der Branche, was zum Beispiel die Möbelhäuser freut. Allerdings müssen Mindestabstände und andere Hygienestandards eingehalten werden.

Tourismus

Der Urlaub wird wieder möglich - und zwar von Montag an zunächst in Ferienwohnungen und -häusern, auf Campingplätzen, Booten und im Wohnmobil. In die Ferienwohnungen dürfen aber nur alle sieben Tage neue Gäste kommen: Die sogenannte „Wiederbelegungsfrist“ bedeutet, dass eine Wohnung zum Beispiel nach einer viertägigen Belegung drei Tage frei bleiben muss. Für die anderen Unterkünfte gilt das nicht, sie dürfen aber nur die Hälfte der Plätze vergeben. Hotels dürfen erst am 25. Mai wieder Gäste begrüßen.

Kinder

Die Betreuungsmöglichkeiten werden ausgeweitet, allerdings in mehreren Stufen. Bereits von Montag an soll die Kindertagespflege in den regulären Betrieb zurückkehren, zuerst über einzelne Tagesmütter und -väter, vom 18. Mai an dann mit Großpflegestellen. Ebenfalls vom 18. Mai an soll die Betreuungsquote von zuletzt knapp sechs Prozent nach und nach auf bis zu 40 Prozent steigen. Die Rückkehr zum Regelbetrieb in den Kitas ist erst für den 1. August geplant.

Schulen

Nach den Abschlussjahrgängen 4, 9/10 und 13 geht es am Montag auch für die Stufe 12 zurück in die Klassenräume. Eine Woche später folgen die Drittklässler und die Jahrgänge 9/10 ohne Abschlussprüfung. Ziel ist, dass Schritt für Schritt alle Klassen noch vor den Sommerferien wieder in die Schule gehen können.

Kosmetik

Sogenannte „personennahe Dienstleistungen“ mit ähnlichen Hygiene-Voraussetzungen wie Friseure werden von Montag an zugelassen. Als Beispiele nennt die Landesregierung Kosmetiksalons, Maniküre und Massage. Die Details soll die für Samstag erwartete neue Corona-Verordnung klären. Die Friseure haben bereits seit Montag wieder geöffnet. Bartpflege und Wimpernfärben sind davon allerdings wegen arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben ausgenommen.

Sport

Hier ändert sich am Montag nichts, weil eine Reihe von Lockerungen schon erfolgt ist. Seit Mittwoch ist kontaktloser Sport im Freien wieder möglich. Unter anderem bei Eintracht Hildesheim ging es bereits wieder mit Trainingseinheiten unter strengen Auflagen los. Eine Beschränkung nach Sportarten gibt es dabei nicht, allerdings muss ein Zwei-Meter-Abstand jederzeit gewahrt werden. Die nächste Neuerung ist für den 25. Mai geplant, dann sollen die Freibäder unter Auflagen öffnen dürfen.

Veranstaltungen

Große Events mit mehr als 1000 Teilnehmern wird es frühestens im September wieder geben. Aber auch kleinere öffentliche Veranstaltungen sind noch untersagt - eine schrittweise Öffnung sieht Niedersachsens Stufenplan erst in Phase vier vor, die frühestens Anfang Juni greifen soll. Gottesdienste sind dagegen schon jetzt wieder möglich. Für Demonstrationen sind Ausnahmegenehmigungen drin.

Kontaktverbot

Die Zwei-Personen-Regel wird etwas gelockert. Mitglieder aus einem Hausstand dürfen sich von Montag an mit denen eines anderen Hausstands treffen, etwa auch im Restaurant. Ob die Teilnehmerzahl dabei beschränkt wird oder nicht, war nach den Bund-Länder-Beratungen für Niedersachsen noch nicht entschieden.

Pflegeheime

Die Landesregierung setzt die von Bund und Ländern vereinbarte „Tandem-Lösung“ für Alten- und Pflegeheime vorerst nicht um. Das Besuchsverbot wegen der Corona-Pandemie wird nicht gelockert. Aus Hildesheim hatte es große Bedenken gegeben.

Maskenpflicht

Ein Ausstiegsdatum für die verpflichtende Mund-Nase-Bedeckung beim Einkaufen und im Nahverkehr gibt es noch nicht - auch nicht im Fünf-Stufen-Plan der Landesregierung, der sich über mehrere Wochen bis tief in den Juni erstreckt. Stoffmasken und Tücher dürften also auch im Sommer noch vielerorts das Bild prägen.

Notfallmechanismus

Um nicht unkontrolliert in eine zweite Infektionswelle zu geraten, haben sich Bund und Länder im Zuge der neuen Lockerungen auf eine Notbremse verständigt. Dazu wird die Zahl der Neuinfektionen auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte betrachtet: Gibt es binnen sieben Tagen mehr als 50 neue Fälle pro 100 000 Einwohner, müssen umgehend neue Beschränkungen greifen. In Niedersachsen liegen alle Regionen bislang deutlich unter der Marke. Ministerpräsident Weil hat angekündigt, dass das Land im Zweifelsfall auch vor Erreichen der Obergrenze eingreifen würde.

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