Pandemiebekämpfung

Corona-Zahlen explodieren – und das Hildesheimer Gesundheitsamt ist nicht zu erreichen

Kreis Hildesheim - Die Corona-Zahlen steigen auch im Landkreis Hildesheim stetig. Doch als Betroffener das Gesundheitsamt zu erreichen, scheint schier unmöglich.

Im Hildesheimer Gesundheitsamt jemanden ans Telefon zu bekommen, ist im Moment gar nicht so einfach. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - Am vergangenen Samstag ist Michael Westphal von einer Namibia-Reise zurück nach Deutschland gekommen. Am Frankfurter Flughafen verfügten Mitarbeiter des dortigen Gesundheitsamtes eine vorläufige Quarantäne. Ob er endgültig in Quarantäne muss, sollte das Gesundheitsamt vor Ort entscheiden.

Da Westphal in Hildesheim wohnt, versuchte er seitdem unzählige Male, jemanden im dortigen Amt an die Strippe zu bekommen. Bis Dienstagnachmittag blieb er damit erfolglos. „Allein am Montag habe ich es 60 oder 70 mal versucht“, sagt Westphal. Mehrere Nummern hat er probiert, aber noch nicht mal eine Warteschleife gebe es.

Nicht die ersten Beschwerden

Der Hildesheimer wundert sich auch deshalb über die schlechte Erreichbarkeit, weil andere Mitglieder seiner Reisegruppe aus Leipzig, Osnabrück oder Göttingen keine Probleme hatten, ihre Gesundheitsämter zu erreichen und eine Auskunft über ihre Quarantäne zu bekommen. Westphal ist nicht der einzige, der Schwierigkeiten hat, im Gesundheitsamt jemanden ans Telefon zu bekommen. Bei Google finden sich zahlreiche negative Bewertungen der Behörde, meist geht es dabei um die schlechte Erreichbarkeit.

Und nicht nur Privatpersonen haben Probleme, das Gesundheitsamt zu erreichen. Auch die Kulturfabrik, die ihre große Halle im Dezember nicht mehr für Veranstaltungen nutzen will, sondern zum Impfzentrum umgestalten möchte, kommt beispielsweise nicht weiter: „Es ist nach wie vor so, dass beim Gesundheitsamt und beim Landkreis niemand zu erreichen ist. Das ist unbefriedigend“, so Kufa-Geschäftsführer Stefan Wehner.



Bereits Ende Oktober hatte es darüber Beschwerden gegeben. Damals hatte deren Leiterin, Dr. Katharina Hüppe, neben personellen auch technische Gründe angeführt. So erhielten Anrufer ein Freizeichen, obwohl der Mitarbeiter auf einer anderen Leitung telefonierte.

Keine Warteschleife, sondern Bandansage

Dieses Problem sei inzwischen behoben, versichert Kreissprecherin Sina Pfahl. Sie räumt allerdings auch ein, dass das Gesundheitsamt in Zeiten wie diesen nicht immer erreichbar ist. „Das Anrufaufkommen ist – insbesondere bei neuen Regelungen – enorm. Es gelingt an solchen Tagen nicht immer, sämtliche Anrufe entgegenzunehmen“, sagt Pfahl. Das scheint angesichts der Schilderungen von Westphal und anderer Bürgerinnen und Bürger noch ziemlich untertrieben zu sein.

Wenn alle Leitungen belegt sind, erhalten Anrufer nun kein Freizeichen mehr, sondern eine Bandansage. So solle verhindert werden, dass Anrufer „scheinbar endlos in einer Warteschleife hängen“ müssen, erläutert Pfahl. Die Ansage enthält unter anderem Informationen darüber, wie das Amt abseits der Telefonhotline zu erreichen ist. Dies ist über die E-Mail-Adressen reiserückkehrer@landkreishildesheim.de sowie gesundheit@landkreishildesheim.de möglich. Die Hotline unter der Nummer 0 51 21 / 3 09-77 77 ist montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr geschaltet. Den Reiserückkehrer Michael Westphal hat der Landkreis inzwischen persönlich kontaktiert, wie Sprecherin Pfahl berichtet.

  • Region
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel