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Thomas Wedig
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Erfassen von Kontaktdaten: Keine heilige Kuh

Kreis Hildesheim - Die Gesundheitsämter rufen kaum Daten aus der Luca-App ab. Das Erfassen von Kontaktdaten gehört generell auf den Prüfstand, meint Redakteur Thomas Wedig.

Die Luca-App ist eine Möglichkeit, Kontaktdaten zur Nachverfolgung von Corona-Fällen wie vorgeschrieben zu hinterlassen. Foto: Christoph Soeder (dpa) / HAZ-Archiv

Kreis Hildesheim - Das Erfassen und Sammeln der Kontaktdaten in der Gaststätte oder beim Friseur gilt in den meisten Bundesländern nach wie vor als Heilige Kuh der Corona-Bekämpfung, so auch in Niedersachsen. Was es wirklich gebracht hat, lässt sich schwer belegen – nicht nur mit Blick auf die Luca-App, die ihren Platz in der Pandemie-Strategie trotz Millionen von privaten Anwendern nie so recht gefunden hat.

Begründung wird wichtiger

Ein Restaurant wird selten zum Ansteckungsherd, das ist belegt – schon gar nicht, wenn dort Grundregeln wie 3G, 2G oder sogar 2G plus gelten. Die müssen vor allem kontrolliert werden. Die Pflicht zum Datensammeln büßt ihre wichtigste Begründung ein, wenn die Daten kaum genutzt werden. Und gut begründet zu sein, wird für die Corona-Maßnahmen umso wichtiger, je stärker die Pandemiemüdigkeit der Menschen zunimmt. Schleswig-Holstein ist konsequent und verzichtet längst auf den Datensalat. Das sollte sich Niedersachsen auch trauen.

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