Ratschläge vom Gesundheitsamt

Depression in Corona-Zeiten: Praktische Tipps für Betroffene in Hildesheim

Kreis Hildesheim - Für Menschen mit Depressionen ist die Isolation durch die Corona-Pandemie besonders schlimm. Das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim gibt Tipps.

Depressive Stimmungen können durch die Kontaktarmut während der Beschränkungen in der Corona-Krise noch schlimmer werden. Foto: Victoria Bonn-Meuser/dpa

Kreis Hildesheim - Dr. Katharina Hüppe, die Leiterin des Hildesheimer Gesundheitsamtes, weist auf das kostenfreie iFightDepression-Programm der Stiftung Deutsche Depressionshilfe hin. Gerade für an Depressionen erkrankte Menschen stelle die aktuelle Situation eine besonders große Herausforderung dar, erläutert der Landkreis Hildesheim. Denn die Isolation durch die geltenden Kontaktbeschränkungen ist besonders für Patienten mit psychischen Problem schwer zu bewältigen. Die Tipps der Stiftung Deutschen Depressionshilfe/Deutsches Bündnis gegen Depression zur Bewältigung des Alltags:

Struktur

Planen Sie Ihren Tag und Ihre Woche im Vorfeld. Vom morgendlichen Aufstehen, Arbeitszeiten, Mahlzeiten bis hin zu schönen Dingen, wie Lesen, Musizieren, Serien schauen, Balkon bepflanzen oder Entspannungsübungen.

Aktiv bleiben

Eine Runde Joggen oder mit dem Fahrrad fahren tun gut. Falls Sie zuhause bleiben, können Sie auch in der Wohnung Yoga oder einen Online-Sportkurs machen. Viele Medien und Fitness-Center bieten solche Angebote derzeit kostenlos an.

Kontakte

Wenn Sie im Homeoffice sind oder gar in Quarantäne, verabreden Sie sich mit Freunden und Familie zum Telefonieren. Sprechen Sie dabei nicht nur über das Coronavirus, sondern versuchen Sie, sich auch mit anderen Themen abzulenken.

Schlaf

Sie fühlen sich erschöpft und neigen dazu, sich ins Bett zurückzuziehen? Dies führt jedoch oft zur Zunahme des Erschöpfungsgefühls und der Schwere der Depression. Deshalb sollten Sie nicht früher ins Bett gehen und sich auch tagsüber nicht hinlegen. Eine feste Tagesplanung kann dabei helfen.

Therapie

Auch während der bundesweiten Kontaktsperre können Sie in Ihre psychotherapeutische Praxis gehen. Die Besuche dort fallen unter die Regelungen zum "Arztbesuch", und Psychotherapie ist eine "notwendige medizinische Leistung". Falls Sie zum Beispiel aufgrund einer Quarantäne nicht zu Ihrem Psychotherapeuten gehen können, bieten viele Praxen inzwischen Telefon- oder Video-Sprechstunden an. Die geltenden Beschränkungen wurden angesichts der Corona-Pandemie deutlich gelockert. Fragen Sie bei Ihrem Therapeuten nach. Mehr zu Video-Sprechstunden finden Sie bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Hilfe

Hausärzte, Psychiater und psychiatrische Kliniken haben nach wie vor geöffnet. Scheuen Sie sich nicht, in akuten Krisen nach Hilfe zu fragen.

Seriöse Informationen

Fakten mindern Ängste. Nutzen Sie seriöse Quellen, um sich zu informieren (zum Beispiel das Robert-Koch-Institut oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) und begrenzen Sie Ihren Nachrichtenkonsum auf ein- bis zweimal täglich.

Das Online-Programm iFightDepression zur Unterstützung von Betroffenen setzt grundsätzlich eine Begleitung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten voraus; denn Studien belegen, dass Online-Programme dann besonders wirksam sind. Da aber viele Patienten durch das Corona-Virus zuhause bleiben müssen, ist das Programm nun für sechs Wochen auch ohne Begleitung zugänglich. Betroffene können sich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de anmelden und werden dann freigeschaltet.

Beratungen insbesondere für Menschen, die an Depressionen leiden, gibt es auch hier:

Deutschlandweites Info-Telefon Depression: 0800/33 44 5 33

Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222

E-Mail-Beratung für junge Menschen: www.u25-deutschland.de 

Du bist wichtig: Datenbank mit Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für Betroffene mit Depressionen 

  • Region
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel