Neun Bundesländer betroffen

Kauf in Darknet: Polizei durchsucht Wohnungen auf der Suche nach Falschgeld

Hildesheim - 20 Verdächtige sollen im Darknet Falschgeld bestellt haben. Deshalb hat die Polizei zahlreiche Wohnungen in neun Bundesländern durchsucht – in Niedersachsen unter anderem in Hildesheim.

Die Verdächtigen sollen im Darknet Falschgeld gekauft haben – auch von Hildesheim aus. Foto: Silas Stein/dpa

Hildesheim - Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei in Niedersachsen und acht weiteren Bundesländern die Wohnungen von 20 Tatverdächtigen durchsucht. Sie sollen auf illegalen Online-Plattformen im Darknet Falschgeld beschafft haben. Ebenfalls im Visier: Ein 51-Jähriger aus Hildesheim, er soll mehrere gefälschte 50-Euro-Scheine gekauft haben. Das hat der Sprecher der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft aus Frankfurt, Georg Ungefuk, der HAZ am Montag bestätigt.

Bei der Behörde ist die Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität eingerichtet. Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und Ermittlern im europäischen Ausland hatten die Strafverfolger zunächst die Produzenten der Blüten ausgemacht, die ihre Werkstatt in Portugal betrieben. Über diese gelang es dann, die Abnehmer zu identifizieren.

70 000 Euro Falschgeld

Insgesamt sollen die Fälscher mindestens 70 000 Euro Falschgeld übers Darknet abgesetzt haben. Zu den Preisen, die die Kunden gezahlt haben, macht Ungefuk keine Angaben. Der Oberstaatsanwalt sagt aber: „Das läuft wie auf einem legalen Markt: Wer mehr gefälschte Scheine abnimmt, bekommt vom Lieferanten einen besseren Preis.“

Zu den Razzien rückten die Einsatzkräfte zwischen dem 9. und 16. Dezember an, neben dem Hildesheimer nahmen sie in Niedersachsen außerdem noch weitere Tatverdächtige im Landkreis Harburg und in Holzminden ins Visier. Darüber hinaus gab es auch Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sowie in Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Irland, Österreich und Spanien.

Banknoten und Datenträger sichergestellt

Den 20 Verdächtigen im Alter von 15 bis 59 Jahren, die alle unabhängig voneinander und nicht etwa als Bande eingekauft haben sollen, drohen bei einer späteren Verurteilung Haftstrafen zwischen einem und zehn Jahren, wenn ihnen nachgewiesen werden sollte, dass sie bewusst Falschgeld in den Verkehr gebracht haben.

Ob die Ermittler bei dem Hildesheimer noch gefälschte Banknoten sichergestellt haben, teilte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft nicht mit. Es sei generell um die Beweissicherung gegangen, so Ungefuk, zu möglichen Beweisen zählten falsche Banknoten, vor allem aber auch Datenträger.

Verkäufer festgenommen

Die Tatverdächtigen sollen sich das Falschgeld zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 beschafft haben, offensichtlich ging es dabei ausschließlich um 50- und 10-Euro-Scheine. Die fünf mutmaßlichen Produzenten und Verkäufer der Blüten hatte die portugiesische Polizei schon im Sommer festgenommen, sie stellten Falschgeld und diverse Computer. Die mutmaßlichen Kunden der Fälscher sind weiter auf freiem Fuß, Festnahmen habe es nicht gegeben, sagt Georg Ungefuk.

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