Einkaufshilfe statt Streik

Coronavirus: Fridays for Future möchte Risiko-Gruppe unterstützen

Hildesheim - Der Schulbesuch ist ausgesetzt, die Streiks der Umweltschützer auch. In der freien Zeit wollen die Schüler nun mit Lastenrädern den Einkauf für Corona-Betroffene liefern.

Mit Lastenfahrrädern wollen die Aktivisten die Lebensmittel zu den betroffenen Menschen bringen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Keine Schule, kein Streik – für die Umweltschützer der „Fridays for Future“-Bewegung ist die Corona-Krise kein Grund, ihre Aktionen auszusetzen. Auch wenn das Thema Klimawandel vorübergehend in den Hintergrund zu rücken scheint, wollen sich die Schüler weiter engagieren. Sie bieten ab Samstagmorgen einen Einkaufs- und Lieferservice an.

„Krise muss ernst genommen werden“

„Eine Krise ist eine Krise“, sagt Vera Wagner, Sprecherin der Hildesheimer Ortsgruppe. „So wie die Klimakrise sollte auch der Corona-Ausbruch ernst genommen werden.“ Da die Protestaktionen bis auf Weiteres nicht stattfinden werden, möchte die Bewegung den vom Virus besonders betroffenen Menschen helfen – auch, da aufgrund des Schulausfalls nun viel Zeit bleibt.

„Menschen, die älter sind oder Vorerkrankungen haben, sollten das Haus nicht verlassen“, sagt Wagner. Diese Personen, die einer Risikogruppe angehören, könnten bei einer Infizierung einen besonders schwerwiegenden Krankheitsverlauf haben. Damit Lebens- und Hygienemittel dennoch ausreichend vorhanden sind, bieten die Aktivisten Hilfe an.

Nach allen Hygiene-Standards

„Wer über 60 Jahre alt ist oder eine Vorerkrankung hat, kann sich bei uns melden“, sagt Wagner. Nach Absprache würden die Schüler dann die benötigten Dinge einkaufen und mit Lastenrädern bis vor die Haustür bringen.

„Natürlich halten wir dabei die hygienischen Standards ein“, sagt Wagner. Heißt: Nötigenfalls werden die Lebensmittel nur mit Handschuhen angefasst und vor der Haustür abgelegt. Auch bei der Bezahlung an der Haustür soll der persönliche Kontakt vollständig vermieden werden. „Diese Einzelheiten klären wir immer vorher im Einzelfall ab“, sagt Wagner.

Kontakt auf allen Kanälen

Wie viele Leute Hilfe benötigen, kann die Sprecherin noch nicht abschätzen. Ein knappes Dutzend Aktivisten beteiligt sich aber mindestens an der Aktion und steht im Wechsel für Aufträge zur Verfügung. Erreicht werden können die Schüler die Instagramseite der Hildesheimer „Fridays for Future“-Bewegung, per Mail an FFFLieferservice@gmail.com oder mit einem Anruf an die Nummer 01 51 / 54 75 03 97 (zwischen 10 und 18 Uhr).

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel