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Diese elf Tierrettungen aus der Region treffen mitten ins Herz

Kreis Hildesheim - Eichhörnchen Hazle hat es geschafft. Tierfreunde aus Hildesheim haben einige Tage um das Tier gebangt. Doch dank Hilfe kann es jetzt wieder alleine fressen. Hazles Geschichte ist nur eine von vielen Tierrettungen aus der Region.

Verunglückte Eichhörnchen, hungrige Schafe, entlaufene Hunde und eingesperrte Küken: Immer wieder geraten Tiere in der Region Hildesheim in Gefahr – und brauchten Hilfe. Foto: HAZ-Redaktion

Kreis Hildesheim - Eigentlich kommen Wildtiere ohne menschliche Hilfe aus. Aber es gibt Ausnahmen: Manchmal müssen Menschen eingreifen, um die Tiere vor dem sicheren Tod zu retten. So war es auch bei dem Eichhörnchen Hazle – und den anderen Geschichten, die zu Herzen gehen.

Ein Eichhörnchen wird aufgepäppelt

Ein Hildesheimer startete in der vergangenen Woche einen Aufruf bei Facebook. Er hatte ein Baby-Eichhörnchen entdeckt, das von einem Baum gefallen war. Die Mutter des Tieres war nicht in Sicht. Nach seinem Aufruf wollten viele Menschen helfen. Und die Suche nach einer Bleibe für das verletzte Tier hatte Erfolg: Das Hazle getaufte Eichhörnchen fand in der Auffangstation „Sollinger Inselhörnchen“ ein vorübergehendes Zuhause. Dort wird es aufgepäppelt, um dann wieder in freier Wildbahn zu leben. Mittlerweile hat Hazle das Schlimmste geschafft. Das Tier kann sogar schon wieder alleine fressen.



Ein Rehkitz in Not

Schwach und hilflos kauert ein Rehkitz im Juni 2017 am Rand des Stichkanals zwischen Hasede und Asel. Die Rehmutter ist nicht in Sicht. Passanten, die das beobachten, sind sich einig: Dem Tier muss geholfen werden. Deshalb rufen sie den Stadtordnungsdienst. Der informiert die Hildesheimer Berufsfeuerwehr. Nach einer Untersuchung beim Tierarzt kommt das verletzte Bambi zu einem Landwirt in Harsum. Der hat schon häufiger verletzte Rehe aufgepäppelt.

Enten im Gefängnis

Eine Stockente hat sich wohl nichts dabei gedacht: Sie sucht sich als Ort zum Brüten ausgerechnet den Innenhof des Hildesheimer Frauengefängnisses aus. Die Folge: Zwölf Neuzugänge, die sich ganz und gar ohne richterlichen Beschluss auf dem Gelände der JVA aufhalten und gemeinsam mit ihrer Mutter erkunden, was es hinter den dicken Mauern so zu entdecken gibt. Die Mitarbeiter im Justizvollzug beenden im Mai 2019 den klar rechtswidrigen Zustand allerdings mit Hilfe eines Besens und eines Schneeschiebers. Die Küken sind wohlauf.

Waschbär mit Höhenangst

Irgendwie ist ein verängstigter kleiner Waschbär im April 2019 auf eine Fensterbank im zweiten Obergeschoss des Hildesheimer Kreishauses geklettert – doch dann traut er sich nicht wieder herunter. Als er auch nach zwei Stunden den Abstieg nicht gewagt hat, greifen zwei jagderfahrene Mitarbeiter der Kreisverwaltung ein: Mit einer Schlinge und einem Katzenkescher fangen sie den Waschbär ein und ziehen ihn in ein Büro. Dort gelingt dem Wildtier noch einmal die Flucht, bevor es erneut eingefangen und im Freien ausgesetzt werden kann.

Jagdhund Fritz rennt über die Autobahn

Im Januar 2019 hat Fritz Glück im Unglück. Fritz ist quasi von Beruf Jagdhund und ist in der Nähe des Schlewecker Ortsteiles Bockenem bei einer Treibjagd in der Nähe der Wildbrücke über die A 7 im Einsatz. Dabei trennt er sich von seiner Gruppe – und gerät auf die Autobahn. Der Jagdhund trägt eine Warnweste. Zum Glück: Denn so fällt er einer Familie aus Salzgitter auf. Die holt ihn in ihr sicheres Auto – und alarmiert die Autobahnpolizei.

Schwan vom Hohnsensee gerettet

Die Spaziergänger sind besorgt: Mitten auf dem Hohnsensee sitzt im Januar 2019 ein Schwan und scheint sich nicht mehr zu bewegen. Sollte er etwa auf dem Eis festgefroren sein? Ein Feuerwehrmann in einem speziellen Kälteschutzanzug wagt sich daraufhin mit einem sogenannten Kombiretter auf das knackende und knirschende Eis, um den Schwan zu befreien. Alles geht glatt, Kollege und Schwan erreichen sicher das Ufer, wo der Hildesheimer Schwanenretter Sandmann das offenbar kranke oder verletzte Tier in Empfang nimmt, um ihm weiter zu helfen. Festgefroren war der Vogel übrigens nicht.

Gans sitzt auf einem Dach fest

Geschwächt, verletzt und eingeklemmt hockt eine Gans im Januar 2017 in der Osterstraße hoch oben auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses. Eine Anwohnerin von gegenüber hat das Tier beim Blick aus dem Fenster entdeckt und ruft umgehend die Feuerwehr.

Mit der Drehleiter fahren Mitglieder Feuerwehr in die Höhe. Der Vogel beäugt sie misstrauisch. Auf dem Arm ihres Retters geht es für die Gans nach einigem Protest schließlich wieder nach unten. Dort wird sie in eine große Gitterkiste gesetzt. „Wir bringen sie nun ins Tierheim, dort wird sie versorgt und aufgepäppelt“, sagt Einsatzleiter Marcus Illemann.

Eingesperrt – und dann gerettet

Hildesheimer Tierschützer retten im Dezember 2016 die Beagle-Hündinnen Hilde, Jutta und Helga. Die drei sind offenbar ihr Leben lang zur Zucht in einem Holzschuppen gehalten worden. Fünf Jahre mussten die Hündinnen, deren Alter auf zehn bis 13 Jahre geschätzt wurde, aushalten, bis sie gerettet werden konnten. Eine Frau aus dem Landkreis Hameln hielt die Hündinnen, um mit deren niedlichen Welpen Geld zu verdienen. Immer wieder klingelten Tierschutzkontrolleure an der Tür der Frau, doch es gab lange keine Handhabe, ihr die Tiere wegzunehmen. Bis zum Dezember 2016 – die Hündinnen erholen sich anschließend im Hildesheimer Tierheim.

Schäferhund rettet Katzenbaby aus Kanal

Es war vielleicht eine Rettung in letzter Sekunde: Schäferhündin Senta rettet im Juli 2011 in Schliekum ein Katzenbaby aus der Leine. Vermutlich ist das Tier dort zuvor ausgesetzt worden. Es liegt im Kies unter einer Brücke. Die Hundehalterin bringt das junge Kätzchen zum Tierarzt. Ein glücklicher Zufall: Dort ist auch gerade Katze Baley zur Untersuchung. Sie findet sofort Gefallen an dem kleinen Baby. Die Katze nimmt das Tier an, als wäre es ihr eigenes Kind.

Pferd rutscht beim Trinken in einen Bach

Dramatische Szenen spielen sich im August 2013 in Neuhof bei Lamspringe ab: Beim Versuch, aus einem Bach zu trinken, stürzt der 28-jährige Haflinger Sharim unglücklich in das Gewässer. Er kann sich ohne fremde Hilfe nicht mehr befreien. Rettern gelingt es jedoch später, das Tier herauszuziehen.

Mit dem Fläschchen aufgepäppelt

Ein paar Tage alt ist Frieda erst, als ihre Mutter stirbt. Das Kamerunschaf wäre ohne fremde Hilfe verhungert. Das kann das Ehepaar Gutsche aus Ahstedt nicht mit ansehen. Die beiden nehmen Frieda bei sich auf – und ziehen sie mit dem Fläschchen groß. Mittlerweile nimmt Frieda auch feste Nahrung zu sich – zum Beispiel Gras und Erdbeeren aus dem Garten. Doch das stört das Ehepaar Gutsche nicht. Schließlich haben die Ahstedter Frieda in ihre Herzen geschlossen.

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