Landkreis Hildesheim

Corona: Noch mehr Einrichtungen müssen Kontaktdaten von Kunden sammeln

Kreis Hildesheim - Bisher mussten vor allem Friseure und Restaurantbesitzer Namen und Adressen sowie Telefonnummern ihrer Kunden sammeln. Künftig ist das für viele weitere Einrichtungen Pflicht.

Friseure, Spielhallen, Volkshochschulen, Kosmetikstudios: An diesen Orten und vielen anderen werden künftig persönliche Daten dokumentiert. Foto: Kaiser/Bornemann/dpa

Kreis Hildesheim - Wegen der Corona-Krise werden künftig in noch mehr Einrichtungen persönliche Daten von Besuchern dokumentiert. Bisher mussten vor allem Friseure und Restaurantbesitzer Namen und Adressen sowie Telefonnummern ihrer Kunden sammeln. Nach Angaben des Landkreises Hildesheim wird die Dokumentationspflicht im Zuge der neuen Corona-Regeln des Landes Niedersachsen ausgeweitet.

Das liege vor allem daran, dass die meisten Menschen durch die Lockerungen der Corona-Regeln wieder mit mehr Menschen Kontakt haben, auch wenn sie weiterhin die Treffen auf ein Minimum begrenzen sollen. „Mit jeder Lockerung, die die Anzahl der Kontakte der Menschen miteinander erhöht, steigt auch wieder die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus“, heißt es in einer Presseerklärung des Landkreises. Die erhobenen Daten seien dringend nötig, damit Menschen, die Kontakt mit einem Infizierten hatten, schnell gefunden und getestet werden können.

Keine Daten gespeichert

Alle Kunden sind nach Angaben des Landkreises dazu verpflichtet, ihren Namen, ihre Adresse und Telefonnummer anzugeben sowie den Zeitpunkt des Betretens und des Verlassens der Einrichtung. Wer einen falschen Namen angibt, handelt nicht nur verantwortungslos gegenüber anderen, sondern riskiert damit auch seinen eigenen Schutz. Den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes ist es dann nämlich nicht möglich, ihn zu kontaktieren, wenn er sich infiziert haben könnte.

Die Kontaktdaten dürfen vom Betreiber nicht zu anderen Zwecken – zum Beispiel für Werbung oder für eine Kundenkartei – verwendet werden und müssen nach einem Monat vernichtet werden.

Hier werden Daten dokumentiert

– Beratungsstellen (z.B. Seniorenberatung, Pflegeberatung, Familienberatung, Erziehungsberatung, Migrationsberatung, Gewaltberatung, Lebensberatung, Wohnungslosen- und Obdachlosenberatung, Drogenberatung, Suchtberatung, Anerkennungsberatung)

– Bootsverleih , Stand up-Paddling-Verleih

– Busreisen (touristisch)

– Fahrradverleih

– Fahrschulen, Flugschulen

– Fitnesstudios

– Friseure, Barbershops, mobile Friseure

– Gaststätten, Bars, Kneipen etc. (drinnen und draußen)

– Heime für ältere, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit Behinderungen sowie ambulant betreute Wohnformen und Tagespflege

– Jugendarbeit

– Kinderbetreuung (privat)

– Kosmetikstudios, Maniküre, Pediküre

– Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen

– Kulturelle Veranstaltungen im Freien (Ausnahme Autokino)

– Massagepraxen, Physiotherapie

– Musikschulen, Bläserensembles, Bläserorchester und Chöre

– Optiker, Hörgeräteakustiker

– Schiffsfahrten (touristisch)

– Sonnenstudios

– Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros

– Tattoo- und Piercingstudios

– Volkshochschulen und sonstige öffentliche oder private Bildungseinrichtungen

– Werkstätten und Tagesförderstätten für behinderte Menschen

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