Neuer Termin im Sommer

Coronavirus: Hannover-Messe verschoben – Hildesheimer Firmen betroffen

Hannover/Hildesheim - Die Hannover-Messe wird wegen des Coronavirus in den Juli verlegt. Sechs Firmen aus Stadt und Landkreis Hildesheim sind unter den betroffenen Ausstellern.

Die Hannover-Messe wird wegen des Coronavirus in den Juli verschoben - das hat auch Auswirkungen auf Hildesheimer Firmen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover/Hildesheim - Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6000 Ausstellern aus 70 Ländern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG am Mittwoch mit.

Von Hippe bis Baude

Betroffen sind auch sechs Aussteller aus Stadt und Landkreis Hildesheim, die sich und ihre Produkte auf der Messe präsentieren wollten. Dabei handelt es sich um die Erhard Hippe KG aus Hildesheim, die Sarstedter Unternehmen Baude Kabeltechnik und Lai Viehmeier Consulting, das Bad Salzdetfurther Unternehmen Pantron Instruments, die Metallgießerei Funke aus Alfeld-Röllinghausen sowie die Flüssiggas-Firma LPG Germany aus Elze.



Zudem dürften auch zahlreiche Hotels und Gasthöfe in Stadt und Landkreis Hildesheim die Auswirkungen zu spüren bekommen, ebenso Privatleute, bei denen sich Messegäste einmieten.

Andere Messen auch verlegt

Die Organisatoren hatten die Lage während der vergangenen Wochen intensiv beobachtet, nachdem sich der Erreger von China aus zunehmend auch in europäischen Ländern verbreitet hatte. Andere internationale Messen wie der Mobile World Congress in Barcelona, die ITB in Berlin, die Leipziger Buchmesse (ebenfalls mit Hildesheim-Folgen), der Genfer Automobilsalon oder die Handwerksmesse in München wurden bereits gestrichen.

In Hannover stand die Messegesellschaft lange im Austausch mit den Gesundheitsbehörden. «Wir schauen uns die Entwicklung tagtäglich an», hatte ein Sprecher erklärt. Auch IT-Konzerne wie Google, Amazon, Huawei, SAP oder Microsoft hatten sich zur diesjährigen Hannover Messe angemeldet. Partnerland ist Indonesien, dessen Präsident Joko Widodo anlässlich der Ausstellung Deutschland besuchen wollte.

Viele Vorkehrungen getroffen

Zunächst war noch ein gesondertes Hygiene- und Gesundheitskonzept erarbeitet worden. Bei der Reifenmesse „Tire Technology Export“ hatte es jüngst verschärfte Sicherheitsvorkehrungen gegeben: Besucher mussten bestätigen, in den Tagen vor ihrer Ankunft nicht in China gewesen zu sein. Körpertemperatur-Scanner wurden eingeführt und Spender mit Desinfektionsspray aufgestellt. Sicherheitsleute öffneten Türen zur Vermeidung von häufigem Kontakt mit Türklinken.

Zwei für den März geplante Branchentreffen hatten die Veranstalter in Hannover ebenfalls bereits verschoben. Sowohl die Halal-Messe für islamkonforme Produkte als auch die IT-Messe Twenty2X – an der auch die Hildesheimer Firma Compra teilnehmen will – sollen neue Termine bekommen.

Zuvor kaum Firmen-Absagen

Bei der Hannover Messe hatte es Absagen von Teilnehmern bisher nicht in größerem Umfang gegeben. Allein wegen der Reisebeschränkungen in China hatte die Deutsche Messe AG aber schon mit deutlich weniger Gästen als üblich aus der Volksrepublik gerechnet. Die Ausstellung wollte in diesem Jahr vor allem neue Technologien für mehr Klimaschutz, den jüngsten Stand beim 5G-Mobilfunkstandard und datengesteuerte künstliche Intelligenz zeigen.

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