Jedes Kind zählt einzeln

Diese verschärften Corona-Kontaktregeln gelten ab Sonntag in Niedersachsen

Hannover - Von Sonntag an treten verschärfte Corona-Regeln für Niedersachsen in Kraft. Nur noch ein Haushalt und eine weitere Person dürfen sich treffen. Dabei werden anders als bisher Kinder unter 14 Jahren mitgezählt – auch Babys.

Maske auf: Dieses Gebot bleibt bestehen. Aber neue Einschränkungen kommen hinzu. Foto: Chris Gossmann (HAZ Archiv)

Hannover - Von Sonntag an werden auch in Niedersachsen verschärfte Corona-Regeln gelten. Das Land setzt damit die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz um. „Wir leiten erneut harte Maßnahmen ein“, sagte Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona Krisenstabs der Landesregierung, am Freitagvormittag. Grundsätzlich dürfen sich künftig nur noch ein Haushalt sowie eine weitere Person treffen – unabhängig vom Alter der Kinder.

„Dann muss der Mann auf das Baby aufpassen“

So darf beispielsweise eine Mutter nicht mit ihrem Baby ihre Eltern besuchen. „Dann muss sie ihren Mann oder eine Nachbarin bitten, auf das Baby aufzupassen“, betonte Regierungssprecherin Anke Pörksen. „Alle Kinder werden einzeln mitgezählt.“ Bei getrennt lebenden Eltern werden die Kinder jedoch zu beiden Haushalten gezählt, Treffen sind also weiter möglich.


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Auch für Begleitpersonen von Behinderten und Pflegebedürftigen gibt es Ausnahmen, ebenso dürfen zusätzliche Kinder zu Kitas und Grundschulen gebracht werden. Zudem gilt die sogenannte 1 plus 1-Regel bei Beerdigungen nicht. Hochzeiten sind nicht grundsätzlich verboten. „Aber wir bitten, davon möglichst Abstand zu nehmen“, sagte Pörksen.

Betreuung durch Tagesmütter möglich

Bis zum 31. Januar werden Kitas grundsätzlich geschlossen, eine Notbetreuung ist aber vorgesehen. Das gilt auch für Kinder, die im Sommer eingeschult werden und bei denen Sprachförderbedarf besteht. Um die Anzahl der betreuten Kinder innerhalb der Gruppen zu reduzieren, dürfen Kitas die Zahl ihrer Gruppen erhöhen und dafür auch Räume nutzen, die bislang nicht zur Kinderbetreuung zur Verfügung standen. Eine private Kinderbetreuung etwa durch Tagesmütter in Kleingruppen oder durch Großeltern soll möglich sein.

Präsenzunterricht in den Schulen ist bis zum 31. Januar untersagt. Ausnahmen gibt es hier bei schriftlichen Arbeiten, für die Abschlussjahrgänge 9 und 10 sowie für die Sekundarstufe II. Vom 18. Januar an gehen die Grundschüler und Förderschulen ins Wechselmodell und lernen in geteilten Klassen. Schulfahrten bleiben untersagt.



Eingeschränkter Bewegungsradius möglich

Darüber hinaus dürfen Landkreise und kreisfreie Städte Betretungsverbote für öffentliche Plätze aussprechen. Bei einer Inzidenz von mehr als 200 müssen die Behörden prüfen, ob der Bewegungsradius der Einwohner auf 15 Kilometer eingeschränkt werden muss. Das sei aber kein Automatismus, betonte Pörksen. Ausschlaggebend für den Radius ist die konkrete Wohnsitzadresse – hier weicht Niedersachsen von den bundesweiten Absprachen ab. Für medizinisch notwendige Fahrten oder die Betreuung von Angehörigen gibt es Ausnahmen von der Einschränkung.



Am Freitag lag der landesweite Inzidenzwert bei 98,1, es gab 1762 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. „Das ist ein nach wie vor hohes Infektionsgeschehen“, sagte Schröder. Grundlage für die Beschränkungen sind allerdings die regionalen Werte, die in Niedersachsen sehr unterschiedlich sind. Im Kreis Hildesheim haben sich in den vergangenen sieben Tagen 143,6 pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. In der Region Hannover waren es 121,9.

Corona-Test bei Einreise wird Pflicht

Neu ist eine sogenannte Zwei-Test-Verpflichtung bei Einreisen aus Risikogebieten. Hier muss nun unmittelbar nach der Einreise ein Test gemacht werden. Es gilt eine Quarantänepflicht von 10 Tagen, die durch einen negativen Test nach frühestens 5 Tagen verkürzt werden kann.

Von afa

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