Nach Tipp von Taxifahrer

Mögliche fünfstellige Beute: Polizei fasst mutmaßlichen Betrüger

Hildesheim - Die Polizei hat auf einer Autobahnraststätte bei Dresden einen Mann festgenommen, der eine Hildesheimerin um einen fünfstelligen Betrag bringen wollte – die Festnahme gelang auch, weil ein Taxifahrer kooperierte.

Bei Dresden klickten dann die Handschellen bei einem 65-Jährigen. Foto: Christian Gossmann

Hildesheim - Enkeltrick, falsche Polizisten und Handwerker: In Corona-Zeiten nutzen Betrüger wieder vermehrt Maschen, um an das Geld ihrer Mitbürger zu kommen. Und häufig sind es ältere Menschen, die im Fokus der Kriminellen stehen.

Der Polizei Hildesheim konnte am Freitagabend jedoch einen Tatverdächtigen nach versuchtem Enkeltrick-Betrug festnehmen – allerdings nicht am Tatort Hildesheim, sondern an einer Autobahnraststätte bei Dresden.

Als Neffe ausgegeben

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Presseerklärung am Samstag bekanntgaben, hatten die Täter versucht, eine 62-Jährige aus Hildesheim um einen unteren fünfstelligen Geldbetrag zu bringen. Den bisherigen Ermittlungen zufolge erhielt die Frau bereits in den Nachmittagsstunden des Donnerstag einen Anruf von einem Mann, der sich als ihr Neffe ausgab.

Dieser schilderte, sich bei einem Notar zu befinden und dringend Geld für einen Autokauf zu benötigen. Dafür bat er die Frau um Hilfe. Der Anrufer sei dabei so geschickt vorgegangen, dass die 62-jährige tatsächlich glaubte, mit ihrem Neffen zu sprechen. Und so sicherte sie ihm das Geld zu, das schließlich von einem Kurierfahrer abgeholt werden sollte.

Unbeteiligter Taxifahrer

Tatsächlich beauftragten die Täter in den Abendstunden einen unbeteiligten Taxifahrer, die Hildesheimerin aufzusuchen, um Unterlagen in Empfang zu nehmen, die auf schnellstem Weg an eine Anschrift in Berlin überbracht werden sollten. Nachdem der Taxifahrer statt Unterlagen aber das Geld bekam, wurde er misstrauisch und vermutete einen Betrug. Er informierte die Polizei.

Noch während die Beamten den Sachverhalt aufnahmen, meldete sich der vermeintliche Neffe telefonisch bei der 62-jährigen und erkundigte sich, ob sie das Geld übergeben habe. Auf Instruktion der Polizisten vertröstete die Frau den Anrufer auf den Folgetag, da sie noch ein wenig Bedenkzeit brauche.

Fahrt nach Dresden mit Polizei

Im Verlauf des Freitag erhielt die 62-jährige dann wieder weitere Anrufe des angeblichen Neffen, wobei wiederum ein Kurier angekündigt wurde, der das Geld abholen sollte. Dazu wählten die Täter erneut einen unbeteiligten Taxifahrer aus, mit der Anweisung, wichtige Unterlagen unter der Anschrift der 62-jährigen abzuholen und diese nunmehr nach Dresden zu verbringen. In Hildesheim angekommen, informierten die Einsatzkräfte den Taxifahrer über Lage und der erklärte sich bereit, zu kooperieren. Seine Fahrt in Richtung Dresden begleitet die Polizei durchgehend.

Gegen 21.15 Uhr kam es dann auf einer Raststätte auf der A 4 bei Dresden zur Übergabe an einen Mann, bei dem jedoch umgehend die Handschellen klickten. Dabei handelt es sich um einen 65-Jährigen, der über keinen festen Wohnsitz im Bundesgebiet verfügt. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim stellte noch am Samstag einen Haftantrag beim Amtsgericht Dresden. Eine Entscheidung steht noch aus.

  • Region
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel