Kuriose Flucht

Mann lässt Auto auf Heinder Landstraße stehen – und belügt die Polizei

Bad Salzdetfurth/Heinde - Ein Auto steht verlassen auf der Landstraße bei Heinde, ein Mann bestreitet jegliche Beteiligung – obwohl ihn Zeugen mit den Kennzeichen unterm Arm beobachten. Die Hildesheimer Polizei beschäftigt ein kurioser Fall.

Nach einigen falschen Geschichten gelang es den Beamten dank Zeugen zuletzt, die Wahrheit herauszufinden. Foto: Chris Gossmann

Bad Salzdetfurth/Heinde - Einen solchen Fall haben die Polizeibeamten wohl auch noch nicht oft erlebt: Am Montagabend ließ ein Mann einfach sein Auto auf der Landstraße stehen und flüchtete mit den Kennzeichen. Als er gestellt wurde, bestritt er hartnäckig, der Fahrer gewesen zu sein – vergeblich.

Puzzlestücke passen – der Mann dementiert

Montagabend gegen 17 Uhr: Die Polizei bekommt einen Hinweis, dass zwischen Heinde und der Mülldeponie ein Fahrzeug ohne Kennzeichen auf der Landstraße 492 stehen würde. Den Hinweisen nach würde ein Stück weiter ein Mann mit Kennzeichen unter dem Arm zu Fuß in Richtung Heinde laufen.

Als die Polizeibeamten eintreffen, steht dort tatsächlich ein herrenloser BMW auf der Fahrbahn. Schon bei der Anfahrt sehen sie einen verdächtigen Mann – einen 45-Jährigen aus Nürnberg – an der nahen Bushaltestelle stehen. Dieser hat nach eigener Aussage aber nichts mit der ganzen Auto-Sache zu tun: Er sei nach einem Streit mit seiner Freundin aus einem anderen Auto geschmissen und zurückgelassen worden, sagt er der Polizei.

Auch zweite Geschichte ist gelogen

Da sich seine Personalien bei einer Überprüfung als falsch herausstellen, wollen die Polizisten ihn zwecks weiterer Ermittlungen auf die Wache mitnehmen. Bei einer Taschenkontrolle kommt dabei der Autoschlüssel für den verlassenen BMW zum Vorschein. Der Mann tischt den Beamten eine zweite Geschichte auf: Er sei zwar der Beifahrer des Wagens gewesen, allerdings musste dieser wegen eines technischen Defektes zurückgelassen werden. Der eigentliche Fahrer sei gerade unterwegs, um Hilfe zu holen.

Aber auch diese Geschichte scheint nicht zu stimmen. Denn mehrere Zeugen sprechen vom Gegenteil: Der 45-Jährige sei sehr wohl der Fahrer gewesen. Eine Zeugin kehrt sogar zum abgestellten BMW zurück und sagt den Polizisten, der Mann habe alleine auf dem Fahrersitz gesessen. Ein weiterer Zeuge zeigt ein Handyfoto, das er beim Vorbeifahren gemacht hat und das bestätigt: Der BMW und der angetroffene Mann gehören zusammen.

Auch Aufklärung wirft Fragen auf

Mit diesen Erkenntnissen konfrontieren die Polizisten den Nürnberger in der Bad Salzdetfurther Wache ein letztes Mal, und schließlich räumt er die Geschichte ein: Er war der Fahrer, allerdings habe das Fahrzeug keine Zulassung. Er habe nur eine Freundin besuchen wollen. Ein tatsächlicher Defekt des Autos sorgte allerdings dafür, dass er das Auto stehen ließ und die Kurzzeitkennzeichen kurzerhand in ein Feld warf.

Gegen den 45-Jährigen läuft nun ein Ermittlungsverfahren. Zudem werden mögliche weitere Strafanzeigen geprüft. Das Fahrzeug wurde abgeschleppt, die Kennzeichen blieben bislang allerdings verschollen.

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