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Guter Hirt dreht in Hildesheim den Adventskalender um

Hildesheim - Die offene Weihnacht wird in der Pfarrgemeinde Guter Hirt diesmal abgesagt, alles ist anders. Das Team hat sich für den Advent etwas anderes überlegt.

Carina Schwabe stellt die Idee des umgekehrten Adventskalenders vor. Foto: Mellanie Caglar

Hildesheim - Bald ist es wieder soweit. Die Adventszeit naht und etwas darf in dieser Zeit nicht fehlen – der Adventskalender. Für viele Menschen und besonders für Kinder ist das Öffnen des Türchens der Höhepunkt eines jeden Tages und steigert die Freude auf Heiligabend. Die Pfarrgemeinde Guter Hirt hat sich im Jahr der Pandemie den umgekehrten Adventskalender überlegt. Bei ihm läuft es etwas anders: Hinter ihm steckt die Idee des Gebens, des Schenkens statt des Nehmens. Auch geht es ums Erinnern, worum es an Weihnachten eigentlich gehen sollte – um Liebe, sozialen Zusammenhalt und Nächstenliebe.

Start mit einer leeren Kiste

Die Teilnehmer starten am 1. Dezember mit nichts als einer leeren Kiste. Täglich können sie diese bestücken und zum 24. Dezember mit vielen haltbaren Lebensmitteln wie zum Beispiel Nudeln, Gemüse- und Wurstdosen füllen. Interessierte können sich eine Kiste beim Guten Hirten abholen oder Daheim zu einer Kiste, einem Karton oder einer stabilen Tüte greifen. Diese können gefüllt zu oder nach Weihnachten am Altfriedweg im sogenannten Fahrenheitgebiet abgegeben werden. Die Pfarrgemeinde will in der Adventszeit auch geben. Täglich wird Diakon Andreas Handzik adventliche Tagesimpulse per Mail versenden.

Mit dem Inhalt der Kisten-Kalender will das Team des Guten Hirten die inzwischen recht leeren Regale in der Warenhalle bestücken. Denn pro Woche gehen um die 600 Lebensmitteltüten an Menschen mit einem schmalen Geldbeutel heraus. Die Zahl der Besucher ist in der Corona-Zeit deutlich angestiegen, sagt Reinhard Aksamski, stellvertretender Leiter des Sozialen Mittagstisches. Während die Vorräte an Obst, Gemüse und Gekühlten nicht das Problem sind, sieht es ihm zufolge bei den haltbaren Lebensmitteln, die der Einzelhandel nicht unbedingt aussortiert, mager aus.

Termine für die Tütenausgabe

Für die Ausgabe der Lebensmitteltüten werden Termine vergeben, damit die Besucher nicht in Massen aufeinander treffen und die Corona-Vorgaben eingehalten werden können. Die Zeitfenster sind laut Sozialpädagogin Carina Schwabe voll. Ihr zufolge sind bereits 15 Adventskalender-Kisten von Spendern abgeholt worden. Auch will sich die Grundschule Holle an der Aktion beteiligen. Die Idee zum umgekehrten Adventskalender war dem Team des Guten Hirten bei einer Dienstbesprechung gekommen. Sie ist nicht gänzlich neu und fand in den vergangenen Jahren deutschlandweit, aber auch in Österreich und der Schweiz, Unterstützer.

Stricken geht weiter

Die offene Weihnacht hat die Pfarrgemeinde wie berichtet abgesagt – nachdem das Team lange diskutiert, alternative Formen und Orte erörtert hat. Die Befürchtung ist, dass es zu einer großen Menschenansammlung kommt und die Besucher eng an eng stehen. „Das können wir unseren Mitarbeitern und Gästen in der Corona-Zeit nicht zumuten. Wir müssen an die Gesundheit denken“, sagt Reinhard Aksamski vom Sozialen Mittagstisch. Bei der offenen Weihnacht verteilte das Team des Guten Hirten Geschenktüten an die Besucher, die unter anderem etwas Selbstgefertigtes wie gestrickte Strümpfe enthalten. Die Aktion „Wärme Spenden“ gibt es seit einigen Jahren und soll trotz Corona nicht zum Erliegen kommen. Die Spenden von vielen fleißigen Handarbeitsfans werden in der Kleiderkammer am Altfriedweg ausliegen und an soziale Einrichtungen verteilt. „Es wird gestrickt wie wild“, sagt Aksamski. „Und das ist gut so.“

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